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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 10. Spieltag
[Freitag, 17.10.2014] 1. FC Nürnberg – RB Leipzig 1:0 (0:0)

Der Aufwärtstrend beim Club geht weiter. In einem temporeichen und kampfbetonten Spiel wurde am Freitag das Kunstprodukt von Red Bull Leipzig besiegt und die eigene, kleine Serie auf nunmehr drei ungeschlagene Spiele geschraubt. Das Goldene Tor gegen die Roten Bullen erzielte Alessandro Schöpf nach sehenswerter Passkombination mit Niclas Füllkrug in der 74. Minute. Der junge Österreicher ist damit an allen fünf Club-Treffern der letzten drei Spiele direkt oder indirekt beteiligt.
Valerien Ismaël hatte die Mannschaft nach dem Punktgewinn in Bochum nicht verändert und vor der Partie eine kämpferische und läuferisch-starke Leistung seiner Mannschaft gefordert. Eine Forderung, die erhört worden war, zeigte sich der FCN doch von der ersten Minute an engagiert und um Spielkontrolle bemüht. Die hochgelobten Gäste aus Leipzig kamen nie richtig zur Entfaltung und konnten schon in der 18. Minute von Glück sagen, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Daniel Candeias hatte zunächst von der Strafraumgrenze nach dem Abschluss gesucht, wurde jedoch geblockt. Der Abpraller trudelte Jakub Sylvestr vor die Füsse, der sich gegen Marvin Compper gut durchsetzte und schließlich aus spitzem Winkel ein paar Meter zu weit nach links zielte.
Für den Rest der ersten Halbzeit war zwar phasenweise hohes Tempo angesagt, allerdings eher zwischen den Strafräumen, so dass Torszenen eher die Ausnahmen blieben. Dies änderte sich schon wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel, als die Lederkugel plötzlich im Nürnberger Tor zappelte. Yussuf Poulsen hatte zuvor jedoch im Abseits gestanden und war berechtigt zurück gepfiffen worden. Nach diesem Schock zu Beginn der zweiten Halbzeit übernahm der Club wieder die Kontrolle auf dem grünen Rasen. Dennoch sollte es bis zur 69. Minute dauern, ehe es zur nächsten Großchance des Spiels kam. Niclas Füllkrug hatte sich auf der linken Seite gleich gegen mehrere Gegenspieler durchgetankt, verzog den Abschluss jedoch um wenige Meter rechts am Tor vorbei. Dafür leitete Füllkrug nur fünf Minuten später das einzige reguläre Tor des Abends ein. Per Doppelpass mit Sylvestr drang der Ex-Fürther in den Strafraum ein und legte schließlich im entscheidenden Moment noch einmal quer auf Schöpf. Dieser hatte mit einem platzierten Schlenzer aus 16 Metern keine Mühe, den Ball im Leipziger Tor unterzubringen.
Die Schluß-Viertelstunde bot nun Zweitliga-Fußball der spannenden Variante mit einem leichten kämpferischen Plus auf Nürnberger Seite. Schöpf und Robert Koch scheiterten jeweils in aussichtsreichen Positionen und verpassten die Chance auf eine frühzeitige Vorentscheidung. In der 80. Minute hatte nach schönem Kopfball von Koch nur der Pfosten etwas gegen das zweite Nürnberger Tor. Nachdem sich Schiedsrichter Dr. Jochen Drees Mitte der zweiten Halbzeit wegen Muskelproblemen am Oberschenkel hatte behandeln lassen müssen, standen am Ende fünf Minuten Nachspielzeit an, in der die Nerven auf beiden Seiten blank lagen. Eine Minute vor Spielende war es an der Torauslinie auf Nürnberger Seite zu einer Rudelbildung und unfreundlichen Worten gekommen. Javier Pinola holte sich hier seine dritte gelbe Karte der Saison ab und das muss dem Argentinier auch erst einmal jemand nachmachen: Nicht gespielt und doch verwarnt. Wer, wenn nicht Pinola?!
Der eingewechselte Peniel Mlapa vergab in der 92. Minute noch die große Möglichkeit auf das 2:0, jubelte jedoch wenige Minuten später genauso wie alle anderen, die dem Club die Daumen gedrückt hatten. Drei wichtige Punkte sind eingetütet und mit nun 13 Punkten sind es plötzlich auch schon wieder nur noch drei Punkte Rückstand zu den Aufstiegsplätzen.Der Fairness halber sei jedoch auch darauf hingewiesen, dass in dieser zweiten Liga alle 18 Mannschaften so dicht beieinander liegen, dass es für den Club in Richtung Abstiegsplätze auch nur vier Punkte Vorsprung sind. Das Spiel bei Darmstadt 98 wird am kommenden Montag zeigen, wohin die Reise eher geht – ans nördliche oder ans südliche Ende der Tabelle. Bis dahin freuen wir uns einfach noch ein bisschen über die Tatsache, dass alter Wein mit Tradition eben doch besser schmeckt als künstliche Chemiebrause, die nur in der Werbung Flügel verleiht. Freuen wir uns einfach darüber, dass Rasenballsport am Ende der Saison in der Tabelle hinter dem Club stehen wird.