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Zweite Bundesliga 2016/2017, 10. Spieltag
Sonntag, 23.10.2016 – 13.30 Uhr
1.FC Nürnberg – Hannover 96 2:0 (2:0)

1:0 (4.) Tim Matavz
2:0 (21.) Guido Burgstaller

Wie sehr der heutige Fußball zu einem Tagesgeschäft geworden ist, erlebt man zur Zeit in voller Blüte beim Club. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht und in aller Deutlichkeit auch beim Spiel gegen Bundesliga-Absteiger Hannover.

Alois Schwartz und Thorsten Kirschbaum

Da ist an erster Stelle natürlich Trainer Alois Schwartz, der noch vor wenigen Wochen – auch von mir – heftigst kritisiert wurde und dem die Tauglichkeit, eine Spitzenmannschaft der zweiten Bundesliga zu führen, abgesprochen wurde. Die ersten reumütigen Fans sind nach dem vierten Sieg in Folge nun bereits so weit, sich zu entschuldigen.

Direkt an zweiter Stelle steht hier Thorsten Kirschbaum, den nach seinem Wechsel zum Club nicht wenige Fans am liebsten gleich wieder mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt hätten. Nachdem er in der vorherigen Saison zwischenzeitlich sogar nur die Nummer drei beim FCN war, glänzt der gebürtige Würzburger nun seit Wochen mit Glanztaten und pariert im Spiel gegen Hannover 96 gleich im zweiten Spiel hintereinander einen Elfmeter.

In Euphorie verfallen?

Man könnte also fast in Euphorie verfallen… Der Prüfstein Hannover 96 stellte sich im Endeffekt nicht als solcher heraus und die Formkurve der gesamten Mannschaft zeigt deutlich nach oben. Zum Relegationsplatz drei sind es inzwischen nur noch fünf Punkte und überhaupt ist so ein Rückstand in einer Liga, in der alle alle schlagen können, doch ganz schnell wieder aufgeholt. Zumal sich Trainer Schwartz schon in der Woche zum wiederholten Mal mehr Euphorie im Umfeld gewünscht hat.

Doch Moment! Mehr Euphorie? Überschwappende Emotionen, weil der FCN nach verhauenem Saisonstart mit ausgeglichener Bilanz auf Platz acht steht? Jubelschreie, weil die Mannschaft endlich ihr Potenzial abruft?

Früher Führungstreffer

Ok, ok, natürlich freue ich mich auch, wenn wie am Sonntag der Führungstreffer bereits nach vier Minuten fällt. Kevin Möhwald hat mit seinem Flankenball sehr schön die Seite gewechselt und Tobias Kempe hat 96-Verteidiger Miiko Albornoz deutlich gezeigt, warum es nur zum Zweitliga-Abwehrspieler reicht. Auch Hannover-Keeper Samuel Sahin-Radlinger sieht nicht unbedingt gut aus, als er den strammen Schuss von Kempe noch vorne abprallen lässt und Tim Matavz kann zeigen, dass nicht nur Guido Burgstaller mitunter dort steht, wo ein Torjäger zu stehen hat. Der Abstauber führt zu frühem Jubel im Frankenland, der schon in der 21. Minute noch lauter werden sollte.

Dieses Mal war es fast so etwas wie ein Konter, der zum 2:0 führte. Ondrej Petrak eroberte den Ball im Mittelfeld und über Matavz landete die Lederkugel schließlich bei Möhwald auf dem rechten Flügel. In der Mitte hatte sich Burgstaller freigelaufen und der Österreicher hatte keine Mühe, die Flanke von Möhwald per Kopf in seinen achten Saisontreffer umzumünzen.

Die Freude ist groß

In Halbzeit zwei musste dann bereits oben zitierter Thorsten Kirschbaum zwei Mal seine Klasse zeigen. Einmal in Minute 47, als der erst in der Halbzeit eingewechselte Martin Harnik völlig frei vor ihm auftauchte und das andere Mal beim angesprochenen Elfmeter, als Albonorz in der 73. Minute scheiterte.

Die Freude also ist groß. Über den vierten Sieg in Folge, über den Ausgleich in Sachen Siege/Niederlagen. Die Freude ist auch groß darüber, dass sowohl Mannschaft als auch Trainer den Bock nun wohl endgültig zum Liegen gebracht haben und zeigen, dass das trostlose Bild der Anfangsphase dieser Saison nicht ihr wahres Gesicht ist.

Es besteht Hoffnung

Und ja, es ist sogar Hoffnung da… Denn erinnern wir uns an die letzte Saison: Da reichte es am Ende zu Platz drei und der Start in die Saison war ebenfalls mehr als holprig. Die ausgeglichene Bilanz wies der Club im Jahr 2015 noch nach 14 Spieltagen Anfang November auf. Im Grunde hat man in Nürnberg nun also vier Spieltage Vorsprung. Durch Siege auf St. Pauli und in Aue besteht die Chance, das eigene Punktekonto auf 20 zu erhöhen. Eine Marke, die in der letzten Saison erst an Spieltag 15 erreicht wurde.

Und ja, wenn diese beiden Auswärtsspiele wirklich gewonnen werden, wenn dann beim kleinen fränkischen Derby gegen Würzburg die drei Punkte noch zu Hause bleiben, dann kann man mit Sicherheit von Euphorie sprechen. Dann kann man auch von Abbitte gegenüber Alois Schwartz und Thorsten Kirschbaum sprechen. Und dann kann man auch darüber sprechen, wie die Euphoriewelle die Mannschaft zu einem Auswärtssieg in Stuttgart trägt.

Vorher: Pokal

Bis dahin fließt jedoch noch viel Wasser die Pegnitz hinunter – und erst einmal heißt es am Mittwoch: Schalke aus dem Pokal werfen. Die Knappen schwimmen zwar nach noch missglückterem Saisonstart inzwischen auch schon wieder auf einer Euphoriewelle, unschlagbar sind sie deshalb noch lange nicht. Denn wäre eine Mannschaft auf Erfolgskurs unschlagbar, bräuchten Ewald und seine Kieztruppe am kommenden Montag gar nicht erst anzutreten.

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Hurra gegen Hannover
Sehr gute Chancenauswertung in der AnfangsphaseThorsten Kirschbaum wird stärker und stärkerDie Abwehr verdient inzwischen auch ihren Namen
80%DER CLUB GEGEN HANNOVER
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