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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2013/2014, 29. Spieltag
[Samstag, 05.04.2014] 1.FC Nürnberg – Bor. Mönchengladbach 0:2 (0:1)

Nimmt man diesen traurigen Samstagabend, den 5. April 2014, den Abend des 29. Spieltages der Fußball-Bundesliga-Saison 2013/2014 als Maßstab aller Wahrheiten und Dinge, die da noch kommen werden, muss man ohne Umschweife konstatieren: Es steht nicht gut um unseren Glubb! Nein, mehr noch: Es steht richtig schlecht um unseren Glubb!
Und so weh es auch tut und so sehr es einem auch das Herz zerreißt, muss man nach Betrachtung des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach ebenso feststellen: Diese Nürnberger Elf, die da heute auf dem Platz gestanden hat, ist nicht bundesligatauglich. Die Mannschaft vom Niederrhein – über viele Jahre so etwas wie der Lieblingsgegner des Clubs – war auch an diesem Samstag schlagbar, startete ungewöhnlich nervös und ungenau in die Partie und hatte dennoch das Glück, den Lucky-Punch zu landen, der dem Spiel die Richtung vorgibt. Oder andersrum ausgedrückt: Stehst Du – wie der Club – mit dem Rücken zur Wand, hilft es nicht, ein Spiel gut und durchaus ansehnlich zu beginnen, den Kopf nach einem Glückstreffer des Gegners dann jedoch derart in den Sand zu stecken, dass man am Ende noch froh sein kann, dass die Niederlage zumindest vom Ergebnis her noch einigermaßen human ausgefallen ist. Das mag hart klingen; aus dem Mund eines Nicht-Franken, der dem nächsten Clubspiel meist positiv entgegensieht, weil ihm eben aufgrund seiner Herkunft der fränkische Pessimismus fehlt, mag das vielleicht sogar sehr hart klingen, doch wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird der 1.FC Nürnberg die letzten fünf Saisonspiele punktlos beenden und sich zu Beginn der Spielzeit 2014/2015 nur noch Zweitligist nennen dürfen. Und sieht man sich die Elf von diesem Samstag, den 05. April 2014 einmal genau an, würde genau dieser Status dem Können und der Einstellung der meisten Spieler, die heute das Trikot des Ruhmreichen tragen durften, auch am ehesten entsprechen. Verletzungspech hin oder her und auf dubiose Schiedsrichter-Entscheidungen geschissen, aber was ein Berkay Dabanli oder auch ein Martin Angha an diesem Nachmittag an Leistung für den 1. FC Nürnberg abriefen, reicht für die Bundesliga nicht. Mangelnde Spielpraxis, junges Alter, mag ja alles sein, aber die Herren sind Fußballprofis, werden fürstlich dafür entlohnt, Anstrengungen und auch Druck auf sich zu nehmen. Doch während Dabanli sich der Anstrengung verweigert, scheint Angha zum reinsten Nervenbündel zu werden, sobald die ersten Bälle im Spiel nicht wie gewünscht den Mitspieler erreichen. Unterm Strich heißt das auf dem Zeugnis dann eben: Setzen, Sechs, Ungeeignet.
Beim 1. FC Nürnberg der späten Saison 2013/2014 zeigt sich momentan leider, dass jedes Bundesliga-Team offensichtlich nur so stark ist, wie sein schwächster Ersatzspieler (-> Kette -> Glied). Und gerade hier scheint es dann eben erheblich zu fehlen. Natürlich kann man über die lange Verletzenliste klagen und natürlich ist jeder einzelne Spieler, der nicht auflaufen kann, eine Schwächung, doch dies als alleinigen Grund vorzubringen, scheint mir dann doch ein wenig zu einfach. Vergleicht man z.B. die Aufstellung vom 4:0-Sieg gegen Hoffenheim am 18. Spieltag mit der Elf vom Samstag, stellt man fest: Acht Spieler, die sich damals über den ersten Saisonsieg gefreut haben, müssen sich nun auch für die Heimpleite gegen die Borussen verantworten. Will mir beim Club jemand weiß machen, dass es allein an Per Nilsson, Timothy Chandler und Daniel Ginczek liegt, dass wir plötzlich nicht mehr gewinnen können? Wer zynisch sein möchte, könnte nun mit Sicherheit sagen: Nein, daran liegt es nicht. Aber es liegt an Berkay Dabanli, Martin Angha und Hanno Balitsch, dass wir inzwischen fast nur noch verlieren… und da schließt sich dann schon der Kreis zum oberen Abschnitt und der Einstellung und Eignung junger Fußballprofis, so dass der Autor dieser Zeile nur wenige Sekunden nachdenken muss, ehe er sagt: Ok, dann bin ich heute eben mal zynisch.
Das Ganze mag nun sehr negativ klingen – und sorry, lieber Club: So ist es auch gemeint. Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Nein, ich bereue diese Liebe nicht. Aber so langsam frage ich mich, ob sie mir noch gut tut. Der Rückblick auf die zuvor so betitelten Wochen der Wahrheit gegen die direkte Konkurrenz aus dem Tabellenkeller sieht verheerend aus. Gerade mal drei Punkte sind bei den Spielen gegen Bremen, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Freiburg herausgekommen – auf 15 Punkte hatten wir gehofft. Und das Bonus-Spiel gegen Mönchengladbach, bei dem die Punkte 39 bis 41 und damit der endgültige Klassenerhalt gefeiert werden sollte? Auch verloren!
Mag man mir entgegen halten, dass gegen Mönchengladbach heute auch viel Pech dabei war – erst der abgefälschte Freistoß, dann mal wieder ein Elfmeter, der keiner war. Doch Glück muss man sich eben erarbeiten und spätestens seit dem Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig hatte ich eigentlich gedacht, unsere Jungs hätten das kapiert. Und um den Kreis zu Dabanli und Angha noch einmal zu öffnen: Glück als Mannschaft kann man sich nur erarbeiten, wenn wirklich ALLE mitarbeiten.
Und mehr möchte ich heute einfach mal nicht sagen. Nicht über das Spiel, nicht über die kommenden Spiele, nicht über den Rest der Saison. Wer jetzt immer noch nicht begriffen hat, worum es hier eigentlich geht, dem wird auch ein längerer Text nicht helfen…