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DFB-Pokal 2016/2017, 2. Hauptrunde
Mittwoch, 26.10.2016 – 20.45 Uhr
1.FC Nürnberg – FC Schalke 04 2:3 (0:3)

0:1 (20.) Yevhen Konoplyanka
0:2 (31.) Klaas-Jan Huntelaar
0:3 (45.) Yevhan Konoplyanka
1:3 (60.) Baba (Eigentor)
2:3 (68.) Tobias Kempe (Foulelfmeter)

Wie so oft in den letzten Jahren, wenn Nürnberg auf Schalke trifft, heißt es am Ende aus rot-schwarzer Sicht: Schade drum! Fanfreundschaft hin oder her, am Ende kommt der Sieger im Duell der Traditionsmeister meist aus Gelsenkirchen.

Große Unterschiede

Nun muss man natürlich konstatieren, dass der Club vor etwas mehr als zwei Jahren in die Zweitklassigkeit abgerutscht ist und sich aus dieser bisher auch noch nicht wieder befreien konnte, während der FC Schalke 04 weiter mit Gas-Millionen versorgt wird. Da muss dann schon der DFB-Pokal herhalten, wenn es mal wieder zu einem Fanfreundschaftstreffen kommen soll.

Doch selbst, wenn sich die Fans beider Teams mit Freundlichkeit und Freude empfangen, auf dem grünen Rasen finden die Aufeinandertreffen zwischen dem Club und Schalke schon lange nicht mehr auf Augenhöhe statt. Allein Yevhen Konoplyanka, Doppeltoschütze der Königsblauen am Mittwochabend, hat in etwa den selben Marktwert wie der gesamte Kader des 1.FC Nürnberg.

Schalke legt los wie die Feuerwehr

Dementsprechend schwindelig wurden die Männer von Alois Schwartz in der ersten Hälfte gespielt. Zwar hatte Tim Matavz mit einem Kopfball in der achten Minute die erste gute Gelegenheit der Partie, doch danach machte im Grunde nur eine Mannschaft ernst und die kam aus Gelsenkirchen.

In der 16. Minute konnte Thorsten Kirschbaum gegen den allein auf ihn zustürmenden Ukrainer Konoplyanka noch klären, vier Minuten später war es dann geschehen. Der Neuzugang vom dreifachen Europa-League-Sieger FC Sevilla bekam nach einer Ecke von Max Meyer die Fußspitze zuerst an den Ball und spitzelte in der 20. Minute zum 0:1 ein.

Zur Pause 0:3

Nur elf Minuten später klingelte es schon wieder im FCN-Gehäuse. Dem Antritt von Junio Caicara konnten gleich drei Clubspieler nicht folgen und als dieser von der Grundlinie dann noch in den Rücken der Abwehr passt, hat Klaas-Jan Huntelaar aus kurzer Distanz wenig Mühe zum 0:2 in der 31. Minute einzuschieben.

Kurz vor dem Pausenpfiff dann sogar noch das 0:3. Wieder hatte Meyer eine Ecke hoch ins Nürnberger Abwehrzentrum geschlagen und damit für ordentlich Verwirrung gesorgt. Kirschbaum kann noch bestens reagieren, doch letztlich ist es wieder Konoplyanka, der das Spielgerät in der 45. Minute über die Linie bringt.

Wie geht es weiter?

Ganz so klar hatten sich selbst die pessimistischsten Clubfans den Verlauf des Abends nicht vorgestellt und so schaute man zur Pause in viele besorgte Gesichter, die sich fragten, was da in Halbzeit zwei noch kommen würde. Die Antwort indes gab die Mannschaft von Alois Schwartz auf durchaus beeindruckende Art und Weise: Sie zeigte, dass der Klassenunterschied keinesfalls so groß ist, wie er sich in Halbzeit eins andeutete.

Die Nordkurve wollte gerade zum »kleinen Bub« ansetzen, als der unermüdliche Guido Burgstaller zu einem Solo ansetzte und schließlich Tobias Kempe in Schussposition brachte. Rahman Baba versuchte für den geschlagenen Ralf Fährmann zu klären, bugsierte den Ball jedoch ins eigene Tor. In der 60. Minute hieß es nur noch 1:3.

Der Anschluss

Nach 68 Minuten war dann sogar der Anschluss geschafft. Nach toller Einzelleistung konnte Hanno Behrens von Junior Caicara nur durch ein Foul gestoppt werden und Schiedsrichtern Frank Willenborg zeigte auf den Punkt. Aus elf Metern ließ Tobias Kempe S04-Keeper Fährmann keine Chance und der Club hatte nun noch 22 Minuten, um aus dem 2:3 zumindest ein 3:3 zu machen. Der Jubel war entsprechend groß (siehe Bild oben).

Entsprechend nervös zeigte sich Schalke nun und wer das Spiel zu diesem Zeitpunkt einschaltete, wird seine Schwierigkeiten gehabt haben, Europa-League-Teilnehmer und Zweitligist eindeutig zu benennen. Denn im Grunde spielte nun nur noch ein Team: der Club. Und dieser hatte durch den eingewechselten Edgar Salli in der 75. Minute dann tatsächlich noch die große Möglichkeit auf den Ausgleich. Der Mann aus Kamerun kam aus kurzer Distanz völlig frei zum Kopfball, zielte jedoch rechts am Tor vorbei.

Tolle Moral, aber es reichte nicht

In der Schlußviertelstunde zitterte sich Schalke dann ins Achtelfinale des DFB-Pokals und war sichtlich erleichtert, als Abpfiff schließlich ertönte. Die 28.281 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion werden ihr Kommen nicht bereut haben. Das Spiel mit den zwei unterschiedlichen Halbzeiten war unter dem Strich ein rassiger Pokalfight.

In der Liga geht es für den Club am kommenden Montag nach Hamburg zum Tabellenschlusslicht FC St. Pauli. Ruft die Mannschaft von Alois Schwartz auf dem Kiez eine ähnlich engagierte Leistung wie in Durchgang zwei dann von Anfang an ab, dürfte am Millerntor mehr möglich sein als ein »Schalke drum« am Ende.

Schalke drum!
Die Mannschaft hat nicht aufgegebenKämpferisch sind Burgstaller und Co. top
In der ersten Halbzeit war das Team zu passivGegen Bundesligisten tut sich die Abwehr dann doch schwer
75%DER CLUB GEGEN SCHALKE
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