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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2013/2014, 23. Spieltag
[Samstag, 01.03.2014] Bor. Dortmund – 1.FC Nürnberg 3:0 (0:0)

An und für sich kann man sich als Clubfan ja nicht wirklich beschweren. Vier Siege in der Rückrunde und meist noch jede Menge Spannung dazu – als Fan des 1. FC Nürnberg brauchte man in den letzten Wochen stets gute Nerven und hatte das bessere Ende zumindest in Berlin und Augsburg und gegen Eintracht Braunschweig für sich. Und wer trotz aller Jubelarien der letzten Wochen auch nur halbwegs auf dem Boden der Tatsachen geblieben war, der wusste ganz genau: Es kommen auch wieder andere Spiele!
Und genau ein solch anderes Spiel hat der Club am Samstag nun in Dortmund über sich ergehen lassen müssen. Hatte Trainer Gertjan Verbeek gegen Eintracht Braunschweig jedoch noch die erste Halbzeit bemängelt, konnte man beim Spiel beim BVB gerade mit den ersten 45 Minuten noch zufrieden sein. Der Club hatte mehr Ballbesitz, stand – bis auf wenige Ausnahmen – sicher in der Abwehr und hatte durch Tomas Pekhart in der 30. Minute die größte Chance des ersten Durchgangs. Nach einem katastrophalen Fehler von Dortmunds Innenverteidiger Sokratis schaltete zunächst Josip Drmic am schnellsten, spielte seinen Sturmpartner mustergültig frei, doch der Tscheche ließ Erinnerungen an die Hinrunde aufkommen: Aus aussichtsreicher Position traf er nur den Pfosten und sorgte damit für ein kleines, trauriges Jubiläum – der 20. Aluminiumtreffer des Clubs in der laufenden Saison.
In Durchgang zwei schalteten die Gastgeber in gelb-schwarz dann ein oder zwei Gänge höher und machten relativ schnell klar, dass die Partie in Dortmund für Clubfans eine zum Abhaken werden würde. Dem 1:0 durch Mats Hummels nach einer Freistoßhereingabe in der 51. Minute ging zwar noch eine knappe Abseitsstellung voraus, so dass der Treffer nicht hätte zählen dürfen, doch spätestens beim 2:0 durch Robert Lewandowski in der 64. Minute war klar, welche Mannschaft im Signal Iduna-Park die besseren Einzelspieler auf dem Platz hatte. Einen Lewandowski darf man jedenfalls im Gefahrenbereich nie und nimmer so allein lassen.
Das zweite Tor war dann so etwas wie eine Vorentscheidung. Zwar hatten Adam Hlousek und Mike Frantz durchaus noch gute Gelegenheiten auf den Anschlusstreffer. Da dieser jedoch nicht fiel, dachte sich die Borussia kurz vor Schluss eben: Machen wir unserem Publikum noch eine Freude. Henrik Mkhitaryan traf in der 83. Minute zum 3:0 und als Clubfan und auch als Clubspieler macht man am besten ganz schnell einen Haken hinter dieses Gastspiel. Wie schon nach dem 0:2 gegen die Bauern gilt es nun, sich auf machbare Aufgaben zu konzentrieren. Und dazu gehört mit Sicherheit auch ein Heimsieg am nächsten Samstag gegen Werder Bremen.
Will man dem Spiel in Dortmund dann noch einen positiven Aspekt abgewinnen, dann mit Sicherheit den, was sich die Mannschaft in den letzten Wochen durch ihre Siege erarbeitet hat. Denn trotz Niederlage in Dortmund sind es weiterhin vier Punkte Vorsprung auf Platz 16. Es ist in diesem Sinne also nichts passiert und in den nächsten beiden Spielen hat der Club die große Gelegenheit sich dann ein schon vorentscheidendes Punktepolster zu erspielen. War nach dem Spiel gegen die Bauern die Forderung nach sechs Punkten in den Spielen in Augsburg und gegen Braunschweig und wurde die Aufgabe mit viel Spannung, so aber doch zur vollsten Zufriedenheit gelöst, muss das Ziel für die Spiele gegen Bremen und in Hamburg nun ebenfalls heißen: Sechs Punkte – und zur Not auch gerne mit jeder Menge Spannung!