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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 21. Spieltag
[Montag, 15.02.2016] 1.FC Nürnberg – VfL Bochum 1:1 (0:0)

Es war die große Chance nach der Steilvorlage durch den SC Freiburg am Sonntag. Durch die Niederlage der Badener im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf bot sich der Mannschaft von René Weiler am Montagabend die Gelegenheit, durch einen Heimsieg gegen den VfL Bochum an Freiburg vorbeizuziehen und die restliche Saison von einem direkten Aufstiegsplatz aus anzugehen. Nun, aus dem Vorhaben wurde nichts und seit dem Abpfiff der Partie von Schiedsrichter Daniel Siebert schaut man nun in unentschlossene Gesichter, die mit sich selbst diskutieren: War das nun ein Punktgewinn oder ein Punktverlust gegen die Mannschaft von Ex-FCN-Trainer Geertjan Verbeek?
Glaubt man den direkt Beteiligten aus Mannschaft und Trainerstab, war das 1:1 gegen die Ruhrpottkicker ein Punktgewinn. Man hat den Rückstand auf den SC Freiburg auf einen Punkt verringert und da auch RB Leipzig an diesem Wochenende auf Sankt Pauli verloren hat, ist sogar die Tabellenspitze wieder einen Zähler näher gerückt. Auch die Verfolger aus Hamburg, Bochum und Braunschweig konnte man weiter auf Abstand halten.
All dies mag stimmen und dennoch bleibt im Hinterkopf dann eben doch die verpasste Gelegenheit, an Freiburg vorbeizuziehen und den Aufstieg damit erstmals in dieser Saison in den eigenen Händen zu halten. Ein Szenario, dass jedoch spätestens beim Blick auf die Anzahl der noch zu absolvierenden Spieltage mit Sicherheit verblasst. Oder glaubt wirklich jemand daran, dass der 1.FC Nürnberg bis zum Saisonende alle 13 ausstehenden Spiele gewinnt? Nun, wer ernsthaft daran glaubt, dem sei an dieser Stelle gesagt: Wenn der Glubb das schafft, gehört er am Ende trotz des Unentschiedens gegen Bochum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den zwei Teams, die in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga spielen werden. Denn so viel ist sicher: Der SC Freiburg wird in dieser Saison weitere Spiele verlieren. Wer mit zwei Niederlagen in Folge ins neue Jahr startet, schüttelt das nicht mal eben aus den Klamotten, sondern wird sich das Selbstvertrauen einer Spitzenmannschaft erst nach und nach wieder erarbeiten müssen.
Dass es beim FCN an diesem Selbstvertrauen nicht mangelt, hat man im Spiel gegen den VfL Bochum gesehen. Nachdem die Partie zunächst einem zwar temporeichen, doch chancenarmen Rasenschach glich, bei der die Teams zweier Taktikfüchse aufeinandertrafen, kam erst mit dem Führungstreffer der Gäste durch Marco Terrazzino in der 66. Minute wirklich Fahrt ins Geschehen auf dem grünen Geläuf. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit, hätte ein solcher Gegentreffer die Mannschaft von René Weiler aus dem Konzept gebracht und das Spiel wäre am Ende verloren gegangen. Nicht so der Glubb im Februar 2016. Es dauerte nach dem Rückstand keine zwei Minuten, bis Guido Burgstaller mit einem satten Knaller aus spitzem Winkel Gästekeeper Manuel Riemann zu einer Glanzparade zwang. In der 74. Minute scheiterte schließlich Hanno Behrens am VfL-Torhüter, der dann wiederum nur eine Minute später keine Abwehrmöglichkeit hatte, als Partick Erras sich nach einer Ecke von Sebastian Kerk in die Luft schraubte und unbedrängt zum Ausgleich einköpfte.
Auf der anderen Seite hatte dann Bochum durch Thomas Eisfeld in der 76. Minute noch einmal die Möglichkeit, den knappen Vorsprung wieder herzustellen, doch auch der FCN hatte noch Möglichkeiten, letztlich drei Punkte einzufahren. Tim Hoogland konnte in Minute 77 jedoch auf der Linie klären und Niclas Füllkrug hatte in der 86. Minute Pech, dass er bei seinem Abschluss aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf.
Es blieb also bei einem unter dem Strich gerechten 1:1-Unentschieden, das beim Club für weitere Erkenntnisse sorgte: Man ist mit Sicherheit noch nicht so weit, dass man Ball und Gegner so weit kontrolliert, dass am Spielende stets drei Punkte auf der Habenseite stehen. Gleichzeitig ist man in der Entwicklung mittlerweile so weit, dass kleine Rückschläge, die es immer wieder geben wird, die Mannschaft nicht mehr aus dem Konzept bringen, sondern ruhig und konzentriert weiter arbeiten lassen. Insgesamt ist man nun seit elf Spielen ungeschlagen und auch wenn René Weiler in einem Interview sagte, dass es ihm zwar durchaus recht gewesen sei, dass die Fortuna aus Düsseldorf drei Punkte aus Freiburg entführt habe, er aber gleichzeitig fürchte, dass eben jene Fortuna nun beim kommenden Heimspiel gegen den Club vor Selbstbewusstsein nur so strotze, sollte man beim Glubb inzwischen durchaus auch auf das eigene Selbstbewusstsein setzen. Dem Schweizer Trainer sei an dieser Stelle einfach mit auf den Weg gegeben, dass sein Team inzwischen auch auswärts eine echte Macht ist. Den letzten Gegentreffer auf fremdem Platz gab es schließlich in der 58. Minute der Partie bei Union Berlin – und das war – wer weiß es? – am 7. November 2015. Lange her…