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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 24. Spieltag
[Dienstag, 01.03.2016] SV Sandhausen – 1.FC Nürnberg 0:2 (0:1)

Nur wenige Tage nach dem Derby und als noch immer frischer und noch lange amtierender Derbysieger hat der 1.FC Nürnberg auch in Sandhausen den maximalen Punkteertrag eingefahren und die eigene Serie auf nun 14 Spiele ohne Niederlage ausgebaut. In einem Spiel mit wenigen Höhepunkten haben sich die Gäste auf das Wesentliche konzentriert und gezeigt, dass auch in den verbleibenden zehn Spielen der Saison jederzeit mit ihnen zu rechnen ist. Wäre die Phrase nicht inzwischen zu abgedroschen, man könnte vom berühmten »Im Stile einer Spitzenmannschaft…« sprechen. Die Abgeklärtheit, mit der die Mannschaft von René Weiler am Hardtwald aufgetreten ist, lässt inzwischen eine klare Handschrift des Schweizer Trainers erkennen. Dieser hatte schon vor dem Spiel in Düsseldorf auf die harten Tage hingewiesen, die seinem Team bevorstehen und wollte dies dennoch nicht als Entschuldigung gelten lassen. Entsprechend Kräfte sparend, aber dennoch mit klarem Ziel vor Augen, traten die Clubberer in Sandhausen auf. Der Unterschied zu früher: Hatte man noch vor Jahresfrist oft genug den Eindruck, dass die Männer in rot-schwarz vor allem Niederlagen verhindern wollen, war auch nach den kräftezehrenden Spielen im Rheinland und gegen die Westvorstadt am späten Dienstagnachmittag jederzeit zu merken, dass der Sieger nach 90 Minuten nur einen Namen tragen würde: 1.FC Nürnberg.
Schlechthin werden solche Spiele gerne als Arbeitssieg abgetan, doch gerade diese Duelle sind es, die am Ende einer Spielserie den Unterschied machen werden. Eine Mannschaft mit ambitionierten Zielen gibt auch dann keinen Zentimeter Boden nach, wenn der eigene Kräfteakku bereits kurz vor dem roten Bereich steht.
Dass es in Sandhausen an diesem Dienstag keinen fußballerischen Leckerbissen geben würde, war jedem nur halbwegs intelligenten Fan klar, noch ehe die Mannschaften auch nur das Stadion erreicht hatten. Wer schon vor der Saison drei Minuspunkte auf dem Konto hat, der hat kein Interesse an Schönspielerei, sondern besinnt sich auf die Arbeit des Fußballers um die eigene Existenz in Liga zwei. Und genau dies wusste natürlich auch René Weiler und ließ seine Mannschaft genau an diesem Punkt einsteigen. An diesem Dienstag zählen keine Ballstaffetten und kein Mensch wird sich an gelungene Dribblings auf tiefem Geläuf erinnern. Am Ende wird dieses Spiel eine Randnotiz in einer hoffentlich unter dem Strich erfolgreichen Saison bleiben. Und bei einer Randnotiz interessiert letztlich nur eins: Das Ergebnis.
Die Devise hieß also: Hinten dicht und dann schauen wir mal, was vorne passiert. Eine Devise, an die sich letztlich beide Mannschaften zunächst hielten und die als Parole von den Gastgebern im Grunde erst mit dem Rückstand in der 40. Minute aufgegeben wurde. Hanno Behrens hatte Guido Burgstaller rechts in den Strafraum geschickt und nachdem der Ball schließlich bei Kevin Möhwald im Angriffszentrum gelandet war und dieser flach abgezogen hatte, brauchte Derbyheld Niclas Füllkrug letztlich nur den Fuß hinzuhalten, um zur Weichenstellung in Richtung Auswärtssieg zu treffen.
Der SV Sandhausen war nun in Durchgang zwei gezwungen, das Spiel zu machen und nahm die Aufgabe auch durchaus an. Indes: Wirklich gefährlich wurde es für den Club im Grunde nur ein einziges Mal, als Aziz Bouhaddouz nach einer Flanke Ranisav Jovanovic in der 64. Minute plötzlich völlig frei vor dem Nürnberger Gehäuse auftauchte, dem Spielgerät im Endeffekt jedoch nicht genug Tempo mitgeben konnte, um es an Raphael Schäfer vorbeizubringen. Der Keeper schnappte sich den Ball und spätestens als Philipp Klingmann in der 79. Minute von Schiedsrichter Harm Osmers die Ampelkarte sah und sich vorzeitig in die Dusche verabschiedete, war klar, welches Team sich hier und heute zum Sieger küren würde.
Der eingewechselte Danny Blum unterstrich diesen Anspruch in der 84. Minute durch einen trockenen Schuss aus halbrechter Position ins lange Toreck und wären da nicht die jeweils fünften Gelben Karten, die für Miso Brecko und Tim Leibold eine Sperre im kommenden Spiel gegen Kaiserslautern bedeuten, man könnte auf Nürnberger Seite von einem rundum gelungenen Abend sprechen. Dennoch: Die Abgeklärtheit von René Weiler und seinem Team lässt einem als Clubfan das gute Gefühl, dass man auch für die Gesperrten gute Kompensation finden wird und dass auch am kommenden Freitag der Sieger nur einen Namen tragen wird: 1.FC Nürnberg.
Gesetzt den Fall, dass René Weiler nicht unnötig umstellt, ist das Spiel gegen die Roten Teufel am Freitag dann übrigens für Patrick Erras das 15. Spiel in der Startformation. Und ebenfalls gesetzt den Fall, das Spiel geht nicht verloren, wäre es das 15. Spiel für den Youngster ohne Niederlage. Drücken wir ihm die Daumen – am besten vielleicht, dass der defensive Mittelfeldmann im Club-Dress in nicht allzu ferner Zukunft ungeschlagen zum Bundesliga-Profi wird.