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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2013/2014, 17. Spieltag
[Samstag, 21.12.2013] 1.FC Nürnberg – FC Schalke 04 0:0 (0:0)

Der Club hat nun also auch die letzte Chance auf einen Sieg in der Hinrunde verpasst und beim elften Unentschieden der laufenden Saison dennoch eine Premiere geschafft: Zum ersten Mal in der Saison 2013/2014 blieb man ohne Gegentor. Dass man gegen schwache Schalker Gäste trotz Chancenplus keinen Sieg feiern konnte, ist traurig – ein wenig ketzerisch gedacht für den weiteren Verlauf der Saison jedoch vielleicht gar nicht mal so schlecht. Denn einig sind wir uns doch alle: Platzt beim Club erst einmal der Knoten, werden weitere Erfolge folgen. Ein Sieg im letzten Spiel vor der Winterpause wäre also im Grunde verschenkt gewesen, hätte man sich durch die folgende Pause über den Jahreswechsel der Chance beraubt, nachzulegen. So geht man nun zwar sieglos, doch hoch motiviert, den Knoten in der Rückrunde so schnell wie möglich platzen zu lassen in die Winterpause. Man ist alamiert, sich der prekären Situation bewusst und wird mit Nachdruck daran arbeiten, dass im Mai 2014 trotz aller Unkenrufe der Klassenerhalt gefeiert werden kann. Und wer weiß schon, mit welcher Konzentration diese Aufgabe angegangen worden wäre, hätte ein Sieg gegen Schalke das Tabellenbild zur Saisonhälfte freundlicher gestaltet.
Ein wenig Sarkasmus ist bei den letzten Zeilen natürlich schon mit dabei, doch ist dieser allein aus dem Spiel gegen Schalke vom grünen Rasen hier herüber gerettet worden. Denn natürlich hat der Club am frühen Samstagabend auch einen Treffer erzielt und natürlich hat er auch das Torgebälk wieder getroffen. Doch erst hatte der Assistent von Schiedsrichter Florian Meyer in der 35. Minute sehr viel genauer hingesehen als sein Kollege vor Wochenfrist in Hannover und die sehr knappe Abseitsposition von Josip Drmic erkannt und in der 76. Minute zielte Per Nilsson bei einem Kopfball nach Hereingabe von Hiroshi Kiyotake zu genau und ließ das Leder an die Querlatte klatschen. Und so halfen am Ende auch 60 Prozent Ballbesitz und ein Torschussplus von 15:8 nichts – im Max-Morlock-Stadion blieb es an diesem kalten Samstagabend torlos.
Machen wir also einen Haken hinter diese seltsame Hinrunde der Sieglosigkeit und Pfosten- und Lattenschüsse und schauen wir nach vorne. Bis zum Klassenerhalt wird es noch ein steiniger Weg, doch die Lage ist alles andere als aussichtslos. Wer trotz null Siegen nach 17 Spielen nur vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat, hat neben vielen Dingen, die schief gelaufen sind, auch ein paar Dinge richtig gemacht. Es ist noch Licht am Horizont und bei einem guten Start in die Rückrunde ist in den verbleibenden 17 Spielen noch Vieles möglich. Denn schaut man sich die Statistik der letzten Spielzeiten einmal genauer an, muss man schon in die Saison 2005/2006 zurückblättern, um einen Hinrunden-Siebzehnten zu finden, der am Ende der Saison auch tatsächlich abgestiegen ist.

SaisonVereinTabellenplatz HinrundeTabellenplatz Saisonende
2012/2013FC Augsburg1715
2011/2012FC Augsburg1714
2010/2011VfB Stuttgart1712
2009/20101. FC Nürnberg1716
2008/2009VfL Bochum1714
2007/2008Energie Cottbus1714
2006/2007Hamburger SV177
2005/2006MSV Duisburg1718
2004/2005Hansa Rostock1717
2003/2004Hertha BSC1712