Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

Fußball-Bundesliga 2011/2012, 14. Spieltag
[Samstag, 26.11.2011] 1.FC Nürnberg – 1.FC Kaiserslautern 1:0 (1:0)

Na, also – es geht doch. Wenn auch nur knapp und alles andere als Herz schonend, doch am Ende zählt eben nur das Ergebnis – eine Weisheit, die sich unsere jungen Clubspieler in den letzten Wochen des Öfteren anhören mussten, wenn sie ihre Spiele mal wieder vergeigt hatten. Gegen den 1.FC Kaiserslautern stand am Ende ein 1:0-Sieg unter dem Strich, ein Resultat, das sehr viel knapper klingt als es der Spielverlauf letztlich war. Denn die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking hatte offensichtlich begriffen, was dieser gemeint hatte, als er am Donnerstag auf der Pressekonferenz davon sprach, dass die Partie gegen die Pfälzer keineswegs ein Endspiel, aber dennoch ein enorm wichtiges Spiel sei. Der Club – und allen voran Timothy Chandler – ging von Anfang an entschlossen in die Zweikämpfe und war von der ersten Minute an bemüht, die Kontrolle auf dem grünen Rasen zu übernehmen. Dies gelang auch, vor allem weil die in den letzten Spielen so wackelige Defensive an diesem Samstag Nachmittag endlich mal wieder einen stabilen Eindruck machte. In wie weit dies mit den offensiv äußerst harmlosen Gästen zu tun hatte, lässt sich wahrscheinlich erst am nächsten Wochenende endgültig sagen, wenn die Hintermannschaft des FCN beim HSV auf einen Angriff ganz anderen Kalibers trifft. Positiv hatte sich mit Sicherheit die Hereinnahme von Dominic Maroh ausgewirkt. Der Innenverteidiger war für den zuletzt unsicheren Timm Klose in die Startelf gerückt und machte seine Sache über weite Strecken bestens.
Aus der gesicherten Defensive suchte der FCN dann auch hier und da mal den Weg nach vorne – und wurde bereits nach einer knappen Viertelstunde belohnt. Nun, wenn man genau ist, hat sich Timothy Chandler einfach selbst belohnt. Nach einem Fehler in der Lauterer Hintermannschaft spritzte der US-Nationalspieler energisch dazwischen und schnappte sich den Ball von seinem Gegenspieler Alexander Bugera und fackelte nicht lange. Sein Schuss aus knapp 16 Metern schlug im rechten unteren FCK-Toreck ein. Das Tor fiel zu einem denkbar guten Zeitpunkt, hatte man doch gerade den Eindruck, die Nürnberger würden nach einer ersten Sturm und Drang-Phase zu Beginn des Spiels gerade einen Gang zurück schalten.
Einen Gang zurück schaltete der Club dann definitiv nach dem Führungstreffer – jedoch ohne die Kontrolle auf dem Spielfeld abzugeben. Den „Roten Teufeln“ gelang nicht viel, was auch daran lag, dass sie ständig und früh von ihren Nürnberger Gegenspielern gestört wurden. Alles in allem sank das Niveau im Max-Morlock-Stadion mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr. Kaiserslauterns einzig gefährliche Aktion der ersten Halbzeit resultierte aus einem Fernschuss von Oliver Kirch in der 38. Minute. Und auch der Club kam nur noch einmal gefährlich vor das gegnerische Tor. Christian Eigler wollte in der 43. Minute eine Flanke von Daniel Didavi direkt abnehmen, versemmelte den Abschluss jedoch denkbar ungünstig.
Auch in der zweiten Halbzeit passierte nicht wirklich viel Aufregendes. Der FCN hatte den Gast im Griff, ließ nach hinten nichts zu und stellte sich nach vorne manchmal selten blöd an. Dabei hätte eine Flanke von Tomas Pekhart schon in der 46. Minute beinahe zum 2:0 geführt. Mathias Abel lenkte bei seinem Abwehrversuch den Ball an den eigenen Torpfosten. Danach waren es Daniel Didavi, der es in der 49. und 53. Minute mit Fernschüssen versuchte, Christian Eigler, der einen Volleyschuss in der 61. Minute knapp über das Tor setzte und schließlich Alexander Esswein, der in der 64. Minute aus spitzem Winkel nur knapp an FCK-Keeper Kevin Trapp scheiterte. Esswein hatte mit einem Kopfball in der 75. Minute schließlich auch die letzte große Chance auf das 2:0 für den Club und so zog das Spiel am Ende seine Spannung keinesfalls aus einem hochklassigen Gekicker auf dem grünen Geläuf, sondern viel mehr daraus, ob es der Club nach gefühlten Jahren ohne Sieg dieses Mal schaffen würde, den Vorsprung über die Zeit zu retten.
Da den Gästen aus Kaiserslautern jedoch mal rein gar nichts einfiel, wie sie die Club-Abwehr noch hätten in Bedrängnis bringen können, wurde mit dem Abpfiff aus einem viel zu hohen Pulsschlag schließlich ein Bad in Glückshormonen. Da war es! Das Erfolgserlebnis, welches die junge Mannschaft von Trainer Dieter Hecking nach unglücklichen Wochen der Erfolgslosigkeit so dringend gebraucht hatte. Das 1:0 gegen den 1.FC Kaiserslautern ist mit Sicherheit alles andere als ein Grund zur Euphorie, doch es beruhigt die Nerven ungemein. Gar nicht auszudenken, was beim Club passiert wäre, wenn die Partie am Samstag in die Hose gegangen wäre.
So aber weiß man nun, dass es eben in der Bundesliga tatsächlich noch die ein oder andere Mannschaft gibt, die schlagbar ist. In der Tabelle hat man den FCK jetzt wieder hinter sich gelassen und da auch der HSV an diesem Wochenende nicht gewinnen konnte, fährt man am nächsten Sonntag nun also tatsächlich als das besser platzierte Team nach Hamburg. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn der Dinosaurier der Liga scheint unter Trainer Torsten Fink so langsam aufzuwachen. Das Unentschieden an diesem Spieltag holte man immerhin in Hannover – und dort haben in dieser Saison schon ganz andere Mannschaften verloren. Fragen wir doch nur mal den FC Bayern… Das Spiel beim HSV wird also alles andere als einfach.  Dennoch fällt auf, dass die Nordlichter ihre Punkte vor allem durch Unentschieden sammeln. Vier der letzten sechs Partien beendeten die Hamburger ohne Entscheidung. Ein Ergebnis mit dem man beim Club sicher durchaus leben könnte. Andererseits haben die Rothosen seit nunmehr sieben Spielen auch nicht verloren. Es wird also mal wieder Zeit….