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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2015/2016, 7. Spieltag
[Samstag, 19.09.2015] 1. FC Nürnberg – SV Sandhausen 2:0 (1:0)

Wenn man sich im Mittelfeld der Tabelle festsetzen möchte, muss man letztlich dafür sorgen, dass die eigene Bilanz ausgeglichen ist. Und genau dafür hat der 1. FC Nürnberg im Heimspiel gegen den SV Sandhausen am Samstag gesorgt. Der dritte Heimsieg im vierten Spiel vor eigenem Publikum brachte die Punkte acht, neun und zehn und stellt die Saisonbilanz nun insgesamt auf drei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen. Abgesehen vom Unentschieden gegen 1860 München zeichnet sich also eine klare Aufteilung ab: Zu Hause hui, auswärts pfui.
Genau in dem „auswärts pfui“ liegt aber eben auch das Problem beim 1. FC Nürnberg. Gerade nach durchaus souveränen Auftritten wie dem vom Samstag gegen Sandhausen ist man als geneigte Clubfan im Grunde schon wieder versucht, nach oben zu schielen. Lächerliche zwei Pünktchen Rückstand sind es nach dem Wochenende auf den Dosenbrausenverein aus Leipzig – und der ist bekanntermaßen selbsternannter Aufstiegsfavorit. Verloren ist beim Club also noch lange nichts, zumal auch Bochum und Freiburg noch ihre Hänger bekommen werden.
Das Problem beim Glubb ist jedoch eben genau jenes „auswärts pfui“. Wer es nicht schafft, auch in der Fremde mal zu punkten, der hat nördlich von Tabellenplatz sieben nichts verloren.
Bleibt jedoch die Hoffnung, dass René Weiler und seine Mannschaft aus der durchaus ansprechenden Leistung gegen den SV Sandhausen das nötige Selbstbewusstsein ziehen, um am Dienstag auf dem sicherlich nicht einfachen Betzenberg zu bestehen. Der FCK ist in dieser Saison mit Sicherheit ebenso weit davon entfernt, Angst und Schrecken zu verbreiten, wie der Club. Doch auch die Greuther aus der Westvorstand sind nicht unbedingt der Inbegriff einer Übermannschaft und haben es vor Wochenfrist dennoch geschafft, die drei Punkte im eigenen Stadion zu behalten.
Die Zielsetzung muss und wird den Verantwortlichen beim Club also klar sein. Die Frage ist: Kann man das gesetzte Ziel ähnlich problemlos erreichen wie gegen den SV Sandhausen?
Die Nord-Badener waren furios in die Saison gestartet, hatten am Spieltag zuvor dem VfL Bochum als erste Mannschaft in der laufenden Spielzeit nicht alle drei Punkte überlassen und waren mit der Empfehlung nach Franken gekommen, überhaupt erst ein Saisonspiel verloren zu haben. Dennoch hatte man am Samstag in Nürnberg zu keiner Zeit Zweifel daran, wer sich am Ende die drei Punkte gutschreiben wird können. Der 1. FC Nürnberg machte im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig, setzte Sandhausen unter Druck, behauptete sich in den Zweikämpfen und erarbeitete sich nach und nach Feldvorteile, die letztlich auch zu Torchancen führten. Hanno Behrens nutzte eine solche in der 18. Minute, als er nach einem Pfostenschuss von Allessandro Schöpf gekonnt abstaubte und den Ball gefühlvoll per Heber im SVS-Tor unterbrachte.
In der Folge pegelten sich Spieltempo und technisches Niveau eher im unteren Grenzbereich ein, was jedoch vor allem an den Gästen aus Sandhausen lag. Der Club machte letztlich nicht mehr, als unbedingt nötig und musste dennoch das ein oder andere Mal kräftig durchatmen, als die Kurpfälzer kurz vor der Pause noch einmal aufdrehten. Letztlich hielt sich der Schaden jedoch in Grenzen und so kann man am Ende eben davon sprechen, dass der 1. FC Nürnberg das Spiel souverän nach Hause brachte – auch wenn die Souveränität eher auf niedrigem Niveau stattfand.
Der eingewechselte Jan Polak sorgte dann in der 82. Minute für die endgültige Befreiung und sorgte mit dem zweiten Clubtor für die Entscheidung.
René Weiler und seine Mannschaft haben nun also bereits am kommenden Dienstag die Gelegenheit den Rückenwind des Heimsieges auszunutzen und die ersten Punkte in der Fremde einzufahren. Gelingt dies, darf man dann vielleicht auch mal wieder nach oben schielen. Gelingt dies nicht, wird es bleiben wie es ist: Auf eine Woche gute Laune folgt eine Woche schlechte Laune und umgekehrt.