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Ganze sechs Monate hat sie gedauert: Die „Ära“ Gertjan Verbeek beim 1. FC Nürnberg. Wie der Club am Mittwoch (23.04.) mitteilte, ist der Niederländer mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Cheftrainer beim 1. FC Nürnberg beurlaubt. In einer Erklärung von Sportvorstand Martin Bader heißt es: „Nach der letzten Niederlagen-Serie haben wir uns mit der aktuellen, prekären Situation in vielen Gesprächen erneut intensiv auseinandergesetzt, um zu prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind, um die letzten drei Spiele siegreich zu gestalten. Wir sind der Überzeugung, dass wir mit dieser Entscheidung noch einmal etwas freisetzen können.“
Gertjan Verbeek hatte den 1. FC Nürnberg im Oktober 2013 nach der Beurlaubung von Michael Wiesinger übernommen. Damals stand der Club auf Rang 16 der Tabelle. Nach einem guten Start in die Rückrunde und vier Siegen in den ersten fünf Bundesligaspielen des Jahres 2014 schien der Niederländer seinen Auftrag „Klassenerhalt“ mit dem Club erfüllen zu können. Nach zuletzt jedoch acht Niederlagen in den letzten neun Spielen und zum Teil leblosen Auftritten seiner Mannschaft, ist man in der Vereinsspitze nun wohl der Meinung, dass dieses Ziel mit Verbeek nicht mehr zu erreichen ist und die Mannschaft drei bzw. fünf Spiele vor Saisonschluss neue Impulse benötigt. Insider aus dem Umfeld des Teams berichteten zudem von Schwierigkeiten im Verhältnis von Verbeek zur Mannschaft. Nach der 1:4-Pleite gegen Bayer Leverkusen am Ostersonntag hatte FCN-Sportchef Martin Bader angekündigt, „jeden Stein umdrehen“ zu wollen, um den Klassenerhalt trotz mittlerweile fünf Punkten Rückstand auf den rettenden Platz 15 noch zu schaffen.
Diese schwierige Aufgabe soll nun U23-Coach Roger Prinzen in Zusammenarbeit mit Marek Mintal bewältigen. Prinzen hatte die Mannschaft bereits in der Hinrunde nach der Entlassung von Michael Wiesinger für ein Spiel gecoacht und in Frankfurt beim 1:1 einen Punkt geholt. Martin Bader über Prinzen: „Roger kennt die Mannschaft gut und hat schon bewiesen, dass er dem Team in einer schweren Situation schnell helfen kann. Er ist ein positiver Trainer, der die Aufgabe sehr realistisch, aber auch mit dem nötigen Optimismus angeht.“
Prinzen selbst sagte über die schwere Aufgabe, die er übernommen hat: „Ich will nicht über den Abstieg, sondern über den Klassenerhalt reden. Für alle sind wir schon abgestiegen, ich aber glaube felsenfest an den Klassenverbleib. Ich weiß, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist, das wollen wir in den verbleibenden Spielen mit aller Macht abrufen. Alles, was bisher war, spielt jetzt keine Rolle mehr. Wir werden neu angreifen.“

Foto: Paul Blank / Creative Commons