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Zweite Bundesliga 2016/2017, 16. Spieltag
Freitag, 09.12.2016 – 18.30 Uhr
Fortuna Düsseldorf – 1.FC Nürnberg 0:2 (0:1)

0:1 (6.) Guido Burgstaller
0:2 (66.) Tim Matavz

Nach zuletzt zwei Niederlagen hat sich der 1. FC Nürnberg in Düsseldorf mit einem Auswärtsdreier belohnt. Die Mannschaft von Alois Schwartz hat bei ihrem Auftritt im Rheinland damit zumindest eine Sache gezeigt, nämlich dass sie noch lernfähig ist. Genau genommen hat der FCN die Gastgeber an diesem Freitag mit exakt den Mitteln geschlagen, die ihm in der Vorwoche im Heimspiel gegen Sandhausen zum Verhängnis wurden.

Die erste Chance genutzt

Denn genau wie der SV Sandhausen vor Wochenfrist nutzte dieses Mal der Club die erste Chance, die sich ihm bot. Bei einem Freistoß im Mittelfeld war es Miso Brecko, der am schnellsten schaltete und Guido Burgstaller mit einem optimal geschlagenen Steilpass auf die Reise schickte. Der aus seinem Tor stürzende Michael Rensing versuchte zwar noch zu retten, was zu retten war, musste jedoch schließlich einsehen, dass am Ende immer Guido Burgstaller lacht. Für den Österreicher war es in der sechsten Minute in Düsseldorf bereits Saisontreffer Nummer dreizehn.

Kein Elfmeter

Mit der Führung im Rücken agierten die Gäste über weite Teile der ersten Halbzeit dann schließlich so, wie es der SV Sandbausen in der letzten Woche auch getan hatte: Mit dem nötigen Selbstbewusstsein und der entsprechenden Ballsicherheit. Der Abwehrverbund stand entsprechend und erst in der 26. Minute fand Düsseldorf erstmals eine Lücke. Dieser Vorstoß sorgte dann jedoch gleich für Aufregung. Ihlas Bebou hatte sich bis in den Strafraum durchgetankt und suchte dann im Zweikampf mit Hanno Behrens sichtlich den Kontakt, der ihn zu Fall bringen würde. Dabei trat er aus vollem Lauf in den Boden und landete entsprechend auf selbigem der Tatsachen. Das Geschrei war trotzdem auf beiden Seiten groß und ein gewisser Timo Werner und sein von allen Seiten kommentierter Schauspielanfall im Spiel zwischen den Brausekickern und dem FC Schalker 04 waren an diesen Diskussionen mit Sicherheit nicht ganz unschuldig. Denn regten sich die Clubspieler über eine vermeintliche Schwalbe des Düsseldorfers auf, echauffierte sich F95-Trainer Friedhelm Funkel sichtlich über ein Foul, das keins war.

Kuriose Szene kurz vor der Halbzeit

Kurz vor der Pause wurde es dann noch einmal kurios im Nürnberger Strafraum. Kaan Ayhan verunglückte ein Freistoß aus rund 20 Meter derart, dass der Ball den im Abwehrzentrum stehenden Georg Margreiter in den Bauch traf. Das Spielgerät tropfte so Axel Bellinghausen vor die Füße, dessen Schuss Dave Bulthuis in allerletzter Sekunde abwehren konnte. Die abgefälschte Lederkugel sprang schließlich Tobias Kempe ans Schienbein und machte sich von dort aus auf den Weg in Richtung leeres Nürnberger Tor. Erst knapp vor der Linie konnte sich Thorsten Kirschbaum den Ball schließlich schnappen und den Ausgleich doch noch verhindern.

Gute Chancen für Düsseldorf

Entsprechend genervt und gereizt, aber auch entschlossen zeigten sich die Fortunen direkt im Anschluss an die Pause. Bellinghausen hatte in der 51. Minute die erneute Ausgleichschance auf dem Fuß, scheiterte letztlich jedoch, weil ein eigener Mitspieler den Ball noch abgefälscht hatte. Sieben Minuten später hatte Bebou das Tor auf dem Fuß, zielte aus wenigen Metern völlig freistehend jedoch genau in die Arme von FCN-Keeper Kirschbaum.

