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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 30. Spieltag
[Freitag, 24.04.2015] 1. FC Nürnberg – SV Sandhausen 2:0 (0:0)

Man hat es ja kaum noch für möglich gehalten, doch der Freitag hat es dann gezeigt: Der 1. FC Nürnberg kann doch noch gewinnen. Gegen die Fußballgroßmacht SV Sandhausen reichte es am Ende für ein sensationelles, überragendes 2:0. Der nicht für möglich gehaltene Sieg ist hier vor allem dem sportlichen Vorstand Martin Bader und seinen Helfern und Helfershelfern zuzuschreiben, ahnten sie doch offensichtlich schon vor der Saison, worauf es ankommt: Schwächen wir den Gegner, in dem wir ihm seine wichtigsten Stützpfeiler wegkaufen. So geschehen bei Danny Blum, der sich trotz langwieriger Verletzungen rechtzeitig zum Spiel gegen sein altes Team in Weltklasseform zeigte und sich zunächst sogar erlauben konnte, auf der Bank Platz zu nehmen. Aus den gewöhnlich gut informierten, internen Kreisen hieß es hierzu, man hatte mit dem Verzicht von Blum in der Startformation verhindern wollen, dass die Gäste aus der Provinz auf eine Anreise nach Nürnberg wegen offensichtlicher Chancenlosigkeit von vornherein verzichteten.
Verhindern konnte die Gast-Mannschaft, die sich in den letzten beiden direkten Vergleichen noch als unüberwindbares Hindernis für den Fußballclub Nürnberg erwiesen hatte, die Niederlage im Frankenland nicht. Ausgerechnet (sic!) Blum brauchte nach seiner Einwechselung nur wenige Sekunden, um auf Betriebstemperatur zu kommen und den Ball auf unnachahmliche Weise ins Gefahrenzentrum der Gäste zu bringen. Die Lederkugel war hierbei dermaßen genau gespielt, dass der zuvor ebenfalls eingewechselte Sebastian Kerk am langen Pfosten gar nicht mehr ausweichen konnte – selbst, wenn er es gewollt hätte, um das Spiel für die Zuschauer auch weiterhin spannend zu halten. Kerk setzte sich bei seinen Ausweichversuchen einem erhöhten Verletzungsrisiko aus, entschied sich kurz vor einem drohenden Knoten in den Beinen dann aber doch für die eigene Gesundheit und ließ den Dingen ihren Lauf. Vom Pfosten prallte ihm das Spielgerät erneut ans Bein und von dort in der 75. Minute zur 1:0-Führung ins Tor.
Es blieb nun noch genaue eine Viertelstunde und nicht zuletzt durch das Bemühen der Mannschaft von Trainer Renè Weiler stand das Spiel auch in den letzten 15 Minuten auf des Messers Schneide. Letztlich gelang es dem Club jedoch nicht mehr, die Gäste aus Sandhausen entscheidend ins Spiel zurück zu bringen. Als schließlich die Kräfte beim Gastgeber nachließen, blieb Guido Burgstaller in der zweiten Minute der Nachspielzeit letztlich nichts anderes mehr übrig, als den Ball aus unmöglicher Position in Richtung SVS-Tor zu hämmern – ihm fehlten offensichtlich die Kräfte, um mit dem Spielgerät am Fuß noch ein paar Meter zu machen. Der Ball suchte sich seinen Weg in die Maschen, es stand 2:0 und Martin Bader suchte fortan Mikrofone, in die er seine auf lange Sicht nun doch noch erfolgreiche Strategie beim Aufbau einer Mannschaft hätte erklären können. Die anwesenden Reporter waren jedoch längst auf dem Weg – ihre Redaktionen warteten auf den Spielbericht und jeder erfahrene Spielberichterstatter wusste, dass es an diesem Abend etwas länger dauern würde als gewöhnlich, diesen zu erstellen: Doch so ist das eben, wenn man die eigene Autokorrektur stets von Hand nachbessern muss… Denn egal, wie verbreitet und etabliert die Textverarbeitung auch sein mag: Aus Sandhausen wird in den meisten Auto-Korrekturen schnell mal ein Sandhaufen.