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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

2. Fußball-Bundesliga 2014/2015, 2. Spieltag
[Montag, 11.08.2014] SpVgg Greuther F**** – 1.FC Nürnberg 5:1 (2:1)

Da ist die neue Saison nun also gerade mal zwei Spiele alt und schon muss man als Clubfan wieder fluchen, Wunden lecken und frustriert auf Arbeit gehen. Irgendwie ist es, als hätte sich nach der letzten Saison nicht viel geändert… ist überhaupt schon neue Saison? Ist das überhaupt Fußball, was der Glubb da spielt? Und gibt es eine andere Möglichkeit, die gefühlt zwanzigste Derbyniederlage der letzten fünf Jahre anders als mit Sarkasmus zu verarbeiten?
Das Max und Marek in Berlin war bis unters Dach gefüllt, das Frankenderby lockt sie alle aus ihren Löchern – die Clubfans dieser Welt. Man wird es ihnen nicht verübeln können, wenn sie nach der Klatsche von gestern aus diesen Löchern so schnell nicht wieder auftauchen. Was hat man sich zuletzt aufgeregt, wenn ein Derby mit 0:1 oder 1:2 verloren ging?! Was hat man von „Derbyversagern“ geschimpft… und der Club schafft es trotzdem noch immer wieder, einen drauf zu setzen.
Das Armutszeugnis eines gewollten Aufstiegsaspiranten begann schon früh in der achten Minute. Raphael „ich lasse mir durch ein doofes Spiel, die Saison nicht kaputt machen“ Schäfer hatte seine konzentrierte Aufmerksamkeit wohl in der Kabine vergessen und konnte sich bei einem nicht sonderlich gefährlichem Schuss von Abdul Rahman Baba, der zwar hart war, aber dennoch genau in Richtung Schäfer ging, nicht entscheiden, ob er fangen oder fausten sollte und entschied sich schließlich dafür, einfach unter der Lederkugel durchzutauchen und den F******* die frühe Führung zu schenken.
Und da eine 1:0-Führung ja nunmal alles andere als Sicherheit gibt, dachte sich Alessandro Schöpf in der 16. Minute: Ach, da helfe ich nochmal nach. Er trifft das Bein von Baba im Strafraum, der Stürmer fällt natürlich hin und Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigt auf den ominösen Punkt. Goran Sukalo besorgt den Rest und erhöht auf 2:0.
Gut, wollen wir nicht unfair sein: Um die ganze Sache nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen, berappelte sich die Elf von Valérien Isamaël noch einmal, kämpfte sich ins Spiel zurück. In der 35. Minute folgte nach einer Ecke der Anschlusstreffer. Javier Pinola stolperte über Gegner und Ball und wurde somit zum Torschützen. Der Argentinier war es dann auch, der die Mannschaft bis zur Halbzeit noch nach vorne trieb und zeigte, dass die Partie noch keineswegs verloren war.
Man braucht letztlich auch kein Prophet zu sein, um sagen zu können, dass das Derby anders ausgegangen wäre, hätte Niklas Füllkrug direkt nach dem Seitenwechsel noch ein bisschen besser als gut gezielt. Der Freistoß des Mittelfeldmannes klatschte in der 50. Minute jedoch an den Pfosten und statt auszugleichen und das Spiel praktisch wieder auf Null zu drehen, kassierte der FCN nur sieben Minuten später so etwas wie die Vorentscheidung. Torschütze Pinola befand sich im Abwehrzentrum dieses Mal im Tiefstschlaf und Baba hatte in der 57. Minute keinerlei Mühe, das Spielgerät zum 3:1 im Nürnberger Tor unterzubringen.
Das Spiel war vorentschieden und hätte in der 70. Minute vielleicht nochmal spannend werden können, als der eingewechselte Timo Gebhart einen guten Pass auf Füllkrug spielte, dieser jedoch am F******-Keeper Wolfgang Hesl scheiterte. So aber folgte in der 76. Minute das 4:1 durch Tom Weilandt und der gerade zuvor eingewechselte Robert Zulj setzte in der 87. Minute noch das 5:1 drauf.
Beim FCN ist nun früher als jemals erhofft, Wunden lecken angesagt. Ok, man hat das erste Spiel gegen Aue gewonnen. Das 1:5 der Erzgebirgler gegen den VfL Bochum zeigt dann jedoch wahrscheinlich auch, mit was für einem Gegner man es im ersten Spiel zu tun hatte. War vor dem ersten Heimspiel jedoch im Umfeld der Mannschaft nur wenige Monate nach dem Abstieg schon wieder so etwas wie Euphorie zu spüren, dürfte diese mit dem Derby nun schon wieder verpufft sein. Die Verantwortlichen wissen selbst, dass nun nur noch Ergebnisse zählen – gute Ergebnisse. Die Mannschaft muss sich so schnell wie irgendwie möglich berappeln und schon am Freitag in Duisburg zeigen, wohin die Reise in der noch jungen Spielzeit geht. Die 1:5-Klatsche in F**** war da vielleicht (und hoffentlich) ein Weckruf zur richtigen Zeit.