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Zweite Bundesliga 2016/2017, 7. Spieltag
Sonntag, 25.09.2016 – 13.30 Uhr
Arminia Bielefeld – 1.FC Nürnberg 1:3 (1:0)

1:0 (42.) Sebastian Schuppan
1:1 (52.) Guido Burgstaller
1:2 (81.) Guido Burgstaller
1:3 (85.) Tim Matavz

In Ostwestfalen war es am Sonntag dann endlich weit: Erst wackelte er, der vielzitierte Bock, und am Ende fiel er dann tatsächlich um. Der Bock des ersten Sieges ist umgestoßen. dem Club gelingt in Bielefeld ein Befreiungsschlag. Mann des Spiels und damit Herr des ersten Saisonsiegs: Guido Burgstaller.

Burgstaller für Leibold

Nach der Derbypleite gegen F**** musst Trainer Alois Schwartz aufgrund einer Verletzung umstellen. Für Tim Leibold stand Guido Burgstaller wieder in der Startelf. Der Österreicher sollte dem Spiel seinen Stempel aufdrücken – und zwar zunächst in negativer Hinsicht. Nachdem der 1.FC Nürnberg in der Anfangsphase das klar besserer Team auf der Bielefelder Alm war, jedoch zum wiederholten Male keinerlei zählbare Erträge aus der optischen Überlegenheit schlagen konnte, bot sich dem Mann mit der Rückennummer neun die große Gelegenheit in der 40. Minute. Hanno Behrens war im Strafraum der Arminen gefoult worden und Schiedsrichter Markus Schmidt entschied folgerichtig auf Elfmeter. Das, was Burgstaller dann jedoch vom Punkt zeigte, war eher eine Rückgabe als ein ernst zu nehmender Stafstoß. Dem mitgereisten Anhang schwante nach Vergeben des Elfmeters erneut Böses – und wurde prompt bestätigt.

Mit Rückstand in die Pause

In der 42. Minute stellte Sebastian Schuppan den Spielverlauf auf den Kopf, als er eine Ecke von Stephan Salger aus kurzer Distanz einnickte. Wie schon die Westvorstädter am Dienstag benötigte Bielefeld keinen großen Anlauf, sondern brachte die Lederkugel praktisch mit dem ersten gelungenen Angriff im Nürnberger Netz unter. Auch das Resultat war dasselbe: Der Club ging mit einem 0:1 in die Pause, obwohl man eben über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft war.

Burgstaller dreht das Spiel

Dem unglücklichen Elfmeterschützen war es jedoch in Halbzeit zwei dann letztlich zu verdanken, dass die mitgereisten Clubfans ihren sonntäglichen Ausflug nicht zu bereuen brauchten. Nur sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff mangelte es dem Österreicher trotz des Lapsus aus Hälfte eins nicht an Selbstbewusstsein, eine Flanke von Kevin Möhwald am langen Pfosten direkt zu nehmen und so den Ausgleich zu markieren.

Nur weitere fünf Minuten später schickte Schiedsrichter Schmidt Bielefelds Torschützen Schuppan mit der Ampelkarte vom Feld und ließ die Nürnberger Fußballer damit Morgenluft in Sachen erstem Saisonsieg wittern. Entsprechend folgten die Chancen, die Burgstaller in der 60. und Tim Matavz in der 66. Minute jedoch vergaben. Burgstaller scheiterte auch in der 75. Minute noch einmal nach einem Klasse-Solo.

Happy-End für den Club

Das Happy-End hatte der Österreicher dann aber doch für sich. Matavz verlängerte eine Ecke von Möhwald und Burgstaller stand am zweiten Pfosten in der 81. Minute genau richtig. Das Spiel war gedreht und vier Minuten später setzte Matavz dem Ganzen nach mustergültigem Konter, der vom eingewechselten Cedric Teuchert eingeleitet worden war, das Sahnehäubchen auf.

Der FCN gewinnt in Bielefeld mit 3:1 und selbstredend war der Jubel nicht nur in der Gästekurve der Schüco-Arena, sondern auch in der Mannschaft groß. Der Bock wurde endlich umgestoßen, der erste Saisonsieg eingefahren. Der von Trainer Alois Schwartz schon vorher so oft strapazierte »Schritt in die richtige Richtung« war dieses Mal auch endlich im Endergebnis sichtbar.

Knoten gelockert oder gelöst?

Dennoch bleibt der »Schritt« in die richtige Richtung eben genau dies: Ein »Schritt«! Ein einziger, kleiner Schritt in die richtige Richtung – nicht mehr, nicht weniger. Das Ziel liegt auch nach diesem einen Schritt nach wie vor in weiter Ferne. Viele richtige Schritte werden also folgen müssen, um nicht schon in einer Woche wieder vor einem Bock zu stehen, den es umzuschmeissen gilt. Dem ersten Schritt auf der Alm muss am Freitag gegen Union der zweite Schritt folgen. Erst dann kann man sagen, ob die Richtung wirklich stimmt. Der Sieg in Bielefeld war mit Sicherheit ein Befreiungsschlag und mag in den Köpfen der Spieler so manchen Knoten gelockert haben. Ob sich die Knoten wirklich gelöst haben, wird man am Freitag gegen Union sehen.

Bei aller Freude nämlich über den Sieg in Ostwestfalen: Arminia Bielefeld präsentierte sich am Sonntag in sehr schwacher Verfassung und darf im Grunde für eine Mannschaft mit Ambitionen in Richtung obere Tabellenhälfte kein Prüfstein sein. Ganz anders sieht es da mit den Berlinern aus. Am Freitag wird die Mannschaft von Alois Schwartz zeigen müssen, was in ihr steckt – sonst wird aus dem Befreiungsschlag ruckzuck ein Strohfeuer.

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Befreiung in Bielefeld
Der Club war über weite Strecken spielbestimmendEndlich wurden Chancen auch mal genutztMan hat das Spiel gedreht
Gegen stärkere Gegner gehen Spiele mit verschossenem Elfmeter und promptem Gegentor verloren
50%DER CLUB IN BIELEFELD
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