Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 31. Spieltag
[Montag, 04.05.2015] FC Ingolstadt – 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)

Der Glubb hat sich auch beim designierten Aufsteiger aus der Audi-Stadt schadlos gehalten und gehört damit zu den wenigen Vereinen der Zweiten Bundesliga, die in diesem Jahr gegen den FC Ingolstadt nicht verloren hat. Ein schöner Erfolg, für den man sich nichts kaufen kann und der auch wenig dabei hilft, nun zu beurteilen, ob die Flasche nun halbvoll oder halbleer ist. Nach der jüngsten Niederlagenserie scheinen die Männer von René Weiler zum Ende der Saison die Kurve noch einmal zu kriegen, um sich auf den letzten Metern wenigstens einigermaßen versöhnlich aus dieser verkorksten Spielzeit zu verabschieden. Wirklich helfen wird das hoffentlich nicht, obwohl man ja als Clubfan nun fast schon wieder befürchten muss, dass die Herren in den Entscheidergremien Weichzeichner in den Blick bekommen und sich sagen: Naja, ganz so schlimm sieht das doch gar nicht aus. Und wie sagte schon Kulttrainer Hans Meyer nach der Saison 2006/2007, in der man den VfB Stuttgart (seines Zeichens damals – heute kaum noch zu glauben – amtierender Deutscher Meister) gleich drei Mal geschlagen hatte: »Ich glaube ja, dass wer den Meister drei Mal schlägt, auch ein bisschen Meister ist.«
Leute, das mag damals gestimmt haben – immerhin reckte man beim 1. FC Nürnberg am Ende der Saison 2006/2007 den DFB-Pokal in den Berliner Abendhimmel. Für die bestenfalls mittelmäßige Gurkentruppe einer Zweitligamannschaft, die Martin Bader und seine Leute im Namen des Glubb zusammengestellt haben, stimmt dies nicht. Auch, wenn man gegen den wahrscheinlichen Zweitligameister in zwei Spielen nicht verloren hat. Auch, wenn der ein oder andere Youngster spielerisch durchaus gute Ansätze zeigt. In der Gesamtheit müssen und dürfen wir mit dieser Mannschaft in den nächsten Jahren nicht von Aufstieg sprechen. Denn lassen wir die Kirche doch im Dorf: Der 1. FC Nürnberg hat am Montag Ingolstadt bestimmt nicht Unentschieden gespielt, weil er so gut war. Zum Punkt hat es gereicht, weil Ingolstadt keineswegs wie ein souveräner Tabellenführer gespielt hat.
Man mag über die Gründe spekulieren, warum die Schanzer an diesem Abend keineswegs eine Glanzleistung abgerufen haben. Das mag daran liegen, dass man sich inzwischen zu sicher fühlt, was den Aufstieg angeht. Das mag auch an der Angst vor der eigenen Courage liegen und der Tatsache, dass den Spielern so langsam bewusst wird, dass sie in der kommenden Saison in der Bundesliga wieder ganz viele Spiele verlieren werden. Am ehesten wahrscheinlich scheint mir jedoch die Tatsache, dass die Spieler des Gastgebers ganz einfach die Hose voll hatten, weil das Audi-Stadion, in dem sie normalerweise vor rund 8.000 mehr oder weniger desinteressierten Zuschauern kicken, an diesem Abend mit 15.000 (!!!) Zuschauern plötzlich mal ausverkauft war und noch dazu so etwas wie Stimmung von den Rängen kam. Das kennen die armen Ingolstädter Kicker doch so gar nicht…
Aber egal – was beschäftigen wir uns eigentlich mit dem Gegner – wir haben doch mit unserem Glubb wahrlich genug zu tun. Mit Javier Pinola hatten wir an diesem Montag auch definitiv den Spieler des Spiels in unseren Reihen. Erst trifft der Argentinier völlig frei stehend mit einem sehenswerten Kopfball in der 70. Minute zum 1:0 – für Ingolstadt ins eigene Tor. Und dann flankt der Außenverteidiger nur zwei Minuten später derart präzise in den Strafraum der Gastgeber, dass der eingewechselte Danny Blum mit einem ebenfalls sehenswerten Kopfball aus 13 Metern den 1:1-Ausgleich markieren kann. Am Ende hätte für den Glubb sogar noch der Sieg rausspringen können, doch in der 89. Minute stand einem direkt verwandelten Freistoß am Ende doch noch der Pfosten im Weg. »Der Glubb und der Pfosten – eine Liebe, die ein Leben hält…« (Zitat Silvana B.) – oder sagen wir es so: Drei Spiele noch, dann ist endlich Sommerpause!