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Zweite Bundesliga 2016/2017, 15. Spieltag
Samstag, 03.12.2016 – 13.00 Uhr
1.FC Nürnberg – SV Sandhausen 1:3 (0:1)

0:1 (28.) Andrew Wooten
0:2 (55.) Philipp Klingmann
0:3 (76.) Daniel Lakusik
1:3 (82.) Guido Burgstaller

Die Stimmung ist wieder am Boden und nein, das ist in der Überschrift ist kein Tippfehler. Wenn man einen Trainer aus Sandhausen holt, muss man sich nicht wundern, wenn man gegen den ehemaligen Arbeitgeber des Trainers zu Hause verliert! Oder vielleicht doch? Vielleicht sogar umso mehr?

Die graue Maus

Eben! Müsste nicht gerade ein Alois Schwartz die Gästemannschaft besser kennen als jeder andere Trainer der Welt? Müsste nicht gerade ein Alois Schwartz wissen, wie man einen Gegner aushebelt, den er selbst für viele Jahre trainiert hat? Und müsste es nicht selbst ein Alois Schwartz schaffen, einer Mannschaft, die er nun seit fast einem halben Jahr trainiert und formt, das notwendige Selbstbewusstsein zu verleihen, um eine graue Maus aus dem Mittelfeld der Liga deutlich zu schlagen?

Was kann Alois Schwartz?

Oh ja, selbstverständlich. Die Antwort auf all diese Fragen müsste im Grunde mit einem kurzen, aber knappen »Ja!« beantwortet werden. Nach dem Spiel gegen Sandhausen sieht die Realität indes ganz anders aus! Die Fragen können nämlich bei realistischer Sicht der Dinge stets nur mit einem kurzen, schmallippigen »Nein!« beantwortet werden. Alois Schwartz hat es nicht geschafft, seiner Mannschaft zu vermitteln, wie man einen Gegner aushebelt, den er selbst viele Jahre trainiert hat. Alois Schwartz hat damit bewiesen, dass er keine Ahnung hat, was da für eine Gästemannschaft auf ihn und sein Team zukommt! Und Alois Schwartz hat an diesem Samstag bewiesen, dass er Mannschaften nach schlechten Phasen zwar nach ihren eigenen Erfolgen und Glücksmomenten gut begleiten kann, jedoch keineswegs in der Lage ist, diese Mannschaft nach Rückschlägen auch kurzfristig wieder so aufzubauen, dass ein Scheitern jenseits des eigenen Denkvermögens liegt.

Die natürlichen Grenzen

Kurz und gut: Alois Schwartz ist kein Fußballtrainer für ganz oben. Er mag aus wenig Mitteln das Beste heraus holen und am Ende reicht das dann mitunter für einen Platz über dem Strich. Ein Mann für die Ansprüche eines 1.FC Nürnberg ist er nicht! Und das meine ich keineswegs despektierlich. Ich ziehe sogar durchaus den Hut, dass man heute vom SV Sandhausen von einer etablierten Zweitliga-Mannschaft spricht, während der damals mit aufgestiegene VfR Aalen längst wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist. Ich ziehe also durchaus meinen Hut vor Alois Schwartz, denn ohne ihn wäre dies heute nicht so.

Gleichzeitig sage ich aber auch: Man muss seine Grenzen kennen! Es gibt eben Menschen, die sind als Jugendtrainer bestens geeignet, während ihnen zur Klasse international (oder auch »nur« national) erfolgreicher Trainer eben das letzte Quäntchen fehlt. Auf der anderen Seite: Können Sie sich José Mourinho als Jugendtrainer vorstellen? Eben!

Die Ansprüche des 1.FC Nürnberg

Beim 1.FC Nürnberg hat man vor dieser Saison den Entschluss gefasst, dass man für Alois Schwartz trotz klammer Finanzlage sogar noch eine Ablösesumme bereitstellt. Dies zeigt doch, dass man in der Führungsetage durchaus davon überzeugt war, dass ein Alois Schwartz den eigenen Ansprüchen genügt. Am Ende eines Heimspiels gegen den SV Sandhausen, das sang- und klanglos mit 1:3 verloren wurde, muss die Frage an genau diese Etage also mit der Bitte um eine klare Antwort erlaubt sein: Sind diese Ansprüche, die Alois Schwartz erfüllt, auch die neuen Ansprüche eines 1.FC Nürnberg? Oder habt Ihr Euch einfach mal so richtig vertan und genügt Euer eigenes Urteilsvermögen eventuell den Ansprüchen eines 1.FC Nürnberg selbst nicht?

Irgendwo im Mittelfeld

Zwei Spieltage vor Abschluss einer Hinrunde, die immerhin nur dem knappen Scheitern am Aufstieg folgt, steht man mit negativer Punktausbeute irgendwo zwischen Mittelfeld und Abstiegsplatz. Herr Bornemann, Herr Meeske: Ist das Euer Anspruch? Sind Heimniederlagen gegen den SV Sandhausen nun letztlich das, woran wir uns als Clubfans gewöhnen sollen?

