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2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 14. Spieltag
[Samstag, 07.11.2015] Union Berlin – 1. FC Nürnberg 3:3 (1:1)

Nach zwei torlosen Unentschieden in Folge in der Liga, hat der Glubb seinen Fans beim Gastspiel in der Hauptstadt ein wahres Tor-Feuerwerk geboten. Der erhoffte Befreiungsschlag in Form eines Sieges kam am Ende leider nicht dabei heraus. Dennoch konnten Allessandro Schöpf und seine Mitspieler erneut beweisen, dass das kämpferische Element in der Mannschaft stimmt und die Moral intakt ist.
Gerade einmal fünf Minuten waren in der Alten Försterei gespielt, da jubelte der Nürnberger Anhang bereits. Tim Leibold hatte von rechts geflankt, Hanno Behrens war mit der Hacke dran und da Union-Verteidiger Toni Leistner ebenfalls noch am Ball war und ihn abfälschte, hieß es in Berlin früh 0:1. Beste Voraussetzungen also mal wieder, aus denen der Glubb dann jedoch zu wenig machte. Zwar hatte Schöpf in der neunten Minute die gute Möglichkeit nachzulegen, verpasste diese Chance jedoch ebenso, wie es die ganze Mannschaft verpasste, den Rückenwind der frühen Führung in zählbare Ergebnisse umzuwandeln. Im Gegenteil: Ein individueller Fehler von Thorsten Kirschbaum ermöglichte in der 21. Minute den Ausgleich, der quasi aus heiterem Himmel fiel. Christopher Trimmel hatte aus dem Hintergrund flach abgezogen, FCN-Keeper Kirschbaum ließ den Schuss nach vorne abprallen, wo Bobby Shou Wood genau richtig stand und abstauben konnte.
Mit der Sicherheit war es im Spiel des Clubs mit dem Gegentreffer endgültig geschehen und im Grunde konnte man froh sein, dass es mit dem Unentschieden in die Pause ging. Ein Unentschieden, das in Durchgang zwei nicht lange vorhielt. Steven Skrzybski in der 54. Minute und Roberto Puncec in der 58. Minute sorgten für einen Zwischenstand, der bereits nach weniger als einer Stunde wie so etwas wie die Vorentscheidung aussah. Unverbesserliche Fußballexperten im Nürnberger Gästeblock sahen den 1. FC Nürnberg zu diesem Zeitpunkt bereits wieder tief im Abstiegskampf verfangen.
In den letzten 30 Minuten des Spiels zeigte der 1. FC Nürnberg jedoch seine Nehmerqualitäten und konnte am Ende zumindest noch einen Punkt aus Köpenick entführen. Zunächst setzte Schöpf zu einem unwiderstehlichen Solo an und stellte in der 65. Minute den Anschluss wieder her. Zehn Minuten später erzielte Talent Patrick Erras seinen ersten Treffer im Profi-Fußball und glich in der 75. Minute zum 3:3 aus. In der Schluss-Viertelstunde gaben sich beide Teams dann nichts, um den wahrscheinlich entscheidenden siebten Treffer des Spiels zu erzielen. Doch beiden Teams schwanden die Kräfte und so musste man sich am Ende sowohl in Berlin als auch in Nürnberg mit jeweils einem Punkt begnügen, der nicht so recht weiterhilft.
Union Berlin steckt im unteren Tabellendrittel fest und bleibt zumindest in Sachen Punktausbeute weit hinter den eigenen Erwartungen und Ansprüchen zurück. Und auch der Glubb macht keine wirklichen Fortschritte. Dass man Moral und Kampfgeist in der Mannschaft hat, hat man in dieser Saison bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Dass Thorsten Kirschbaum immer wieder Aussetzer hat und in der Summe den Ansprüchen an einen Zweitliga-Torhüter nicht gerecht wird, hat er in dieser Saison auch bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Und auch die Tatsache, dass man mit zwei bis drei Siegen am Stück ganz schnell wieder oben bei der Musik dabei ist, weiß man in Nürnberg sicher nicht erst nach den Punktverlusten von Freiburg, Leipzig, Braunschweig und Bochum an diesem Wochenende. In der Länderspielpause muss es also heißen: Kopf frei kriegen und in den letzten drei Spielen der Hinrunde nicht nur Moral zeigen, sondern am besten gleich verhindern, dass man in Situationen gerät, die einem am Ende vorgaukelt, man könne mit einem Unentschieden zufrieden sein.