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Dem deutsch-türkischen Fußballprofi Deniz Naki drohen in der Türkei bis zu fünf Jahre Gefängnis. Der Vorwurf der Justiz: Er habe PKK-Propaganda verbreitet. Wie die Nachrichtenagentur »Dogan« meldete, soll Naki in sieben Fällen über twitter und facebook Werbung für die verbotene kurdische Arbeiterpartei gemacht haben. Der Prozess soll am 8. November 2016 in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir stattfinden.

Solidarität vom FC St.Pauli

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Anklage gab es von einem Ex-Verein des kurdisch-stämmigen Profis erste Solidaritätsbekundungen. Bei einem Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen liefen die Profis des FC St. Pauli mit T-Shirts auf, die u.a. mit Nakis ehemaliger Rückennummer 23 bedruckt waren. Auf dem Spielberichtsbogen waren alle Spieler – mit Ausnahme zweier türkischer Spieler – mit dem Nachnamen Naki eingetragen. Der 1989 im nordrhein-westfälischen Düren geborene Stürmer hatte das Trikot des Kiezclubs von 2009-2012 getragen und in 71 Pflichtspielen 12 Treffer für die Hamburger erzielt.

Aus Deutschland in die Türkei

In der Saison 2012/2013 spielte Naki für den SC Paderborn in der zweiten Liga, ehe er in die Türkei wechselte. Dort spielte er zunächst für ein Jahr bei Gençlerbirliği Ankara. Seit 2015 spielt er für Amed SK in der dritten türkischen Liga. Der Verein aus der Provinzhauptstadt Diyarbakir ist der Betriebssportverein der einheimischen Stadtverwaltung und wird von dieser finanziell unterstützt.

Naki will bleiben

Bereits 2015 hatte sich Naki nach einem Pokalspiel gegen den türkischen Erstligisten Bursaspor zum türkisch-kurdischen Konflikt geäußert. Er wurde daraufhin vom türkischen Verband für zwölf Spiele gesperrt. In einem Interview mit der Tagesschau äußerte sich der Fußballer, der in der Jugend insgesamt 29 Länderspiele für Deutschland bestritten hatte: »Viele Freunde aus Deutschland raten mir, ich solle zurückkommen. Aber ich denke gar nicht daran abzuhauen. Ich habe nichts falsch gemacht. Ich möchte Frieden, egal welche Nationalität oder Religion die Menschen haben.« Dem ist dann wohl im Grunde nichts mehr hinzuzufügen. Getrennt in den Farben, in der Sache vereint.