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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 11. Spieltag
[Samstag, 18.10.2015] 1. FC Nürnberg – FSV Frankfurt 1:1 (0:0)

Es gibt Fußballspiele, da hat man am Ende bei aller Spannung und Dramatik und trotz (oder gerade?) literweise vergossenem Herzblut einfach keine Lust mehr auf diesen verschissenen, verlogenen und durch und durch korrupten Sport. Soll die Fußballmafia DFB doch weiter Weltmeisterschaften kaufen und sich an künstlichen Sommermärchen weiter bis zur eigenen Ekstase aufgeilen. Sollen sie doch ihre schwarzen Kassen führen und füllen und ihre auf Unschuldsblick getrimmten Gesichter weiter in die Kamera halten. Sollen sie doch ganz einfach tun und lassen, was sie wollen. Es glaubt ihnen doch sowieso niemand mehr. Wer Menschen wie den Neuenkirchener Florian Heft zum Zweitliga-Schiedsrichter macht, ist entweder korrupt und braucht den Mann an der richtigen Stelle, oder hat schlicht und ergreifend keine Ahnung von Fußball.
Auch 24 Stunden nach dem Abpfiff fällt es dem Autor dieser Zeilen schwer – äußerst schwer sogar – bei Gedanken an den samstäglichen Fußballnachmittag ruhig zu bleiben. Kurz: In mir kocht noch immer die Wut. Leck mich am Arsch mit „Jeder macht mal Fehler“ oder „Schiedsrichter sind auch nur Menschen“ – wer das Ergebnis eines Fußballspiels derart einseitig beeinflusst, wie es Herr Heft beim Glubb-Spiel getan hat, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er nicht zum Eiskunstlaufen wechseln sollte, um dort als Punktrichter zu fungieren. Der Wintersport mit den Kufen lebt mit der Einschätzung sportlicher Leistung durch Dritte. Beim Fußball jedoch, Herr Heft, sind Schiedsrichter zur Neutralität angehalten und nicht dazu, das Heft der Entscheidung in die Hand zu nehmen. Der Pfiff, der in der dritten Minute der Nachspielzeit ertönte und den Gästen aus Frankfurt durch einen Elfmeter den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich zu erzielen, war und ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Fängt man an, derartige Situationen mit einem Elfmeterpfiff zu bestrafen, haben wir in Zukunft 20 Elfmeter pro Spiel und natürlich kann man nun argumentieren, dass ähnliche Situationen auch schon gepfiffen wurden. In der Nachspielzeit jedoch derart in ein Spiel einzugreifen, dass man durch ein nicht gegebenes Tor bereits vorher nicht unmaßgeblich beeinflusst hat, ist nicht zu entschuldigen. In der Nachspielzeit pfeift man nur, wenn man sich sicher ist. Und, Herr Heft, wenn Sie sicher waren, haben Sie definitiv den Beruf verfehlt. Oder eben, Sie waren sich nicht sicher – dann darf und muss die Frage erlaubt sein, was in aller Welt Sie geritten hat, in der 93. Minute auf den Punkt zu zeigen. Ist es, weil der FSV zufällig aus der Stadt kommt, in der auch Ihr Verband beheimatet ist?
Zugegeben, die letzte Frage mag ein wenig weit hergeholt und überspitzt sein, dennoch stellen sich eben genau diese Fragen, wenn man die Schlagzeilen der Presse am Tag vor dem Spiel liest. Da sind beim DFB Leute am Werk, die eine WM kaufen und dann immerhin so intelligent sind, die Beweise für eine Vermutung, die für die meisten Menschen sowieso längst zur Tatsache geworden ist, so lange zu verstecken und zu verbergen, dass es fast zehn Jahre dauert, ehe die ersten gesichert scheinenden Beweise ans Licht der Öffentlichkeit kommen und dann sind diese Leute nicht fähig, anständige Schiedsrichter auszubilden?
Und nein, ich stelle mich jetzt nicht hin und kritisiere die Mannschaft von René Weiler, nach dem Motto: Sie hätten ja zeitig nachlegen können. Sicher hätten sie das und wäre es ihnen gelungen, kein Mensch hätte nach dem Elfmeter gekräht. Es ist ihnen aber trotz umfangreicher Bemühungen eben nicht gelungen und mit Sicherheit hätten diese Zeilen dann auf die Mannschaft eingedroschen, wenn der Ausgleich wie so oft durch einen individuellen oder kollektiven Fehler in der Hintermannschaft passiert wäre. Ist er aber nicht! Der Ausgleich ist gefallen, weil ein Herr in neutralem Leibchen nachmittags um Viertel vor Drei seinen tiefen Mittagsschlaf hielt und beim Aufwachen in die ihm verliehene Trillerpfeife blies.
Fußballspieler, die sich im Kampf um den Ball grobe Fehler leisten, Fehler mitunter, die zum Ausgleich oder gar zur Niederlage führen, werden von ihren Trainern in der Folgewoche des Öfteren nicht mehr aufgestellt und kriegen somit genügend Zeit, sich Gedanken über ihren Lapsus zu machen. Auch Herr Heft hätte eine solche Zwangspause nicht nur verdient, sondern offensichtlich auch bitter nötig. Wer derart gravierende Wahrnehmungsprobleme hat, sollte sich dringend untersuchen und krankschreiben lassen.