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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

DFB-Pokal 2015/2016, 1. Hauptrunde
[Montag, 10.08.2015] VfR Aalen – 1. FC Nürnberg 1:2 (0:0,0:0) i.E.

Das muss dann ja mal gefeiert werden: Der Glubb zieht nach drei mageren Jahren und Niederlagen in Havelse, Sandhausen und Duisburg endlich mal wieder in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. In einem hart umkämpften Spiel auf Augenhöhe (!) bezwang das Team von René Weiler den Drittligisten VfR Aalen mit 2:1 (!!!) nach Elfmeterschießen und darf nun von einer Fahrt nach Berlin träumen. Zeitgleich zum FCN setzte sich nämlich auch die Hauptstadt-Hertha auf der Bielefelder Alm durch und ist in der zweiten Runde nun ein möglicher Gegner.
Von Seiten des Glubbs sollte man jedoch definitiv auf ein anderes Los hoffen – auch wenn man nach der Leistung von Montag bei realistischer Einschätzung schnell zu der Erkenntnis kommen dürfte, dass sich im Lostopf der zweiten Runde nicht mehr allzu viele Mannschaften befinden, die einen Einzug ins Achtelfinale wahrscheinlich oder gar möglich werden lassen. Als Clubfan jedenfalls müssen einem die Tränen kommen, vergleicht man das, was die FCN-Akteure gestern auf der Ostalb auf den grünen Rasen legten, mit dem, was ein 1.FC Nürnberg noch vor acht Jahren auf den Rasen des Berliner Olympiastadions gelegt hat. Bei aller Melancholie über die Tatsache, wie weit man in nicht einmal zehn Jahren sinken kann, bleibt allein der tröstende Moment, dass sich das Team von Hans Meyer auch zu seligen Pokalzeiten in den ersten Runden mehr als schwer tat und im Grunde erst am dem Halbfinale gegen Frankfurt glänzte.
Seien wir an dieser Stelle also nicht allzu fränkisch, sondern sehen wir den Sonnenschein am Horizont. Der Glubb steht in Runde zwei des DFB-Pokals. Er hat – im Gegensatz zu den Vorjahren – in 120 Minuten ein Gegentor vermeiden können und letztlich in einem an Slapstickeinlagen kaum zu übertreffendem Elfmeterschießen am Ende doch auch mal die Nerven behalten. Als unverbesserlicher Optimist könnte man sogar sagen: Man hat beim FCN ganz genau das abgerufen, was nötig war und nicht einen Deut mehr. Und mal ehrlich: Wenn der Gegner bei einem Elfmeterschießen bei fünf Möglichkeiten eben nur einmal trifft, dann hat dieser Gegner es eben nicht so verdient, in die nächste Runde einzuziehen, wie der Verein, der bei fünf Schüssen zumindest zwei Mal trifft.
Also: Schwamm drüber, Mund abwischen und auf die Auslosung am Freitag freuen. Vor dem Spiel haben wir doch alle nur dieses Minimalziel vor Augen gehabt: Endlich mal wieder die erste Runde überstehen. Das hat die Mannschaft von René Weiler geschafft und sie wird dementsprechend die nun kommenden Aufgaben in der Liga mit guter Stimmung angehen. Und gute Stimmung ist auf dem Weg zu drei Punkten oft schon der erste Schritt. Schließlich geht es in einer Woche in der Liga gegen 1860 München – und die dürften nach dem 2:0 über Bundesligist Hoffenheim auch nicht gerade unter mangelndem Selbstbewusstsein leiden.