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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2013/2014, 18. Spieltag
[Samstag, 25.01.2014] 1.FC Nürnberg – TSG Hoffenheim 4:0 (2:0)

Nein, es war kein Stein, der dem gemeinen Clubfan da gestern vom Herzen gefallen ist – es war eine ganze Felswand. Der Club kann doch noch gewinnen! Und zwar nicht zu knapp! Tradition schlägt Retorte reloaded! Wunderbar! Das war kein Duselsieg da gestern im Max-Morlock-Stadion, sondern die Demonstration des eigenen Selbstbewusstseins, der Beweis, dass man sehr viel besser Fußball spielen kann, als es der momentane Tabellenplatz aussagt. Der Beweis auch, dass der Dorfverein des Software-Milliadärs mindestens genauso im Abstiegskampf steckt, wie der FCN.
Denn im Max-Morlock-Stadion standen sich am Samstag zwei Mannschaften gegenüber, die sich zunächst auf Augenhöhe begegneten. Der Club gibt schon nach wenigen Sekunden einen ersten Warnschuss durch Daniel Ginczek ab, während Hoffenheim auf der anderen Seite durch Sebastian Rudy ein erstes Ausrufezeichen setzt. Beide Trainer spielten also offensichtlich auf drei Punkte und mit zunehmender Dauer der Partie merkte man dem ein oder anderen Clubspieler schon eine gewisse Nervosität und daraus resultierende Hektik an. Nach gutem Beginn verflachte das Spiel zunächst wieder und es dauerte bis zur 19. Minute, ehe Fabian Johnson mit einem Schlenzer für ein kurzes Atemstocken bei den Clubfans sorgte und wenig später Javier Pinola per Kopf vor der Linie klären musste, weil Raphael Schäfer trotz Flugparade nicht an die Lederkugel gekommen wäre.
Ein Grund, warum die Mannschaft von Gertjan Verbeek am Ende als Sieger den Platz verließ: Das Glück ist zurückgekehrt. Timothy Chandler weiß in der 23. Minute gar nicht so recht wohin mit dem Ball und hält fast unmotiviert scheinend einfach mal drauf. Jannik Vestergaard hält das Bein noch dazwischen und wo der Ball in der Hinrunde noch an den Pfosten geklatscht wäre, schlägt er jetzt unhaltbar für TSG-Keeper Koen Casteels in die Maschen. Fast wie aus dem Nichts stand es plötzlich 1:0 für den Glubb – vielleicht auch ein bisschen, weil unsere Fanclub-Neujahrsfeier-Glücksfee Franzi gerade auf der Toilette war.
Der Führungstreffer gab dem Nürnberger Spiel dann natürlich Aufwind und es folgten Chancen, die gut und gerne den zweiten Treffer hätten bedeuten können. Doch zunächst kam Josip Drmic in der 30. Minute einen Schritt zu spät und dann traf Markus Feulner in der 34. Minute aus der zweiten Reihe das leere Hoffenheimer Tor nicht.
In der 41. Minute war Franzi dann wieder auf der Toilette und der Glubb nutzte dies schamlos aus. Marvin Plattenhardt schlug eine Freistoßflanke in den Hoffenheimer Strafraum, Niklas Süle klärte direkt vor die Füße von Drmic und der Schweizer hatte keine Probleme, den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 einzuschieben. Der Jubel war groß und mit dem sicheren Vorsprung ging es in die Pause. Wäre da dieses verflixte Spiel in Hannover nicht gewesen, man hätte vielleicht sogar so etwas wie Zuversicht in dem ein oder anderen Clubfan-Gesicht erkennen können.
Die kam dann kurz nach dem Seitenwechsel: Mike Frantz spielte den Ball aus dem Mittelfeld steil auf den gestarteten Ginczek und ähnlich wie schon im Hinspiel ließ sich der Stürmer die Gelegenheit nicht entgehen. Der dritte Saisontreffer Ginczeks in der 49. Minute bedeutete das 3:0. Die Gastgeber ließen sich nun nicht mehr aus dem Konzept bringen – auch nicht, als Trainer Verbeek in der 55. Minute gezwungen war, seine ohnehin nicht eingespielte Innenverteidigung erneut umzustellen. Per Nilsson verließ verletzt den Platz und Winter-Neuzugang Ondrej Petrak feierte sein Bundesliga-Debüt im Club-Trikot. Der Debütant machte seine Sache neben dem bärenstarken Pinola sehr ordentlich und rettete in der 64. Minute kurz vor Linie, nachdem Firmino Keeper Schäfer bereits umspielt hatte. Bereits vorher hatte der Club gute Möglichkeiten zum 4:0 liegen lassen. Feulner und Drmic verpassten in der 55. bzw. 61. Minute die endgültige Entscheidung und im Berliner Max und Marek wurden schon Überlegungen angestellt, Franzi noch einmal auf die Toilette zu schicken.
Das war dann letztlich jedoch gar nicht mehr nötig, denn in der 71. Minute nahm Drmic einen halbhohen Ball mustergültig mit der Brust an und versenkte seine Volleyabnahme im langen Eck knapp neben dem Innenpfosten. Die Gäste von der TSG konnten am Ende froh sein, dass es bei diesem 4:0 blieb. Drmic und Ginczek hatten noch zwei exzellente Kopfballchancen, doch bei Drmics Versuch war Casteels zur Stelle, während Ginczek seinen Versuch knapp verzog.
Am Ende zählte jedoch verständlicherweise nur eins: Der erste Dreier der Saison war im Sack und die Rückrunde hätte besser nicht starten können. Nun heißt es, den Schwung ins nächste Spiel hier mit nach Berlin zu nehmen. Die Herthaner gehen nach der Niederlage in Frankfurt sicher nicht mit überbordendem Selbstbewusstsein in die Partie – und beim Glubb weiß man spätestens nach dem Blick auf die anderen Ergebnisse des Samstags, dass das Spiel gegen Hoffenheim zwar endlich den ersten Saisonsieg gebracht hat, ansonsten jedoch noch rein gar nichts gewonnen ist. Das hintere Mittelfeld der Bundesliga ist zwar ein Stück näher zusammengerückt, doch unterm Strich steht der Club auch weiterhin unter dem Strich. Es folgen also – bei aller Freude über den Sieg am Samstag – 16 weitere Endspiele. Das erste dann gleich am nächsten Wochenende hier in Berlin und rund um den Auswärtssieg gibt es in der Fanclubkneipe der Clubberer 04 Berlin jede Menge Rahmenprogramm. Einzelheiten gibt es hier: Die Clubberer 04 Berlin laden ein.