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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

DFB-Pokal 2015/2016, Achtelfinal
[Mittwoch, 17.12.2015] 1. FC Nürnberg – Hertha BSC Berlin 0:2 (0:1)

Als Clubfan aus Berlin fällt es gegen die Hertha natürlich besonders schwer, Niederlagen einzustecken. Dennoch muss man auch den Sportsgeist mal walten lassen und zugeben: Die Hertha im Dezember 2015 ist nicht die Kragenweite des 1.FC Nürnberg. Und so kam es, wie es – trotz aller immer vorhandenen und oft nur schwer zu erklärenden Hoffnungen – kommen musste: Das Achtelfinale gegen den Hauptstadtclub war Endstation im DFB-Pokal für den Club. Immerhin: So weit war der 1.FC Nürnberg seit 2012 nicht gekommen.
Die Mannschaft von René Weiler hat sich am Mittwochabend teuer verkauft und es dem aktuellen Dritten der Fußball-Bundesliga so schwer wie möglich gemacht. Am Ende stieß man an die Grenzen, die den Unterschied zwischen Platz drei in Liga eins und Platz drei in Liga zwei ausmachen. Unsere Stürmer mussten anerkennen, dass es bessere Verteidiger gibt als die, auf die sie jedes Wochenende in ihrer Spielklasse treffen. Und unsere Verteidiger mussten eben einsehen, dass selbst die besten Zweitligastürmer nicht an die Qualität heranreichen, die es im Tabellen-Norden der deutschen Fußball-Beletage gibt. Kurz und gut: Unsere Jungs haben sich Mühe gegeben, ihr Können ohne Abstriche abgerufen, doch gegen die individuelle Qualität von Salomon Kalou und seinen Mitstreitern hat es eben nicht gereicht. Zwei Mal waren Hertha-Spieler im entscheidenden Moment schneller am Ball als ihre Gegenspieler und so stehen nach Toren von Vladimir Darida in der 32. Minute und Anthony Brooks in der 65. Minute eben am Ende zwei Treffer auf der falschen Habenseite.
Für den Club heißt es: Mund abwischen und am Samstag in der Liga Rang drei verteidigen. DFB-Pokalsieger wäre man – bei realistischer Betrachtung der noch im Wettbewerb vertretenden Mannschaften – wahrscheinlich genauso wenig geworden, wie es der heutige Gegner am Ende schaffen wird.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Es hätte so ein schöner Abend werden können. Flutlichtspiel unter der Woche, ein Gegner gegen den man besonders gerne gewinnt und noch dazu sogar die Zeit, live im Stadion dabei zu sein. Nun ja, am Ende wurde es ein Abend, der wahrscheinlich nicht lange hängen bleiben wird. Als Clubfan aus Berlin denkt man sowieso viel lieber an die letzten drei Spiele des 1. FC Nürnberg im Berliner Olympiastadion. Die wurden nämlich allesamt gewonnen!