Die Vorentscheidung

Für die Fortuna kam es schließlich, wie es kommen musste: Ein erneuter Moment der Unachtsamkeit, nachdem sich Dave Bulthuis den Ball erkämpft hatte und schon schickte Burgstaller seinen Sturmkollegen Tim Matavz in der 66. Minute zu einem mustergültigen Konter auf die Reise. Der Slowene schlug in Straumraumnähe noch zwei Haken und sah schließlich genau die Lücke, die er benötigte, um aus 16 Metern trocken ins untere kurze Eck abschließen zu können.

Frustfoul von Aylan

Nach dem 0:2 kam von den Gastgebern ähnlich wenig, wie noch eine Woche zuvor vom Glubb. Erwähnenswert war hier höchstens noch ein Foul von Ayhan auf Höhe der Mittellinie. Hier senste der Fortune kurz vor Schluss den eingewechselten Patrick Kammerbauer derart rüde von hinten von den Beinen, dass Schiedsrichter René Rohde bereits an seiner Gesäßtasche nestelte. Einzig dem Widerspruch des unmittelbar neben dem Geschehen postierten Linienrichters hatte es der Düsseldorfer letztlich zu verdanken, dass er am Ende nur die gelbe Karte sah und bis zum Schluss mitwirken durfte. Der Mann an der Seite weiß allein, was er gesehen hat und warum er der Meinung war, dass eine Rote Karte für dieses offensichtliche Frustfoul nicht gerechtfertigt war.

Potenzial beim Club

Beim Glubb wird man sich nach dem Spiel gefragt haben: Warum klappt das denn nicht jedes Wochenende so? Die Mannschaft hat in Düsseldorf eine abgeklärte, souveräne Leistung gezeigt und gegenüber dem Auftritt gegen Sandhausen (zumindest nach dem ersten Gegentreffer) nicht wiederzuerkennen. Burgstaller und Co. zeigten nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit, dass sie definitiv Potential haben. Aufgabe eines Übungsleiters ist es, dieses Potential in eine Qualität zu verwandeln – die Qualität, das eigene Potential in jedem einzelnen Spiel abzurufen, egal unter welchen Umständen. Dies gelingt der Mannschaft unter Alois Schwartz nicht. Viel zu sehr ist sie auch nach fast einer gesamten Halbserie von den äußeren Abständen abhängig.

Widerstände und Rückschläge

Wenn es – wie in Düsseldorf – von Beginn an läuft und man früh in Führung geht, ist der Rest inzwischen fast ein Selbstläufer. Trifft die Mannschaft jedoch auf Widerstände oder muss gar Rückschläge verkraften, ist sie in sich bei weitem noch nicht so gestärkt, wie sie es während der langen, ungeschlagenen Serie unter Schwartz-Vorgänger René Weiler manchmal den Eindruck machte. Die große Aufgabe, die Alois Schwartz zu bewältigen hat: Der Mannschaft diese innere Festigkeit zu vermitteln – und zwar nicht potentiell, sondern qualitativ.

Die graue Maus droht

Gelingt ihm dies nicht, wird am Ende nur das Mittelfeld bleiben – mit Ausreißern nach oben, die immer wieder hoffen lassen, aber auch mit Enttäuschungen wie zuletzt gegen Sandhausen, welche den Glubb unter dem Strich dann doch irgendwo im Bereich »Graue Maus« festhalten. Die Vereinsspitze wird dann über kurz oder lang entscheiden müssen, ob dies den eigenen Ansprüchen genügt oder nicht. Der Sieg in Düsseldorf hat daran nichts geändert.

Düsseldorf düpiert
Die Chancenverwertung war topMit dem Führungstreffer im Rücken stand man auch hinten gut
Bei den Chancen der Düsseldorfer brauchte man auch etwas Glück
65%Der Club in Düsseldorf
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