Tut mir leid, die Herren! Gerade, wenn Ihr die letzte Frage mit einem – vielleicht achselzuckenden – »Ja!« beantwortet, fällt mir in meiner gnadenlosen Enttäuschung über das heutige Spiel eigentlich nur eine – sehr bewusst sarkastische – Nachfrage ein: Wo sind eigentlich die Ultras, wenn man sie mit ihrer Pyroshow wirklich mal braucht…???

Es stinkt – aber woher?

Über das heutige Spiel sei an dieser Stelle nur noch eine Bemerkung erlaubt: Der FCN spielte seit der 42. Minute in Überzahl! Zur Erinnerung: Der Platzverweis passierte, als noch mehr als eine Spielhälfte übrig war, um das aus dem Nichts gefallene 0:1 auszugleichen und die Verhältnisse wieder gerade zu rücken. Etwas mehr als eine Halbzeit später kann und muss das Fazit aus 90 Minuten trostlosem Heimspiel nur heißen: Entweder es kommt sehr bald frischer Wind auf die Bank des Übungsleiters (und zwar egal, ob die Bewegung am Ende etwas bewirkt – sie riecht in jedem Falle besser als der abgestandene Duft der Kurpfalz) oder der Duft kommt eben doch nicht aus der Kurpfalz, sondern kann nur durch erneutes (und mit Sicherheit vor allem finanziell schmerzhaftes) Entlüften der gesamten Führungsetage beseitigt werden.

Da mag der Fußball noch so sehr Tagesgeschäft sein und nach einer Serie von sieben ungeschlagenen Spielen auch durchaus der Eindruck entstehen, man habe den Anschluss nach oben nach dem »Betriebsunfall Saisonstart« nun fast wieder geschafft – die Realität nach der Heimpleite gegen Sandhausen sieht so aus: Man bewegt sich nicht nur tabellarisch inzwischen auf einem Niveau mit dem 1.FC Kaiserslautern, dem VfL Bochum und/oder dem TSV 1860 München. Und natürlich ist auch dort das Geheule seit vielen Jahren groß und laut, wenn es um die eigenen finanziellen Mittel oder die Zustände im Verein (oder der Kapitalgesellschaft) geht. Am Ende steht unter dem Strich doch stets die Tatsache, dass in den letzten Jahren diverse Dinge erheblich falsch gelaufen sind. Der Glubb nimmt sich da nicht aus – sonst stände er nicht dort, wo er gerade steht.

Wie lange noch?

Die Fragen, die sich beim Blick auf den Status Quo fast zwangsläufig aufdrängen, lauten jedoch: Wie lange soll das noch so sein? Was unternimmt man, um sich aus den Niederungen der zweiten Liga langsam wieder nach oben zu bewegen? Warum hält man auf diesem Weg noch immer an Alois Schwartz fest?

Da mögen nun schnell die Antworten in Richtung »Das Geld, das liebe Geld« kommen. Im selben Moment sprießen jedoch weitere Fragen wie Pilze aus dem Waldboden: Wenn es wirklich ums Geld geht, warum stehen dann Mannschaften wie Heidenheim und Sandhausen vor uns in der Tabelle? Was macht Darmstadt dann in der ersten Liga? Wann genau – und vor allem warum – haben uns Manschaften wie Augsburg oder auch Mainz überholt? Und wie kann es sein, dass eine Mannschaft wie Hertha BSC noch vor wenigen Jahren so ziemlich jedes Spiel gegen uns verloren hat, sich nun aber mit diversen Ex-Clubspielern in den eigenen Reihen auf Platz drei der Bundesliga findet?

Alois Schwartz raus!!!

Herr Bornemann, Herr Meeske: Bitte nicht falsch verstehen! Als inniger Fan des 1.FC Nürnberg wünsche ich Ihnen Beiden wie niemandem sonst auf der Welt Erfolg! Treffen Sie richtige Entscheidungen und mögen diese richtigen Entscheidungen Ihnen in Ihrer weiteren beruflichen Laufbahn stets weiter helfen! Machen Sie bitte vor allem nur einen Fehler nicht: Halten Sie an Alois Schwartz fest!

Tun Sie es doch, werden auch in der näheren Zukunft des glorreichen FCN weitere tief schwartze Tage folgen! Den überall ist heute nur wenige Stunden nach dem Abpfiff zu lesen: Sandhausen blamiert den Club. Nein, Herr Bornemann, Herr Meeske und auch Herr Schwartz, so ist es nicht! Nicht Sandhausen blamiert den Club! Der Club hat sich (nicht nur heute) selbst blamiert!

Schwartzer Tag gegen Sandhausen
Nichts!!!
Alles!!!!
5%DER CLUB GEGEN SANDHAUSEN
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