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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2013/2014, 15. Spieltag
[Freitag, 06.12.2013] 1.FC Nürnberg – FSV Mainz 05 2:0 (1:0)

Ja, ja, ja… der Autor dieser Zeilen ist sich durchaus bewusst darüber, dass das Ergebnis da in der Zeile vorher, nicht stimmt! Aber sorry, lieber Leser – anders hält man das doch im Kopf nicht mehr aus!!! Woche für Woche schreibt man hier über alle möglichen „Hätte, Wäre, Wenns“, regt sich noch Tage nach dem Spiel über tatsächliche oder vermeintliche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters auf, hadert gleichzeitig mit dem Aluminium-Pech, überlegt sich, was der Mannschaft und ihrem neuen Trainer nun helfen könne – und dann das! Voll in die Jauchegrube der bisherigen Saison! Wollte man einem Außenstehenden den bereits vergangenen Verlauf der Saison 2012/2013 erklären, man müsste ihm nur dieses eine Spiel gegen den FSV Mainz 05 zeigen. Soll er doch sehen, wie der Club sich Mühe gibt! Soll er doch sehen, wie der Club sich teilweise sehenswert Chancen erarbeitet und sie doch wieder kläglich vergibt! Soll er auch sehen, wie der Club in der Abwehr nur eine einzige Unachtsamkeit braucht und schon laufen die gegnerischen Stürmer zu Hochform auf und treffen den Ball so präzise, wie sie ihn in ihrer Fußballerlaufbahn niemals vorher getroffen haben und ihn im weiteren Verlauf ihrer Karriere wahrscheinlich auch nie wieder treffen werden.
Doch egal, wie es ist und auch egal, wie es an diesem Freitagabend zum wiederholten Mal dazu gekommen sein mag: Auch im Universum des Chaos und Disorders gibt es Grenzen… und genau diese sind nun erreicht! Nein, ich meine nicht die Grenzen der Unterstützung, der Hingabe, der Liebe! Ich meine die Grenzen des Erklärbaren! Irgendwann gehen auch einem langjährigen Clubfan die Worte aus… irgendwelche Rekorde hin oder her – auch, wenn es sich um Negativrekorde handelt… nicht umsonst habe ich schon an den letzten Wochenenden immer meine zwei Tage gebraucht, ehe ich über den Glubb schreiben konnte. Die Reihenfolge war stets die selbe: Spiel ansehen, schlucken, analysieren, Hoffnungsschimmer suchen, Hoffnungsschimmer finden, Gegenargumente sammeln, Gegenargumente entkräften, Hoffnung behalten. Am Ende stand dann immer die Überzeugung: Im kommenden Spiel wird es mit dem ersten Sieg schon klappen.
Und trotzdem: Auch, wenn die Hoffnung gerade als Clubfan zuletzt stirbt – mit dem Spiel gegen Mainz ist der durchaus umfangreiche Fundus bisher nicht gebrauchter Worte bei einer Clubspielanalyse erschöpft. Kurz: Mausetot. Am Ende, leer… nada, niente. Es gibt nichts mehr, mit dem man die sieglose Krise beim Club in den letzten Woche nicht schon hätte erklären wollen. Kein Wort mehr, dass man nicht schon herangezogen hat, keine Phrase, die man noch nicht gedroschen hat und kein Strohhalm mehr, an dem man sich nicht schon festgehalten hat…
In der vierten Minute geht der Club durch Per Nilsson in Führung, tankt Selbstbewusstsein, beschäftigt einen durchaus überfordert wirkenden Gast aus Mainz gute 70 Minuten lang, muss sich letztlich allein den Vorwurf gefallen lassen, das 2:0 nicht zeitig genug nachgelegt zu haben – und genau aus diesem Grund heißt es dann am Ende des Spiels wieder: Unentschieden! Punkteteilung, die Neunte, in dieser Saison. Weil ein Japaner namens Shinji Okazaki in der 75. Minute den Ball mit der ersten Chance der Gäste in der zweiten Halbzeit plötzlich in die Nürnberger Maschen haut.
Neben dem Sieglos-Rekord sind wir nun also auf dem besten Weg zum Unentschieden-Rekord – und beide Rekorde sprechen nicht unbedingt für einen Klassenerhalt. Es muss also zum Ende der Saison ein weiterer Rekord hinzu kommen: Als erstes Team, das nach 15 Spieltagen noch sieglos war, schafft man den Klassenerhalt. Alles andere ist entweder schon gesagt worden oder unwichtig. Genauso unwichtig, ob da oben nun das richtige Ergebnis steht oder nicht.