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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 9. Spieltag
[Freitag, 25.09.2015] 1. FC Nürnberg – Arminia Bielefeld 2:2 (0:1)

Nach zwei Siegen in Folge musste der Club am Freitag gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld einen Euphorie-Dämpfer hinnehmen. Das Spiel im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg wirkte ein wenig, als hätte die Mannschaft von René Weiler Angst vor der eigenen Courage.
Durch den Auswärtssieg im Laufe der Woche in Kaiserslautern hatte sich der FCN den roten Teppich in Richtung nördliches Tabellenende der Zweiten Bundesliga selbst ausgerollt. Die ersten Schritte auf dem Geläuf gelangen jedoch dem Gast aus Bielefeld. Die Nürnberger Innenverteidiger Miso Brecko und Even Hovland eskortierten Arminen-Torjäger Fabian Klos nur und sahen bei dessen Schuss aus spitzem Winkel in der vierten Minuten nur zu, statt zu attackieren.
Die kalte Dusche gab es also gleich zu Spielbeginn und auch in den folgenden 40 Spielminuten bis zur Halbzeit hatte man selten den Eindruck, als könne der 1. FC Nürnberg die Latte, die er durch seine beiden letzten Auftritte selbst hoch gehängt hatte, erreichen. Zu umständlich gestaltete die Mannschaft ihr eigenes Spiel, zu sicher standen die Gäste in der eigenen Abwehr. Einzig ein Freistoß von Danny Blum in der 27. Minute sorgte im ersten Durchgang für so etwas wie Torgefahr.
Nach dem Seitenwechsel begann das Spiel ähnlich wie nach dem Anpfiff – mit einem Tor für die Arminia. Christoph Hemlein sah in der 48. Minute, dass FCN-Keeper Thorsten Kirschbaum zu weit vor seinem Kasten stand und zog aus dem rechten Halbfeld einfach mal ab. Statt die Bogenlampe jedoch einfach über die Latte zu klären, versuchte der in dieser Situation erneut unglückliche Torhüter, die Lederkugel zu fangen. Dies gelang nicht, der Ball sprang dem einschussbereiten Klos vor die Füsse und es stand 0:2.
Die auswärts noch ungeschlagenen Bielefelder waren also auf dem besten Weg zu ihrem zweiten Saisonsieg und stellten auch in Nürnberg unter Beweis, dass sie schwer zu schlagen waren und sind. Zwar konnte das Team von Norbert Meier in dieser Saison erst einmal gewinnen, es hat jedoch auch erst einmal verloren und gegen die Top Drei der Liga stets unentschieden gespielt. Für den Club schien das an diesem Abend Alibi genug zu sein, denn Mitte der zweiten Halbzeit konnte man den Eindruck gewinnen, das Spiel sei entschieden.
Bei aller Abwehrstärke wusste man jedoch wohl auch beim Glubb, dass die Arminia vor allem nach hinten raus zum Ende des Spiels Probleme hatte. Auch in Freiburg hatte die Arminia vor Wochenfrist kurz nach der Halbzeit das Tor zur 2:0-Führung erzielt, musste sich am Ende jedoch mit einem 2:2 zufrieden geben. Vor allem Guido Burgstaller schien dieses Spiel genauestens studiert zu haben. Wenn es also beim Club schon spielerisch nicht klappen will, kann man der Mannschaft von René Weiler zumindest in Sachen Kampf keinen Vorwurf machen. Und wenn man dann mit Guido Burgstaller noch einen Mann in den eigenen Reihen hat, der nicht nur will, sondern auch kann, dann folgen eben auch gerne mal sechs starke Minuten zum Schluss. Während Bielefeld in Durchgang zwei hochkarätige Torchancen kläglich liegen ließ, nutzte der Österreicher im FCN-Trikot die beiden Möglichkeiten, die sich ihm kurz vor Spielende boten und rettete somit zumindest noch einen Punkt. Ein Punkt, mit dem man vor dem Spiel mit Sicherheit nicht zufrieden gewesen wäre, ein Punkt jedoch auch, mit dem man nach dem Spielverlauf hoch zufrieden sein muss. Als Erkenntnis bleibt nach 90 Minuten allein die Gewissheit, dass man mit einer Leistung wie der gegen Bielefeld am kommenden Wochenende in Leipzig keinen Blumentopf gewinnt. So schön die Siege gegen Sandhausen und Kaiserslautern auch waren – nach dem Spiel gegen Bielefeld weiß man, dass es beim Glubb für ganz oben in dieser Saison noch nicht reicht.