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Zweite Bundesliga 2016/2017, 8. Spieltag
Freitag, 30.09.2016 – 18.30 Uhr
1.FC Nürnberg – Union Berlin 2:0 (1:0)

1:0 (45.) Kevin Möhwald
2:0 (83.) Cedric Teuchert

So langsam fängt es ja dann tatsächlich wieder an, Spaß zu machen. Der Club hat den Schwung aus dem Sieg in Bielefeld mitgenommen und konnte am frühen Freitagabend im Heimspiel gegen den bisherigen Tabellenzweiten Union Berlin erfolgreich nachlegen.

Möhwald und Teuchert treffen

Durch Tore von Kevin Möhwald kurz vor der Halbzeit und Cedric Teuchert, der kurz nach seiner Einwechselung in der 83. Minute traf, feierte der 1.FC Nürnberg den zweiten Sieg in Folge und zeigte dabei vor allem eins: Ist das nötige Selbstbewusstsein gekoppelt mit dem entscheidenden Quäntchen Glück vorhanden, kann die Mannschaft vom Valznerweiher auch in dieser Saison mit den Teams vom nördlichen Ende der Tabelle mithalten.

Die Gäste aus der Hauptstadt zeigten in den Anfangsminuten zwar deutlich, warum sie die letzten vier Ligaspiele gewonnen und seit sechs Spielen ungeschlagen waren und beherrschten zunächst sowohl Ball als auch Gegner, doch die Mannschaft von Alois Schwartz hielt im Gegensatz zu den Auftritten zu Anfang der Saison dieses Mal dagegen und fand über die angenommenen Zweikämpfe letztlich ins Spiel.

Zwei Ampelkarten

In die Karten spielte dem Glubb dabei in der Tat genau eine solche in gelb-rot. Unions Kristian Pedersen zeigte sich in Durchgang eins ein wenig übermotiviert und holte sich bereits in der 38. Minute nach überhartem Einsteigen gegen Club-Keeper Thorsten Kirschbaum die zweite gelbe Karte im Spiel ab. In der Konsequenz bedeutete dies natürlich die Ampelkarte und somit eine zahlenmäßige Überlegenheit des Clubs auf dem Spielfeld.

Eine Überzahl, die nicht lange Bestand haben sollte, denn auch Edgar Salli zeigte sich am Freitag leicht übermotiviert und unglücklich. Bei einem Konterversuch in der 42. Minute nahm der Kameruner die Arme und Hände etwas zu heftig zu Hilfe und da der Mann bei Schiedsrichter Daniel Schlager sowieso schon auf dem Zettel stand, sah der Nürnberger nur drei Minuten nach Unions Pedersen ebenfalls die gelb-rote Karte.

Die Führung noch vor der Halbzeit

Mit Zehn gegen Zehn ging es also weiter und zunächst schien es, als wollten beide Teams in der Halbzeitpause sich zunächst einmal neu sammeln. Dann aber fasste sich Kevin Möhwald ein Herz und zog kurz vor dem Seitenwechsel einfach mal aus der zweiten Reihe ab. Der Schuss saß und der Club ging mit einer Führung in die zweite Hälfte.

In dieser drehte die Mannschaft von Alois Schwartz zunächst mächtig auf. Allein Kevin Möhwald hatte in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel gleich zwei Mal das 2:0 auf dem Fuss. Als er in der 55. Minute allein auf Unions Tor zustürmte, scheiterte er jedoch an Union-Keeper Jakob Busk. Und auch eine Minute später konnte der Gästekeeer parieren, als Möhwald es mit einem gut platzierten Distanzschuss versuchte.

Erleichterung erst in der Schlussphase

Es dauerte letztlich also bis in die Schlussphase, ehe die Clubfans aufatmen konnten. Nachdem Union das Spiel in der zweiten Hälfte von Halbzeit zwei wieder besser in den Griff bekommen hatte, in Richtung Tor jedoch nur selten wirkliche Gefahr ausüben konnte oder an einem gut disponierten FCN-Keeper Kirschbaum scheiterte, wartete der Club geduldig auf Konterchancen.

Eine dieser Chancen führte dann in der Tat zum befreienden 2:0. Cedric Teuchert war in der 80. Minute eingewechselt worden und startete nach Pass von Dave Bulthuis in der 83. Minute durch, umkurvte schließlich FCU-Keeper Busk und schob zur Entscheidung ein.

Aufatmen im Frankenland

Das Aufatmen im Frankenland war bis nach Berlin zu hören. Der zweite Sieg in Folge bedeutete gleichzeitig den ersten Heimsieg der Saison. Der Knoten beim Club scheint also tatsächlich gelöst und die größte Aufgabe für Alois Schwartz wird nun sein, das Oberwasser über die Länderspielpause zu retten.

Die Mannschaft hat jedenfalls gezeigt, dass sie auch gegen gute Zweitligateams bestehen kann und es gilt nun, Konstanz in die eigene Leistung zu kriegen. Alois Schwartz kündigte entsprechend an, nun an den Automatismen im Team arbeiten zu wollen. Der Trainer weiß natürlich, dass er auch nach den zwei Siegen weiterhin auf Bewährung arbeitet. Noch hat er die Chance, die eigene Bilanz nach zehn Spieltagen zumindest ausgeglichen zu gestalten und man darf gespannt sein, wie Sportchef Andreas Bornemann dies dann bewertet, hatte er eine Überprüfung des Stands der Dinge doch genau nach diesen zehn Spieltagen angekündigt.

Wohin geht der Weg?

Eine ausgeglichene Bilanz ist für die Ansprüche eines 1.FC Nürnberg natürlich viel zu wenig. Dennoch wird man natürlich die besonderen Umstände berücksichtigen, wie die Bilanz zustande kam. Wichtig ist, dass die Tendenz nach oben zeigt. Wenn sie dies bis zum Ende der Saison weiter so tut, kann man Alois Schwartz nur gratulieren, dass er in letzter Minute das Steuer noch herum gerissen hat.

Eine weitere Schwächephase wird sich der Coach deshalb nicht erlauben dürfen. Erinnern wir uns an Valerién Ismaël. Auch der hatte mit zwei Siegen zwischenzeitlich ein kurzes Turnover geschafft. Im November war dann trotzdem Schluss, weil die Tendenz eben nicht von Dauer nach oben zeigte.

Wünschen wir Herrn Schwartz, wünschen wir aber vor allem dem 1.FC Nürnberg, dass es dieses Mal anders ist. Wünschen wir dem 1.FC Nürnberg, dass man am Ende einer dann doch noch erfolgreichen Saison im Mai 2017 zurückblicken und sagen kann: Und all das nach diesem katastrophalen Start.

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The Berlin Beat
Der Club konnte nachlegenÜber Zweikämpfe ins Spiel gefundenDas Tor in entscheidenden Situationen getroffenDas erste Mal in dieser Saison hinten zu Null
Die Ampelkarte von Edgar Salli darf nicht passieren
70%DER CLUB GEGEN UNION
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