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Zweite Bundesliga 2016/2017, 12. Spieltag
Freitag, 04.11.2016 – 18.30 Uhr
Erzgebirge Aue – 1.FC Nürnberg 1:2 (0:1)

0:1 (44.) Kevin Möhwald
1:1 (60.) Nicky Adler
1:2 (77.) Guido Burgstaller

Nur vier Tage nach dem 1:1-Unentschieden auf St. Pauli ist der 1.FC Nürnberg am Freitag in Aue in die Erfolgsspur zurückgekehrt und hat drei Punkte aus dem Erzgebirge entführen können. Kevin Möhwald und Guido Burgstaller erzielten die Clubtore in einem glanzlosen Spiel, das letztlich durch die Effizienz vor dem Tor entschieden wurde.

Erste Chance durch Sylvestr

Anfang der Woche wurde der FCN auf St. Pauli in den ersten Minuten geradezu überrannt. Auf der Baustelle in Aue begann das Spiel eher gemächlich. Allein der für den verletzten Tim Matavz in die Startelf gerückte Jakub Sylvestr hatte in der Anfangsphase so etwas wie eine Chance, als er in der sechsten Minute Aue-Keeper Daniel Haas mit einem Heber überlisten wollte, den Ball aber knapp neben das Tor platzierte.

Kurz vor der Pause: Tor!

Ansonsten passierte in der Kälte des Erzgebirges lange Zeit zunächst gar nichts. Beide Mannschaften überboten sich gegenseitig in Harmlosigkeit und die 9.000 Zuschauer froren sich chancen- und torlos in Richtung Pausentee. Kurz vor dem ersehnten Heißgetränk gab es im Gästeblock dann doch noch Jubel. Tobias Kempe hatte sich in der 44. Minute auf der rechten Seite auf den Weg gemacht und den Ball nach innen geflankt. Dort verpasste Sylvestr zwar die Hereingabe, doch hinter ihm war der ebenfalls mitgelaufene Möhwald völlig frei und musste den Ball nur über die Linie drücken.

Nach der Pause

Aus heiterem Himmel ging der Club also mit einer Führung in die Kabine und wer nach dem Seitenwechsel auf eine Besserung der Partie gehofft hatte, sah sich schnell enttäuscht. Die erste Viertelstunde des zweiten Durchgangs plätscherte ähnlich unstrukturiert und höhepunktarm dahin wie Durchgang eins.

Der Ausgleich

Aufgeweckt wurden die Zuschauer dann nach genau einer Stunde, als eine erneute Heitere-Himmel-Aktion für den Ausgleich sorgte. Dieses Mal flankte Sebastian Hertner von links, Fabio Kaufmann köpfte auf Pascal Köpke, der prompt von Even Hovland umgehauen wurde. Noch ehe jedoch auch nur ein Auer Spieler die Hand zum Protest heben konnte, lag die Lederkugel vor den Füßen von Ex-Clubberer Nicky Adler. Der Stürmer ließ sich nicht zwei Mal bitten und sorgte mit einem trockenen Schuss aus kurzer Distanz in der 60. Minute für das 1:1.

Druckphase der Gastgeber

Trainer Alois Schwartz schwante Böses. Nach dem Spiel sagte er dem kicker: »Wenn man dann in der 60. Minute ein Gegentor kassiert, dann geht man normalerweise als Verlierer vom Platz.« Fast entsprechend folgte nach dem Ausgleich eine Drangphase der Gastgeber, die in der 66. Minute auch beinahe von Erfolg gekrönt worden wäre. Beim Distanzschuss von Adler, der im langen Nürnberger Eck eingeschlagen hätte, stand Hovland jedoch genau richtig und konnte in letzter Sekunden abblocken. Eine Minute später köpfte Adam Susac aus kurzer Distanz und völlig freistehend direkt in die Arme von FCN-Keeper Thorsten Kirschbaum.

Der Club kommt zurück ins Spiel

Ab der 70. Minute ließ der Druck der Gastgeber dann wieder nach und die Gäste aus dem Frankenland übernahmen wieder das Kommando auf dem grünen Rasen. Anders als in St. Pauli konnten die Männer von Trainer Schwartz dieses Mal jedoch Kapital aus der Überlegenheit schlagen. Auch dafür hatte der Coach nach dem Spiel eine Erklärung: »Die Mannschaft hat sich stabilisiert und glaubt an sich.«

Der Siegtreffer

Die Konsequenz war das 2:1 in der 77. Minute. Nach einem Freistoß von Möhwald prüfte zunächst Kaufmann den eigenen Keeper mit einem Kopfball. Haas konnte den Ball gerade so noch über die Latte lenken. Beim anschließenden Eckball hingegen war er machtlos. Der hohe Ball vom Eckpunkt kam von Möhwald genau auf den Kopf von Burgstaller und da Kaufmann seinen Oberschenkel noch in der Flugbahn hatte und den Ball abfälschte, blieb Ergebirge-Keeper Haas nur das Nachsehen.

Im der letzten Viertelstunde des Spiels schaffte es der Club dann fast mühelos, harmlose Gastgeber vom eigenen Tor fernzuhalten und da man eigene Konterchancen nicht konsequent genug ausspielte, blieb es am Ende beim 2:1-Auswärtssieg. Der Club hatte aus zwei Chancen zwei Tore gemacht und auch sonst auf dem Rasen nur das gezeigt, was unbedingt nötig gewesen ist.

Motto: Kräfte sparen

Schön anzusehen war das nicht und wahrscheinlich hätte man gegen einen stärkeren Gastgeber an diesem Abend durchaus seine Probleme gekriegt. Doch gerade, wenn die Personaldecke aufgrund vieler Verletzungen eher dünn ist, heißt es bei zwei Spielen innerhalb weniger Tage eben auch mal: Kräfte sparen und den Aufwand/Nutzen-Faktor minimieren. Beides hat die Mannschaft von Alois Schwartz an diesem Abend gut hingekriegt. Über die Länderspielpause dürfen nun wieder Kräfte gesammelt werden und wahrscheinlich sieht die Personaldecke in zwei Wochen beim Heimspiel gegen Würzburg schon wieder ganz anders aus.

Für den Club ist das kleine Frankenderby die Möglichkeit, die eigene Serie dann auf sieben Spiele ohne Niederlage auszuweiten und auf dem Weg nach oben weitere kleine Schritte zu machen.

Auswärtsdreier in Aue
Sehr gute ChancenverwertungHohe Effizienz in Sachen Aufwand/ErtragGuido Burgstaller trifft und trifft und trifft...
Spielerisch wenig überzeugend
70%DER CLUB IN AUE
Leser Bewertung 1 Abstimmen
63%