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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 20. Spieltag
[Samstag. 06.02.2016] TSV 1860 München – 1.FC Nürnberg 0:1 (0:1)

Einen Auftakt nach Maß erlebte der 1. FC Nürnberg im ersten Spiel des Jahres 2016 vor beeindruckender Kulisse in der Münchener Allianz Arena. Rund 15.000 Fans aus Nürnberg waren nach München gefahren, um ihre Mannschaft zu unterstützen und erlebten vor allem einen Raphael »Magneto« Schäfer in Höchstform, der bei bestem Fußballwetter dafür sorgte, dass die Mannschaft von René Weiler am Ende die drei Punkte für sich verbuchen konnte und in der Liga damit den sechsten Sieg in Folge feiern durfte. Als nüchterner Betrachter des Geschehens muss man jedoch konstatieren, dass sich der Auftakt nach Maß in erster Linie auf das Ergebnis unter dem Strich bezieht. Spielerisch hatte der Club am Samstag noch viel Luft nach oben und letztlich eine gute Portion des Glückes aufgebraucht, dass er sich durch gute Leistungen vor der Winterpause erarbeitet hatte. Mit dem TSV 1860 München hatte man an diesem Nachmittag einen Gegner, der an dem ungeschriebenen Gesetz verzweifelte, dass es Mannschaften, die tief unten im Schlamassel stecken, oft doppelt schwer haben. Wäre Raphael Schäfer nicht vom Anpfiff weg hoch konzentriert gewesen – oder wäre Schäfer gar ein Thorsten Kirschbaum gewesen – die Löwen hätten schon nach drei Minuten mit 2:0 in Führung liegen können. Auch ein 3:0 oder gar 4:0 nach einer Viertelstunde wäre möglich gewesen, doch Schäfer hielt den FCN mit Weltklasse-Paraden im Spiel.
Zum Stile einer Spitzenmannschaft zumindest in Liga zwei gehörte dann die Art und Weise wie die Männer in rot-schwarz mit den Glanzleistungen ihres Keepers umgingen. »Wenn uns der Keeper hinten sauber hält, schenken wir ihm vorne wenigstens das 1:0«, schienen sich Schäfers Vorderleute gedacht zu haben und setzten das eigene Vorhaben praktisch mit der ersten eigenen Torchance in die Tat um.
Guido Burgstaller trieb in der 23. Minute einen schnellen Angriff nach vorne und hätte sich auf der linken Seite fast schon festgespielt, als der entscheidende Pass in die Mitte doch noch kam. Dort nahm Patrick Erras aus etwa 20 Metern Maß und zirkelt die Lederkugel unhaltbar für Löwenkeeper Stefan Ortega ins linke obere Toreck. Mit der knappen Führung im Rücken bekam der Club das Geschehen auf dem Spielfeld zunächst etwas besser in Griff, ohne dabei jedoch zu überzeugen. Zwei weitere Torchancen durch Ruben Okotie in der 30. Minute und Michael Liendl eine Minute später konnten nicht verhindert werden, wurden jedoch erneut von Schäfer bestens pariert. Gefährlich für die Löwen wurde es vor der Pause nur noch einmal. Niclas Füllkrug setzte eine Brecko-Flanke in der 43. Minute hauchdünn neben das Tor.
In Durchgang zwei zeigte der Club dann zunächst deutlich mehr Initiative, blieb im Großen und Ganzen jedoch ungefährlich. Auch die Gastgeber schienen ihr Pulver allmählich verschossen zu haben und kamen erst zu Beginn der Schlussviertelstunde noch einmal zu einer großen Möglichkeit. Okotie vergab jedoch erneut kläglich. Auf der anderen Seite hätte Burgstaller in der 84. Minute alles klar machen können. Der Österreicher traf jedoch das leere Löwen-Tor nicht und so musste der Gast aus Franken bis zum Schluss zittern. Nachdem 60er-Neuzugang Sascha Mölders FCN-Keeper Schäfer wenige Minuten vor Schluss nicht einmal überwinden konnte, als dieser praktisch schon geschlagen bereits auf dem Boden lag, keimte bei den Clubfans mehr und mehr die Gewissheit, dass der knappe Vorsprung über die Zeit gerettet werden kann.
So war es dann auch und als der Schlusspfiff schließlich nach vier Minuten Nachspielzeit ertönte, war auf Seiten des Clubs nicht nur die Erleichterung groß, sondern auch die Gewissheit vorhanden, dass man inzwischen auf der Sonnenseite des Fußballglücks steht. Auf der Sonnenseite eines Fußballglücks, dass man sich seit Oktober letzten Jahres hart erarbeitet und somit uneingeschränkt verdient hat. In der Vorsaison und auch zu Beginn dieser Spielzeit noch, hätte man seine Uhr danach stellen können, wann der Ausgleich letztlich doch noch gefallen wäre. Dass er nun am Samstag nicht mehr gefallen ist, nährt die Hoffnung, dass die Mannschaft sich endlich gefunden hat und die eigenen Kräfte inzwischen gut einteilen kann. Am kommenden Spieltag gegen den VfL Bochum darf die Mannschaft von René Weiler dann gerne unter Beweis stellen, dass ihr dies auch gegen direkte Verfolger gelingt.