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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 16. Spieltag
[Montag, 08.12.2014] 1. FC Nürnberg – 1860 München 2:1 (2:1)

Der Club hat zumindest im heimischen Max-Morlock-Stadion offensichtlich den Dreh inzwischen raus. Im fünften Heimspiel nacheinander blieb man nun ungeschlagen und schickte zahnlose Münchener Löwen verdient ohne Punkte wieder nach Hause. Wenn man der Mannschaft von René Weiler in einem Spiel, das bereits nach 28 Minuten sein Pulver verschossen hatte, unbedingt einen Vorwurf machen will, kann man das fehlende dritte Tor und damit die frühzeitige Vorentscheidung vorhalten. Erbsenzählerei bringt jedoch weder den FCN noch seine Fans weiter und erinnert man sich an die ersten vier Minuten an diesem Montagabend, weiß man, dass alles auch hätte ganz anders kommen können.
Denn die Gäste aus München legten zunächst los wie die Feuerwehr und Marius Wolf konnte in der ersten und vierten Minute bereits hochkarätige Chancen für sich verbuchen, die mit etwas mehr Glück (oder Pech – je nach Sichtweise) auch schon zum frühen Club-Rückstand hätten führen können. Erst nachdem die Gastgeber also zwei Mal tief durchgeatmet und sich schließlich ordentlich geschüttelt hatten, kam so etwas wie eine Linie ins Spiel des Bundesliga-Absteigers. Eine Linie, die mit zwei mustergültigen Kontern in der 14. und 17. Minute sogar zu frühen Erfolgen führte. Zunächst vernaschte Alessandro Schöpf seinen Gegenspieler Christopher Schindler nach allen Regeln der Kunst im Dribbling und ließ mit seinem trockenen Schuss ins kurze Eck auch 60-Keeper Stefan Ortega noch richtig schlecht aussehen. Drei Minuten später schickte der Torschütze seinen Mannschaftskameraden Jakub Sylvestr steil auf die Reise. Der Slowake enteilte seinem Gegenspieler und hämmerte die Lederkugel schließlich aus rund zwölf Metern in den Münchener Torwinkel.
Nach 27 Minuten hätte es dann sogar 3:0 für den Club stehen können, als Ondrej Celustka den Ball von der rechten Seite flach und scharf in die Strafraummitte zog, wo Löwen-Verteidiger Guillermo Vallori mit einer missglückten Rettungsaktion seinen eigenen Keeper auf die Probe stellte und letztlich Glück hatte, dass Ortega nicht mehr ausweichen konnte. Nicht mehr ausweichen konnte im unmittelbaren Gegenzug dann leider auch Jürgen Mössmer. Nach scharfer Hereingabe von Maximilian Wittek bekam der Nürnberger Innenverteidiger den Ball an die Brust, von wo das Spielgerät unhaltbar für Patrick Rakovsky zum Anschlusstreffer ins Tor trudelte. Der Club hatte sein drittes Tor erzielt und führte dennoch „nur“ 2:1.
Im Gegensatz zum 2:1 gegen Ingolstadt vor zwei Wochen blieb ein Ansturm der Löwen in Halbzeit zwei jedoch weitgehend aus. Eher war es Schöpf auf Nürnberger Seite, der durch Chancen in der 49. und 66. Minute für Akzente im Spiel nach vorne sorgte. Der Unterschied zum Ingolstadt-Spiel vor zwei Wochen lag jedoch auch darin, dass an jenem Sonntag mit Javier Pinola ein Nürnberger vom Platz gestellt worden war – an diesem Montagabend war es mit Martin Angha zwar immerhin ein Ex-Clubberer. Da der Außenverteidiger inzwischen jedoch das Trikot der 60er trägt, waren es letztlich die Löwen, die das Spiel ab der 58. Minute in Unterzahl bestreiten mussten.
Entsprechend wenig Torgefahr ging von den Gästen in weiß aus. Erst in der Schlussphase hatten Fejsal Mulic in der 85. Minute und Vallori in der 86. Minute noch die Möglichkeit, zum glücklichen Ausgleich zu kommen. Da auf FCN-Seite der eingewechselte Daniel Candeias in der 86. und 90. Minute ebenfalls verstolperte, blieb es schließlich beim 2:1 für den Glubb.
Der sechste Saison war und ist also unter Dach und Fach und mit ihm das Gefühl, dass man trotzdem nur einen kleinen Schritt weiter gekommen ist. Schließlich folgt auf das Heimspiel auch wieder ein Auswärtsspiel und auf fremden Plätzen hat sich der 1. FC Nürnberg der Saison 2014/2015 bisher mit einer Ausnahme noch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Bleibt also erneut und auch einen Spieltag vor Ende der Hinrunde nur die Hoffnung, dass am Sonntag in Aalen endlich der Bock umgestoßen wird. Zeit wäre es, denn schließlich folgt mit dem Rückrundenauftakt in Aue dann gleich ein weiteres Auswärtsspiel – und damit eine erneute Chance für das nötige Selbstbewusstsein zu sorgen, das man im letzten Spiel des Jahres 2014 mit Sicherheit gut brauchen wird können…