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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2013/2014, 32. Spieltag
[Samstag, 26.04.2014] FSV Mainz 05 – 1.FC Nürnberg 2:0 (2:0)

Beim 1.FC Nürnberg gehen die Lichter aus. Selbst gegen durchschnittliche Mainzer fand der Club weder Mittel noch Wege, die neunte Niederlage in den letzten zehn Bundesligapartien zu verhindern. Auch der Strohhalm der Trainerentlassung, nach dem der Vorstand im Laufe der Woche in seiner Verzweiflung gegriffen hatte, löste sich während der 90 Minuten in Rheinhessen in Luft auf. Der erhoffte Impuls blieb aus, statt dessen wird die Vermutung mehr und mehr zur Erkenntnis, dass es der Mannschaft letztlich entscheidend an Qualität fehlt. Denn zumindest mental präsentierte sich die Elf, die da in Mainz das Trikot des 1.FC Nürnberg tragen durfte, auf einem Niveau, dass selbst in der Regionalliga noch zu Schwierigkeiten in Sachen Klassenerhalt führen dürfte. Jeder noch so kleine Fehler, jeder noch so kleine Rückschlag wirkte bei der Mannschaft, die passend zur eigenen Verfassung in der Coface-Arena bereits ganz in schwarz angetreten war, wie der ultimative Todesstoß. Dass ein 0:2-Rückstand in 45 Minuten aufholbar ist, davon scheint in diesem Team noch niemand gehört zu haben.
Zwei Standardsituationen waren es, die dem Club in Mainz das Genick brachen. Zwei Standardsituation! Mehr kam nämlich auch von eher übersichtlich agierenden Mainzern in 90 Minuten nicht. Mehr brauchten eher übersichtlich agierende Mainzer in 90 Minuten einfach nicht. Nach exakt 30 Minuten, in denen sich beide Teams mehr oder weniger neutralisiert hatten, war es Shinji Okazaki, der nach einem Freistoß von Johannes Geis aus halblinker Position im Zentrum den Kopf hinhielt und zum 1:0 traf. Okazaki – das sei hier am Rande bemerkt – ist 1,74 Meter groß. Standard Nummer zwei folgte in der 44. Minute: Ein Eckball, der Club kriegt den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Christoph Moritz zieht von der Strafraumgrenze ab und es steht 2:0.
Erwähnt sei an dieser Stelle dann noch, dass der 1. FC Nürnberg seine erste Torchance überhaupt in der 83. Minute hatte, als Josip Drmic frei vor dem Mainzer Tor zum Kopfball kam, jedoch direkt in die Arme von FSV-Keeper Loris Karius köpfte.
Der Rest ist Schweigen. Keine Versprechen mehr, keine Worthülsen, keine leeren Durchhalteparolen. Es bleiben zwei Spiele – sechs Punkte sind noch möglich. Das sind die Fakten und nichts als Fakten (in Form von Punkten) interessiert jetzt noch.