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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 17. Spieltag
[Freitag, 04.12.2015] 1. FC Nürnberg – SC Paderborn 2:1 (1:0)

Als Clubfan war man es zumindest in den letzten beiden Jahren stet gewöhnt, dass nach jedem Schritt vorwärts auch wieder mindestens ein Schritt rückwärts folgt. Seit dem Abstieg in die zweite Liga sucht sich eine neue Mannschaft und nun endlich darf man das Gefühl haben, dass sie sich gefunden hat. Zum dritten Mal in Folge hieß die Ausbeute nach dem Spiel nun: Drei Punkte. Da konnte auch der prominente Trainer des Gegners aus Paderborn nichts dran ändern. Zwar fiel der Sieg am Ende bei weitem nicht so deutlich aus, wie noch am letzten Wochenende auf Sankt Pauli, doch erzählt das knappe Ergebnis, dass gegen die Ostwestfalen am Ende unter dem Strich steht, keineswegs von der Überlegenheit, mit der der 1.FC Nürnberg weite Stecken des Spiels bestritt. Im Grunde gab es nie einen Zweifel daran, wer das Stadion am Ende als Sieger verlässt.
Mit dem Rückenwind des Auswärtssieges übernahm die Mannschaft von René Weiler mit dem Anpfiff das Kommando auf dem grünen Rasen, übte sich gleichzeitig jedoch auch in Geduld. Man hatte das Heft des Handelns in der Hand, kreierte jedoch nur wenige Torchancen. Allessandro Schöpf scheiterte in der 18. Minute knapp an SCP-Keeper Lukas Kruse und Tim Leibold verzog seine Direktabnahme in der 32. Minute nur knapp am Tor vorbei.
Bis die Clubfans dann jedoch endlich jubeln durften, sollte es nur noch zwei Minuten dauern. Niclas Füllkrug legte sich in der 34. Minute den Ball zu einem Freistoß aus halblinker Position zurecht, zielte genaue und zirkelte die Lederkugel schließlich über die Mauer genau und unhaltbar in den Winkel. Der Bann war gebrochen und Schöpf hätte nur vier Minuten später beinahe noch das 2:0 vor der Pause nachgelegt.
Auch nach dem Seitenwechsel war es Schöpf mit der ersten Chance. In der 49. Minute zwang der Österreicher Padersborns Kruse mit einem Flachschuss zu einer Glanzparade. Der Club schaltete in der Folge einen halben Gang zurück und da den Gästen aus Paderborn nicht wirklich etwas einfiel, die sattelfeste Nürnberger Deckung in Verlegenheit zu bringen, verflachte die Partie zusehends. In der 73. Minute startete Tim Leibold dann im Mittelfeld, um endlich auch ergebnistechnisch für klare Verhälntnisse zu sorgen. Aus 16 Metern zog Leibold nach einem Alleingang wuchtig ab, Kruse bekam die Hände zwar noch an den Ball, konnte diesen jedoch nur noch an den Innenpfosten lenken, von wo er im Netz landete.
Es stand 2:0 und die Sache war gelaufen. Kevin Möwald in der 75. Minute und Guido Burgstaller in der 75. Minute hätten sogar noch auf 3:0 erhöhen können, scheiterten jedoch knapp. Und so fiel dann in der 89. Minute noch der Anschlusstreffer für die Gäste, der den Sieg der Gastgeber dennoch nicht mehr in Gefahr brachte. Die Männer von René Weiler spielten den Vorsprung letztlich clever über die Zeit und rutschten mit dem Sieg nun zumindest bis zum Sonntag auf den Relegationsplatz vor. Ein fast schon versöhnlicher Abschluss der Hinrunde, der – egal, ob Braunschweig und/oder der FC St. Pauli am Sonntag noch wieder am Glubb vorbeiziehen – für die Rückrunde alle Möglichkeiten offen hält. Diese Mannschaft, wie sie sich in den letzten Spielen gezeigt hat, kann und wird oben mithalten können. Die Frage bleibt allein: Wie oft kriegen wir in der Rückrunde eben genau diese Mannschaft zu sehen? Wie sehr hat sich das Team inzwischen stabilisiert und was passiert beim ersten Rückschlag?
Wie gefestigt dieses junge Team inzwischen ist, kann es schon am kommenden Wochenende zeigen, wenn es zum Rückrundenauftakt zu Hause gegen den SC Freiburg geht. Gewinnt man dieses Spiel, kann man den Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze noch vor Weihnachten auf fünf Zähler reduzieren. Ein Rückstand, den man vor zwei Wochen auch auf Platz drei noch hatte…