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Wenn man schon mal in Österreichs Hauptstadt ist, ist ein Besuch bei Rapid Wien für jeden Clubfan im Grunde Pflicht. Erst Recht, wenn die neue Saison startet – und das im neuen Stadion.

Die Nordkurve im Osten?

Man stelle sich das als Clubfan nur mal vor. Der geliebte FCN baut ein neues Stadion und die neue, größere Arena am bisherigen Standort schlicht keinen Platz hat, kommen die Architekten auf die Idee und drehen das Ganz um 90 Grad. Dort wo heute die Nordkurve ist, wäre dann die Haupttribüne und entsprechend würde die eigene Kurve dann entweder in den Westen oder den Osten wandern.

Den Fans von Rapid Wien ist genau dies passiert. Wo man früher also im Westblock stand, sitzen nun die VIPs und nippen an ihrem Champagner. Noch dazu holte man sich als Namensgeber für das Stadion einen Versicherungskonzern an Bord, der sich sein Engagement etwas südlich von Nürnberg schon Unsummen kosten lässt.

Die Rapid-Marie

Den Eventfans mag das alles gefallen. Sie freuen sich sicherlich auch, dass man im neuen Stadion kein Bargeld mehr braucht, sondern nur noch mit einer Plastikkarte mit der schönen Bezeichnung Rapid-Marie bezahlen kann. Alles ist durchorganisiert, alles den Bedürfnissen der Geldbringer angepasst. Doch wie mag sich der Fan auf den Stehrängen fühlen?

Sagen wir es so: Der Stimmung nach außen hat all dies keinen großen Abbruch getan. Zumindest im ersten Pflichtspiel im neuen Stadion gegen Ried tönte, sang, tanzte und feuerte der Westblock gewohnt lautstark und farbenfroh an – auch wenn man nun im Grunde Richtung Süden steht. Wie es in jedem Einzelnen aussieht, kann man als kurzzeitiger Gast sowieso nur erahnen. Der größte Teil der Rapid-Fans scheint den Support der eigenen Mannschaft jedoch über alle Widrigkeiten zu stellen.

Hoher Sieg zum Auftakt

Der Fußballmannschaft des österreichischen Vize-Meisters der letzten drei Jahre zeigte, dass sie sich in der neuen Spielstätte auf Anhieb wohl fühlt. Zur Stadion-Eröffnung besiegte man im ersten Spiel im neuen Stadion in der Saisonvorbereitung immerhin den FC Chelsea mit 2:0. Und auch im ersten Pflichtspiel zeigte Rapid Wien dem Gast gleich deutliche Grenzen auf: Der SV Ried wurde klar und deutlich mit 5:0 geschlagen.

Der Auftakt im neuen Stadion ist also geglückt und man darf gespannt sein, wie sich das Verhältnis der Fans zum neuen Spielort in den kommenden Monaten und Jahren entwickelt. Auch mit dem alt-ehrwürdigen Gerhard-Hanappi-Stadion hatte man nach über 60 Jahren auf der Pfarrwiese zunächst so seine Probleme. Und dass St. Hanappi mit den Jahren zu klein geworden war, darüber war man sich schließlich auch in Fankreisen durchaus einig.

Für die Fans von Rapid Wien ist es also nicht der ersten Umzug in ein neues Stadion. Auch jeder Clubfan weiß, dass der 1.FC Nürnberg nicht immer im Max-Morlock-Stadion gespielt hat. Schauen wir also nach Wien, wie sich die Sache entwickelt. Ideen, dass auch der FCN ein neues Stadion braucht, tauchen schließlich auch immer mal wieder auf.