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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Also ganz ehrlich: Da muss man sich ja erst einmal wieder dran gewöhnen. Der Club kann doch auch noch Spiele verlieren. Ein Gefühl, dass DER DISORDER schon fast gar nicht mehr kannte und – nach der Erfahrung vom Samstag – in Zukunft auch gar nicht haben möchte. Niederlagen tun nämlich weh und vielleicht sollte das auch mal Jemand einem gewissen Herrn Weiner sagen. Der Club hat am Samstag mit Sicherheit nicht gut gespielt und war vor allem im Spiel nach vorne ideenlos wie schon lange nicht mehr, trotzdem war es leider mal wieder so, dass der Mann, der die meiste Verantwortung auf dem Platz trägt, von allen Akteuren im Max-Morlock-Stadion die schwächste Leistung bot.
Das mag nun für den neutralen Zuschauer wie das Pfeifen im Walde klingen und den faden Beigeschmack haben, dass man als Fan des 1.FC Nürnberg nach einem Schuldigen sucht. Es bleibt bei allem Bemühen um Neutralität dennoch das seltsam-ungute Gefühl, dass der Club bei den Verantwortlichen des DFB nicht unbedingt die beste Lobby besitzt. Irgendwie auffällig ist es nämlich schon: Da spielt der Club die beste Rückrunde seit Jahren und in den ersten Spielen ist dies außerhalb des Frankenlandes und Berlins fast Niemandem aufgefallen. Kaum erobert der FCN jedoch die Spitze der Rückrundentabelle und wird bei Blickpunkt Sport plötzlich noch vor den Bauern behandelt, schon schicken die Nadelstreifenherren aus Frankfurt einen Schiedsrichter nach Nürnberg, der in seiner Arroganz  und eigenen Sicht der Dinge nur noch von Herrn Rafati übertroffen wird. Wie hieß es in der Presse nach dem Spiel am Samstag so „schön“? Herr Weiner schickte die Ordner, die ihn nach dem Spiel mit Regenschirmen vor der Wut der Zuschauer schützen wollten, weg, bemerkte aber später im Spielbericht, dass er beim Gang in die Kabine mit Bier beschüttet wurde. Spätestens jetzt dürfte einem doch auch als neutraler Zuschauer nichts mehr einfallen.
Und das Kopfschütteln wird mit Sicherheit noch stärker, schaut man sich einmal im Online-Portal der „wahren“ Tabelle um. Saison 2007/2008: Der Club ist als Sechzehnter aus der Bundesliga abgestiegen. Alle Fehlentscheidungen der Saison abgerechnet, hätte sich der 1.FC Nürnberg in der Saison als Tabellenvierzehnter vor dem Abstieg gerettet. In der letzten Saison landete der Club wieder auf dem 16. Platz und musste schließlich durch die Relegation gegen Augsburg, um die Klasse zu halten. In der „wahren“ Tabelle steht der Club auf Tabellenplatz 13. Und schaut man sich die aktuelle Tabelle an, steht der Club – zugegeben viel besser als erwartet – auf einem guten sechsten Platz. Würde es jedoch einen Herrn Rafati und seine Kollegen nicht geben, der FCN hätte nach dem 26. Spieltag (die aktuelle „wahre“ Tabelle hat zum Zeitpunkt dieses Kommentars noch nicht vorgelegen) punktgleich hinter den Bauern und nur zwei Zähler hinter Bayer Leverkusen auf Platz vier der Tabelle gestanden.
Bei allem „hätte, wäre, wenn“ – wer hier jetzt noch kommt und sagt, dass sich irgendwelche Fehlentscheidungen im Laufe einer Saison von selbst regulieren, ist entweder ignorant oder Bayern München-Fan.
Leider ist man als Fan und auch als Spieler gegen die Fehlentscheidungen der Herren Schiedsrichter machtlos. Der Club wird sich also auch in zwei Wochen wieder dem Urteil des DFB-Handlangers stellen müssen und gucken, dass er dem Unparteiischen keine Chance zur Benachteiligung gibt. Bei einem klaren 3:0 oder 4:0 verlieren mitunter nämlich auch die Schiedsrichter die Lust daran, ein Spiel nach ihren Vorstellungen zu lenken.
Wenn DER DISORDER sich unter der Woche in leiser Vorausfreude auf die nächste Saison auf Sky Champions- und/oder EuropaLeague ansieht, läuft in der Halbzeit immer ein Spot der UEFA. In diesem Trailer wird um Respekt gegenüber den Schiedsrichtern geworben. Spätestens seit Samstag fällt mir zu diesem Spot jedoch nur noch eine Antwort ein: Respekt muss man sich auch verdienen.
In diesem Sinne möchte DER DISORDER nun noch klar stellen, dass es ihm keineswegs um eine generelle Verurteilung der Männer geht, die auf dem Fußballplatz mitunter die schwierigste Aufgabe erledigen. Jedes Wochenende sind allein in den drei Profiligen des deutschen Fußballs insgesamt 84 Schieds- und Linienrichter unterwegs, die ihre Arbeit zumindest größtenteils gut bis sehr gut verrichten. Umso auffallender ist es, dass es immer wieder die selben Schiedsrichter sind, die am Ende des Wochenendes auf sich aufmerksam gemacht haben. Herr Rafati gehört spätestens mit Beginn der Rückrunde dazu, durfte dafür am Wochenende in der dritten Liga pfeifen und zeigte sich selbst dort dem Spiel nicht gewachsen, als er ein klares Abseitstor für Rot-Weiß Erfurt anerkannte. Auch Herr Weiner ist in den letzten Jahren durchaus des Öfteren mit krassen und vor allem einseitigen Spielentscheidungen aufgefallen. Es bleibt am Ende also vor allem die Frage: Wie langsam mahlen die Mühlen des DFB? Ein Spieler, der einen Grottenkick auf den grünen Rasen legt, findet sich am nächsten Wochenende auf der Bank wieder. Ein Schiedsrichter hingegen, der durch seine falschen Pfiffe ganze Spiele entscheidet, genießt dagegen den Schutz irgendwelcher unsichtbarer Instanzen beim DFB. Wenn sich Herr Zwanziger also wirklich ernsthafte Gedanken macht, wie er den Fußball noch attraktiver machen kann, sollte er vielleicht genau an dieser Stelle mal den Hebel ansetzen.