Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt
jGzSaDL0CX4

Zweite Bundesliga 2016/2017, 13. Spieltag
Freitag, 19.11.2016 – 18.30 Uhr
1.FC Nürnberg – Würzburger Kickers 2:2 (1:0)

1:0 (45.) Guido Burgstaller
1:1 (54.) Elia Soriano
1:2 (56.) David Pisot (Foulelfmeter)
2:2 (89.) Even Hovland

Es gibt Fußballspiele, die regen mich einfach auf. Und das Spiel gegen die Kickers aus Würzburg war definitiv ein solches. Es hat mich gleich in doppelter Hinsicht aufgeregt.

Da ist zum Einen natürlich die nervliche Anspannung. Die Zeit verrinnt, die Minuten und Sekunden bis zum drohenden Abpfiff werden weniger und weniger und die Bemühungen des Clubs um einen zweiten Treffer werden mit zunehmender Spieldauer auch nicht unbedingt präziser.

Schwacher Schiedsrichter

Der viel größere Aufreger ist jedoch der, dass es überhaupt so weit kommen konnte und vor allem Schiedsrichter Timo Gerach maßgeblichen Anteil daran hatte. Der Unparteiische aus Landau war mit Abstand der schlechteste Mann auf dem Feld und hat den Spielausgang mit einer krassen Fehlentscheidung mehr als nur beeinflusst. Warum mir in diesem Zusammenhang der Name Babak Rafati und ein verlorenes Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder in den Sinn kommt, sei an dieser Stelle einmal dahin gestellt. Und ja: Schiedsrichter sind auch nur Menschen und machen dementsprechend Fehler. Aber wem die Eignung fehlt, der darf auch nicht Pilot werden und wer sein Instrument nicht perfekt beherrscht, darf auch nicht bei den Philharmonikern mitspielen. Warum also darf Herr Gerach dann Bundesliga pfeifen?

Führung kurz vor der Pause

Nach einer komplett langweiligen ersten Halbzeit, deren einziger sehenswerter Höhepunkt der Sololauf von Guido Burgstaller war, der wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 1:0 führte, kam in der zweiten Hälfte mehr Fahrt in die Partie. In der 48. Minute musste Würzburgs Torhüter-Oldie Robert Wulnikowski gegen Tim Leibold und Kevin Möhwald gleich zwei Mal zur Stelle sein, ehe auf der anderen Seite der Ausgleich aus dem sprichwörtlichen Nichts fiel.

Ausgleich aus dem Nichts

Elia Soriano kam aus der zweiten Reihe zum Schuss, Lukas Mühl fälschte mehr als unglücklich ab und Thorsten Kirschbaum konnte sich in der 54. Minute noch so sehr strecken – die Lederkugel schlug im langen Eck zum 1:1 ein.

Doch auch, wenn der Spielverlauf mit dem Ausgleich ein wenig auf den Kopf gestellt war: Einen Grund, deshalb als Schiedsrichter gleich überfordert zu sein, gab es nicht. Herr Gerach hatte sich jedoch offensichtlich in den Kopf gesetzt, dem Aufsteiger aus Würzburg von nun an noch ein wenig helfend unter die Arme zu greifen. Anders ist der Pfiff und das anschließende Deuten auf den Elfmeterpunkt nur eine Minute nach dem Ausgleich nicht zu erklären.

Ein Geschenk des Schiedsrichters

Even Hovland hatte mehrere Meter vor dem Strafraum zum Tackling gegen Valdet Rama angesetzt und dabei den Ball gespielt. Der eingewechselte Würzburger hat seine eigenen Füße nicht im Griff und als der Ball weg ist, tritt er auf den inzwischen am Boden liegenden und in den Sechzehner gerutschten Hovland. Als Rama so zu Fall kommt, pfeift Schiedsrichter Gerach und gibt Elfmeter…

Eine lächerliche Entscheidung, die man falscher nicht hätte fällen können. Nicht genug, dass das Tackling von Hovland sauber war und keineswegs ein Foul. Es findet noch dazu deutlich sichtbar vor dem Strafraum statt, so dass der Mann mit seinem blauen Hemd, wenn er denn schon unbedingt pfeifen will, im Grunde maximal Freistoß hätte dürfen.

Den Würzburgern indes war das natürlich egal. David Pisot nutzte die Gelegenheit in der 56. Minute – einfach auch, weil Thorsten Kirschbaum ja nun auch nicht jeden Elfmeter halten kann.

Der Club kämpft

Der Club brauchte verständlicherweise ein paar Minuten ehe er sich von dem Doppelschlag erholt hatte, zeigte dann jedoch, was in ihm steckt. Und obwohl Schiedsrichter Gerach auch in der restlichen Spielzeit stets glaubte, jede Kleinigkeit abpfeifen zu müssen und jeden Spielfluss damit bereits im Kern erstickte, kam der FCN zu nach und nach besser werdenden Chancen. Tobias Kempe (67. und 74. Minute) und der eingewechselte Cedric Teuchert (72. Minute) scheiterten jedoch.

Drei Minuten vor Schluss mussten dann ganze Haarbüschel beim Haareraufen daran glauben. Pisot hatte einen Schuss von Burgstaller abgefälscht, so dass der Ball in einer Art Bogenlampe Richtung Würzburger Tor unterwegs war… und an die Latte klatschte. Kempe kam zum Nachschuss, den Sebastian Neumann auf der Linie klären konnte. Club-Trainer Alois Schwartz gab nach dem Spiel zu: »Nach der Situation habe ich gedacht: Heute geht keiner mehr rein.«

Der Club wird belohnt

Anders jedoch seine Mannschaft – getrieben von einem frenetisch anfeuernden Stadionpublikum gelang in der 89. Minute doch noch der Ausgleich. Und wieder hieß die Hauptperson Even Hovland. Der Norweger hatte sich von seinem Gegenspieler geschlichen und kam nach einem weiten Freistoß von Möhwald aus kruzer Distanz völlig frei zum Kopfball. FWK-Keeper Wulnikowski hatte nicht den Hauch einer Abwehrchance und so rettet der Club am Ende trotz Schiedsrichter noch einen Punkt über die Ziellinie.

 

Witz-Elfer bringt Würzburg einen Punkt
Guido Burgstallers Solo zum 1:0 war WeltklasseDie Mannschaft hat nie aufgegeben und sich selbst kurz vor Schluss belohnt
In der ersten Hälfte dauerte es zu lange, ehe in Richtung Würzburger Tor etwas ging
77%DER CLUB GEGEN WÜRZBURG
Leser Bewertung 0 Stimmen
0%