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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

DFB-Pokal 2014/2015, 1. Hauptrunde
[Freitag, 15.08.2014] MSV Duisburg – 1.FC Nürnberg 1:0 (1:0)

Der 1.FC Nürnberg quält seine Anhänger auch weiterhin bis aufs Äußerste. Wie schon in den vergangenen Jahren ist für den Pokalsieger von 2007 bereits in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen einen unterklassigen Gegner Schluß mit der Hoffnung auf einen erneuten Gewinn des Goldpokals. Die Mannschaft von Valerién Ismaël steckt bereits zu Beginn der neuen Spielzeit in einer handfesten Krise und knüpft nahtlos da an, wo die Absteiger aus der vergangenen Saison aufgehört haben. Mit Fußball hatte das, was die Spieler in der rot-schwarzen Spielkleidung am Freitagabend auf dem grünen Rasen in Duisburg zeigten, nur selten zu tun. Und Leuten, die nun kommen, dass das Spiel mit dem frühen Elfmeter und dem damit verbundenen Rückstand ungünstiger kaum hätte laufen können, denen sei an dieser Stelle gesagt: Den Elfmeter hätte es nie und nimmer geben dürfen – nicht, weil er unberechtigt gewesen wäre, sondern weil man sich in der Abwehr nicht so verhalten darf, wie Martin Angha und Niklas Stark in dieser Situation. Des Weiteren muss eine Mannschaft, die an sich selbst den Anspruch stellt, aufsteigen zu wollen, in der Lage sein, gegen einen Drittligisten einen 0:1-Rückstand aufzuholen – vor allem, wenn man dazu 80 Minuten Zeit hat.
Und es wäre mit Sicherheit noch etwas anderes gewesen, wenn der Glubb sich Chance um Chance erspielt hätte, MSV-Keeper Michael Ratajczak die Bälle nur so um die Ohren geflogen wären und am Ende einfach das Glück gefehlt hätte, dass mal ein so Ding reingeht. Aber nichts dergleichen geschah in Duisburg. Der FCN kämpfte sich nach dem Rückstand zwar ins Spiel, kontrollierte über weite Strecke auch das Geschehen und hatte nach 90 Minuten 67 Prozent Ballbesitz – aber echte Torchancen? Fehlanzeige. Ebbe. Nada. Nothing. Null komma Null.
So entschied schließlich der von Zlatko Janjic in der elften Minute verwandelte Foulelfmeter den Grottenkick in Duisburg. Denn bei aller Kritik am Glubb: Der MSV war auch keinen Deut besser. Müssen sie aber auch nicht, denn sie sind der Drittligist und wenn am Ende schon ein wenig Cleverness hilft, den 1.FC Nürnberg der Saison 2014/2015 zu schlagen, dann Gute Nacht, Freunde. Wenn sich im Spiel der Franken nicht ganz schnell etwas tut, sollte man besser das Wort „Aufstieg“ für längere Zeit nicht mehr in den Mund nehmen. Im Gegenteil: Der Glubb hat gestern bewiesen, dass er sich mit einem Drittligisten auf Augenhöhe befindet… Na, klingelt da was? Eine Niederlage am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt und wir haben die Trainerdiskussion in der Zweiten Liga. Zu ideenlos wirkte der junge Glubb-Trainer am Freitagabend, um auf die drohende Niederlage mit Systemumstellungen oder gezielten Einwechselungen zu reagieren.
Der FCN befindet sich Mitte August 2014 in einer Schockstarre und sollte sehen, wie er möglichst schnell und ohne in Panik zu geraten, wieder handlungsfähig wird. Wie er die jungen Spieler wieder zu dem macht, was sie wahrscheinlich sogar sind: Gute Fußballer. Gute Fußballer, die einen Gegner beherrschen, die Tore schießen und die jedes Wochenende aufs Neue zeigen, dass ihr Weg zurück in die Erstklassigkeit führen wird. Gute Fußballer, die sich für ihr Ziel den Arsch aufreißen, den Kopf nicht nach dem ersten Rückschlag in den Sand stecken und die – ganz egal wie – am Ende als Sieger den Platz verlassen. Denn wenn bei aller Diskussion über die Gründe für die frühe Krise eine Sache unstrittig ist, dann die: Ab sofort zählen nur noch Siege!

An dieser Stelle noch ein Hinweis in eigener Sache: Am Dienstag, den 26. August findet im Kino Moviemento in Berlin-Kreuzberg die Premiere meines und Silvanas Kinofilms „So weit weg immer näher“ statt. Karten für die Premiere gibt es ab sofort [hier] zu kaufen. Das Kontingent, das in den freien Verkauf kommt, ist sehr begrenzt. Schnell sein lohnt sich also.