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Es gibt ja so Platten, die muss man erst ein paar Mal hören, ehe sie sich im Ohr festsetzen und ihre volle Sogkraft entwickeln. Die neue CD von Biffy Clyro gehört allerdings definitiv nicht zu diesen Platten. Seit zwei Wochen laufen die 13 Songs des neuen Albums hier nun schon hoch und runter, eine echte Sogwirkung hat bisher allerdings noch nicht eingesetzt.

Handwerklich guter Rock

Das darf man nun auch nicht unbedingt falsch verstehen. Ellipsis ist durchaus eine gute Platte. Aber eben auch nicht mehr. Sie ist kein Meisterwerk, kein Meilenstein. Sie ist ganz einfach handwerklich guter Rock ohne große Überraschungen. Der ein oder andere Song mag sich da aufgrund seinen Lalala-Refrain auch durchaus im Gehörgang festsetzen, neue musikalische Horizonte öffnen sich dem Hörer dabei allerdings bestimmt nicht.

Das mag den ein oder anderen Fan der Band enttäuschen, hatten die Schotten mit Opposites vor drei Jahren doch ein Album vorgelegt, an dem es kein Vorbei gab. Die Doppel-CD sorgte verdientermaßen für den endgültigen Durchbruch des Trios aus Ayrshire. Fast 20 Jahre nach Gründung der Band hatten Simon Neil und seine beiden Mitstreiter den optimalen Mittelweg zwischen rotzenden Gitarren und eingängigen Gesangsmelodien gefunden. Alternative Rock eroberte plötzlich den Mainstream.

Keine Experimente

Das Problem von Ellipsis ist nun, dass das Alles zu sehr nach dem Vorgänger klingt. Biffy Clyro halten an ihrem Erfolgsrezept fest und weichen keinen Millimeter davon ab. Experimente? Bloß nicht!

Dies mag in Sachen kommerziellem Erfolg der einfachere Weg sein – ob es auch der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Auf Dauer werden Biffy Clyro wieder etwas mehr Kreativität an den Tag legen müssen als bei den Aufnahmen zu Ellipsis. Die Verkaufszahlen mögen ihnen momentan zwar Recht geben, doch fragen wir in Sachen Verkaufszahlen doch mal bei U2 nach, wie das so ist, wenn man ewig die gleiche Musik abliefert.

Die Latte hängt hoch

Das mag nun alles doch recht negativ klingen und so schlecht ist Ellipsis mit Sicherheit nicht. Wahrscheinlich wären unzählige anderer Bands froh darüber, wenn sie das Niveau der neuen Clyro-Scheibe auch nur annähernd erreichen würden. Man wird jedoch immer an den Maßstäben gemessen, die man selbst gesetzt hat und da haben Biffy Clyro die Latte in den letzten Jahren eben sehr hoch gelegt. Dass sie mit dem neuen Album nun knapp unter dieser Latte durchgesprungen sind, mag nur dem aufmerksamen Beobachter auffallen. Aber immerhin: Die Latte liegt ja noch und eine Band, die sich selbst 20 Jahre Zeit für den großen Durchbruch gibt, wird wissen, wie man das nächste Mal dann wieder drüber springt.

Biffy-Clyro-Ellipsis

Biffy Clyro: Ellipsis
Handwerklich gut gemachter RockEingängige Gesansmelodien und Refrains
Der Mut zum Risiko fehtlIm Ganzen zu glatt geschliffenFehlende Experimentierfreude
68%Gesamt
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