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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2011/2012, 23. Spieltag
[Samstag, 25.02.2012] Werder Bremen – 1.FC Nürnberg 0:1 (0:0)

Der 1.FC Nürnberg ist auf dem besten Weg, sich an den eigenen Haaren aus dem Abstiegssumpf der Fußball-Bundesliga zu ziehen. Durch einen glücklichen, aber nicht unverdienten 1:0-Sieg bei Werder Bremen klettert die Mannschaft auf Platz zehn der Tabelle, erhöht den Abstand zum Relegationsplatz auf acht Punkte und hat nicht nur den Clubberern 04 Berlin ein wunderschönes Wochenende an der Weser beschert.
Dass der FCN das Weserstadion letztlich als Sieger verlassen durfte, hat neben den fußballerischen vor allem zwei weitere Gründe: Erstens, sei an dieser Stelle noch einmal Caro B. aus F. erwähnt, die – wie schon in der Vorwoche – ihre Versprechen wieder gehalten hat. Am Donnerstag äußerte sie sich gegenüber dem DISORDER vielsagend: „Ich verspreche Dir, dass der Club ein Tor schießt. Nicht mehr und nicht weniger.“ Dem verschmitzten Lächeln in ihrem Gesicht war jedoch bei genauem Hinschauen schon anzusehen, was da in Bremen folgen würde. Zweiter Grund für den Auswärtssieg war sicherlich auch der Bärendienst, den Werder-Keeper Tim Wiese seiner Mannschaft bereits am Montag vor dem Spiel erwiesen hatte. In einer großen deutschen Boulevard-Zeitung wurde der Torhüter um seine Spieltagstipps gefragt und haute beim Spiel Werder-Club ein saftiges 5:0 raus. Kein Wunder, dass der Zeitungsausschnitt die gesamte Woche in der Nürnberger Kabine hing. Der Tipp war eine willkommene Motivationshilfe für die Mannschaft von Dieter Hecking, die dem Nationalkeeper gleich mal zeigte, wie man Arroganz am besten bestraft. Von Beginn an stand der Club gut in der Defensive und machte es den Bremern mit viel Einsatz schwer. Die Gastgeber hatten zwar mehr Ballbesitz, wussten jedoch oft genug nicht, wohin mit dem Spielgerät. Mit guter Raumaufteilung und leidenschaftlichem Zweikampfverhalten zwang der Club die Hansestädter zu Fehlern und suchte seinerseits bei schnellen Gegenangriffen die Chance auf einen Treffer.
Den Gastgebern fehlten die Ideen, Pässe wurden zu ungenau oder mutlos gespielt, der sichere Pass zur Seite oder nach hinten wurde jeder Risikobereitschaft vorgezogen und so spielte das Angriffsverhalten der Bremer dem FCN fast optimal in die Karten. Und so war es schließlich auch die Mannschaft in rot-schwarz, die sich die ersten klaren Torchancen herausspielte. Jens Hegeler scheiterte in 29. Minute nur knapp mit einem Fernschuss und trat in der 38. Minute in aussichtsreicher Position über den Ball. Dass Tim Wiese nicht nur überhebliche Tipps abgeben kann, bewies er in der 39. Minute: Thomas Pekhart hatte eine Flanke von Alexander Esswein aus kurzer Distanz aufs Tor geköpft, doch der Schlussmann von Werder Bremen konnte gerade noch abwehren. Die erste echte Werder-Chance ließ bis zur 43. Minute auf sich warten, als Claudio Pizarro den Ball knapp am Nürnberger Tor vorbei spitzelte.
Ihre beste Phase hatten die Bremer dann in der Zeit direkt nach dem Seitenwechsel. Markus Marin prüfte Raphael „Magneto“ Schäfer in der 47. Minute aus der Distanz und nur eine Minute später war es erneut Pizarro, der scheiterte, als er den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten setzte. Die Antwort vom Club blieb nicht aus, doch die Fernschüsse von Esswein und Timothy Chandler gerieten in der 51. und 52. Minute doch recht harmlos. Mehr Arbeit hatte in dieser Phase des Spiels Raphael Schäfer. Erst scheiterte Zlatko Junuzovic in der 55. Minute, dann vergab Marko Marin in der 62. Minute freistehend vor dem Nürnberger Tor.
In der 65. Minute dann der Angriff, der die Clubfans jubeln ließ. Ein Konter über Hanno Balitsch und Jens Hegeler landete schließlich vor den Füßen des völlig freistehenden Alexander Esswein, der den Ball ruhig und überlegt zur 1:0-Führung ins lange Eck schob. Der Rest war auf Nürnberger Seite dann Hoffen und Bangen. Bremen zeigte sich jedoch auch in der Folgezeit nicht konsequent genug, um den Club ernsthaft in Gefahr zu bringen und so dauerte es bis in die Nachspielzeit, ehe es im Weserstadion doch noch hektisch wurde. Adam Hlousek musste in der 91. Minute in höchster Not kurz vor der Linie klären und brachte Raphael Schäfer in der 94. Minute dann selbst noch einmal in Bedrängnis, als er einen Kopfball aufs eigene Tor setzte.
Mit Glück und Kampf rettete der Club den knappen Vorsprung jedoch über die Zeit und entführte letztlich drei wichtige Punkte von der Weser. Der zweite Sieg in Folge bedeutet nun den zehnten Tabellenplatz und dass man gegen Borussia Mönchengladbach nicht unbedingt verlieren muss, hat der Hamburger SV am letzten Freitag gezeigt. In der Rückrundentabelle steht der 1.FC Nürnberg nach sechs Spielen mit zehn Punkten auf einem guten siebten Platz und da lehnt sich DER DISORDER jetzt mal weit aus dem Fenster: Wenn in den restlichen elf Spielen noch weitere zehn Punkte dazu kommen, dürfte das Thema Abstieg keins mehr sein. Es dürfen aber natürlich gerne auch mehr sein – und die nächsten drei Punkte dürfen auch gerne schon am kommenden Sonntag gegen Mönchengladbach folgen. Bis dahin gilt unser Dank erst einmal Caro B. aus F., die gerne auch weiterhin ihre Versprechen abgeben darf. Und wer weiß: Vielleicht findet sich ja dann im weiteren Saisonverlauf auch noch der ein oder andere Torhüter, der deutlich gegen den Club tippen will.