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DER DISORDER – Der Clubspielberichtkommentar

DFB-Pokal 2011/2012, 1. Hauptrunde
[Samstag, 30.07.2011] Arminia Bielefeld – 1.FC Nürnberg 1:5 (1:3)

Ähnlich wie sich bei den Clubberern 04 Berlin ständig was tut und man durch die gesamte Sommerpause gut damit beschäftigt war, etwas Neues auf die Beine zu stellen, ähnlich gibt es auch auf unserer Seite mit der neuen Saison eine Neuerung. Wie die Überschrift vielleicht schon vermuten lässt, fließen ab der Saison 2010/2011 der Spielbericht des Clubspiels und der Montagskommentar DER DISORDER ineinander. Der Clubspielberichtkommentar wird ab sofort alle nötigen Fakten des Clubspiels vom Wochenende enthalten und gleichzeitig nicht darauf verzichten, die aktuelle Lage beim FCN zu kommentieren. Erscheinen wird DER neue DISORDER jeweils am Tag nach dem Clubspiel auf der Clubberer 04-Seite – weshalb die bisherige Bezeichnung vom aktuellen Montagskommentar so nicht mehr gehalten werden kann. Und da man sich einen Eindruck am besten am „lebenden Objekt“ verschafft, steigt DER DISORDER gleich mal ins Bielefeld-Spiel ein.
Die Vorfreude war riesig – wie in jedem Jahr hatte sich DER DISORDER mehr schlecht als recht durch die Sommerpause gemogelt; in diesem Jahr mit der Frauen-WM, der Copa America und seit zwei Wochen mit dem regelmäßigen Verfolgen der Zweitligakonferenz. Doch damit sollte nun endlich Schluss sein. Samstag, 15.30 Uhr – zur besten Bundesligazeit wurde in Bielefeld das erste Pflichtspiel nach der perfekten Vorbereitung (Sechs Siege in sechs Vorbereitungsspielen) angepfiffen. Vor zwei Jahren selbst noch Bundesligist sollte es für die in letzter Zeit so arg gebeutelten und inzwischen in die Dritte Liga durchgereichten Arminen das Spiel des Jahres werden und dementsprechend ging die Mannschaft von Trainer Markus von Ahlen zunächst auch an die Sache ran. Die Ostwestfalen wirkten spritziger und aufmerksamer und brachten die neu formierte Nürnberger Hintermannschaft mehr als einmal durcheinander. Dementsprechend fast folgerichtig der erste Torjubel in der 16. Minute. Timm Klose und Philipp Wollscheid bekommen den Ball nicht richtig aus der Gefahrenzone und so kann Tim Jerat einfach mal aus der zweiten Reihe abziehen. Timmy Simons fälscht den Schuss zwar nur leicht, aber doch entscheidend ab und so zappelt die Lederkugel zum 1:0 für Bielefeld im Nürnberger Tornetz.
Wie die junge Truppe von Trainer Dieter Hecking, die trotz aller Unkenrufe und Hinweise auf den Pokal mit seinen eigenen Gesetzen, als haushoher Favorit in die Schüco-Arena gekommen war, mit dem frühen Rückstand dann jedoch umging, verdient Respekt. Vielleicht war der Treffer von Jerat sogar so etwas wie der Weckruf zur richtigen Zeit, denn nun merkten Simons, Feulner und Co., dass sie die Alm nicht mal eben so im Schongang erstürmen würden. Und während auf den Rängen die Angst vor der Erstrundenblamage um sich griff, blieb man beim Gast aus der Bundesliga ganz ruhig, erhöhte die eigene Konzentration, das eigene Tempo und zog so nach und nach die Spielkontrolle an sich.
Zehn  Minuten sollte es schließlich dauern, ehe Markus Feulner in der 26. Minute seine magische Viertelstunde startete. Der Neuzugang aus Dortmund legte einen Start nach Maß im FCN-Trikot hin. 26. Minute: Schuss, Feulner – Tor! 35. Minute: Direkter Freistoß, Feulner – Tor! 39. Minute: Schuss, Feulner – Tor! Ein lupenreiner Hattrick, den der 31-Minuten-Meister beim Jubel zum dritten Tor mit einer Art „Auch ein blindes Huhn…“-Geste unterstrich. DER DISORDER hofft natürlich, dass die Tore nicht nach diesem Prinzip fielen, sondern noch viele weitere Feulner-Tore in der Saison folgen werden. Vor allem, was die Standards angeht, scheinen Dieter Hecking und Martin Bader ziemlich übergangslos einen würdigen Nachfolger für Mehmet Ekici gefunden zu haben.
Mit dem nun beruhigenden Vorsprung für den Club wechselten die Mannschaft in Bielefeld schließlich die Seiten. Die Gastgeber hatten jedoch offensichtlich irgendwie fertig und konnte den Club im zweiten Durchgang nur selten in Verlegenheit bringen. Stattdessen kontrollierte der FCN weiter das Spielgeschehen und spätestens mit dem 4:1 in der 64. Minute durch Robert Mak war die Messe schließlich gelesen. Nach einer Hereingabe hatte sich Bielefelds Urgestein Markus Schuler verschätzt, so dass Mak frei an den Ball kam und aus kürzester Distanz vollenden konnte. In der 71. Minute dann die endgültige Entscheidung. Tomas Pekhart profitiert von einem Torwartfehler als Patrick Platins unter einer Flanke durchsegelt und der Tscheche im FCN-Trikot den Ball nur noch ins Tor zu nicken braucht. Mit 5:1 fällt das Ergebnis am Ende deutlich aus und macht eine Woche vor dem Bundesliga-Start die Vorbereitung tatsächlich zu einer perfekten Vorbereitung. Die Ansätze für ein schnelles, erfolgreiches Flügelspiel sind da, gerieten in Bielefeld aber oft noch zu ungenau. Gerade bei Kontern kann dieses schnelle Spiel über die Außen zu einem erfolgversprechenden Mittel werden – zumal in der Mitte mit dem Riesen Pekhart offensichtlich ein Stürmer gefunden wurde, der sich in der Luft gerne auch mal allein durch seine körperlichen Gegebenheiten durchsetzen kann.
Der Start in die Pflichtspielsaison verlief für den Club – bis auf das Gegentor – relativ reibungslos. Seien wir froh drum – es werden noch andere Spiele in der Saison folgen und auch, wenn die Kurve Mitte der zweiten Halbzeit irgendwann „Deutscher Meister wird nur der FCN“ anstimmte, will DER DISORDER da dann doch nicht ganz so optimistisch sein. Wichtig ist erst einmal, dass es nun endlich wieder „richtigen“ Fußball gibt, bei dem das rot-schwarze Herz  höher schlägt. Und schön wäre es, wenn der Club – um beim Optimismus zu bleiben – in einer Woche bei der Hertha in der Heimat der Clubberer 04 Berlin genau das selbe Ergebnis wie gegen Bielefeld noch einmal auf den Rasen legt. Wobei DER DISORDER – und die meisten Clubfans sicherlich auch – mit einem knappen 1:0-, 2:1- oder 3:2-Sieg auch schon äußerst zufrieden wären.