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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 29. Spieltag
[Freitag, 17.04.2015] FC St. Pauli – 1. FC Nürnberg 1:0 (0:0)

Die Überschrift über diesem Kommentar ist wohlgemerkt mit einem Fragezeichen versehen! Ist das alles nur noch Pech, was dem Club in den letzten Spielen widerfährt? Mit Sicherheit nicht! Genauso, wie man sich Glück erarbeiten kann, sucht Pech mitunter eben auch die Unfähigen heim. Gesehen haben wir das in genügend Partien dieser Saison.
Dennoch stellt sich mit dem Last-Minute-Gegentor beim FC St. Pauli nun eine neue Frage: Was in aller Welt haben die Fans des 1. FC Nürnberg dem Fußballgott getan? Nicht genug, dass es seit Wochen und Monaten eine Pleite nach der Anderen hagelt, nicht genug, dass man vor Wut laut brüllen möchte, angesichts der geballten Unfähigkeiten in Vorstand und Aufsichtsrat… Nein, nun also auch dies noch: Die Demütigung!
Verlieren ist ja nicht schlimm, also drehen wir die Schraube der Qualen noch ein wenig enger und lassen das Gegentor erst in der 90. Minute fallen. Ach ja, und natürlich erzielt auch nicht irgendwer dieses Gegentor, sondern ein Ex-Spieler der SpVgg aus der Westvorstadt. Der Höhepunkt der Demütigung ist also erreicht und würde der Fußball den Gesetzen des klassischen Dramas folgen, man könnte nun aufatmen, folgt doch nach dem dramatischen Höhepunkt meist die Auflösung in Richtung Happy End.
Ein Happy End – das wissen wir seit Wochen – wird es für den 1. FC Nürnberg in dieser Saison jedoch nicht mehr geben. Jedenfalls nicht, wenn man mit seinen Ansprüchen inzwischen derart weit gesunken ist, dass schon der Klassenerhalt in Liga zwei als Erfolg verbucht wird. Denn ja, so schlimm es auch ist: Nicht einmal der ist im Moment gesichert. Ganze sieben Pünktchen sind es nach dem späten Knock-Out auf Pauli nun noch bis zum Relegationsplatz und gerade beim Glubb hat man die Pferde schließlich schon des Öfteren vor der Apotheke kotzen sehen.
Diese kotzenden Pferde zu verhindern ist die Aufgabe, die für diese Saison noch ansteht. Das Heimspiel gegen den SV Sandhausen am kommenden Freitag bietet die erste von fünf Gelegenheiten, weitere Punkte einzufahren. Peinlich genug, dass der Dorfverein (und das ist hier keineswegs despektierlich gemeint) als Tabellenachter momentan zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als der Club. Will man beim 1. FC Nürnberg jedoch verhindern, dass die letzten beiden Spiele der Saison gegen 1860 München und den VfR Aalen zu echten Abstiegsendspielen werden, sollte man spätestens am kommenden Freitag den ewig selben Worten vom „Bock umstoßen“ endlich Taten folgen lassen. Sonst könnte es sein, dass am Ende der Saison nicht nur die Pferde vor der Apotheke kotzen.
Der 1. FC Nürnberg im Frühjahr 2015: Ein mehr als trauriges Bild! Viel schlimmer jedoch: Es ist weit und breit keine Hoffnung auf Besserung in Sicht!