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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 26. Spieltag
[Samstag, 12. 03. 2011] VfL Wolfsburg – 1.FC Nürnberg 1:2 (1:1)

Der Club-Wahnsinn geht weiter! Durch ein Tor in der Nachspielzeit baute die Mannschaft von Dieter Hecking ihre Serie auf acht ungeschlagene Spiele aus und ist nach neun Spielen im Jahr 2011 nun bestes Rückrundenteam der Fußball-Bundesliga.
Im Gegensatz zum 5:0-Erfolg der letzten Woche gegen St. Pauli hatte der 1.FC Nürnberg auf einer Position umgestellt. Ilkay Gündogan stand nach langer Verletzungspause erstmals in diesem Jahr wieder in der Startelf. Für ihn musste Robert Mak zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Das Geschehen auf dem grünen Rasen dominierten in Wolfsburg zunächst die abstiegsbedrohten Gastgeber und so musste Raphael „Magneto“ Schäfer von der ersten Minute an hellwach sein. Peter Pekarik versuchte es in der zweiten Minute mit einem Direktschuss aus spitzestem Winkel. Der Ball senkte sich gefährlich in Richtung Nürnberger Tor, landete am Ende jedoch auf dem Tornetz. In der zehnten Minute hätte dann fast der Ex-Nürnberger Jan Polak für eine Führung der Hausherren gesorgt. Nach einer Hereingabe von Mario Mandzukic kommt FCN-Keeper Schäfer nicht richtig an den Ball und der Tscheche Polak hätte fast einköpfen können. Nur drei Minuten später kommt Dieudonné Mbokani aus wenigen Metern frei zum Kopfball, scheitert jedoch an der schnellen Reaktion von Schäfer.
Der Club fand in der Anfangsviertelstunde nicht statt, reagierte ausschließlich und bekam keine eigene Linie ins Spiel. Auf eine Torchance der Rot-Schwarzen wartete man jedenfalls vergeblich – und das auch nach 22 Minuten noch, als der VfL Wolfsburg mit 1:0 in Führung ging. Peter Pekarik hatte aus dem rechten Halbfeld geflankt und den völlig frei stehenden Mario Mandzukic gefunden. Per Kopf sorgte der Kroate für die zu diesem Zeitpunkt schon fast überfällige Wölfe-Führung.
Nach dem Tor hatte die Mannschaft von Trainer Pierre Littbarski dann jedoch offenbar den Eindruck, genug für den Sieg getan zu haben. Der VfL stellte das druckvolle Spiel über die Außen ein und war plötzlich nur noch darum bemüht, das eigene Tor zu sichern. Dies erlaubte den Gästen aus Franken, besser ins Spiel zu kommen. Es ergaben sich Freiräume, die die Mannschaft von Dieter Hecking nutzte, um über präzisse Pässe mehr Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen. In der 29. Minute dann so etwas wie die erste Chance für den Club. Mehmet Ekici war nach innen gezogen und zog aus rund 20 Metern einfach mal ab. Diego Benaglio im Tor der Gastgeber hat so seine liebe Mühe mit dem Schuss, konnte jedoch zur Ecke klären.
Als die rund 27.000 Zuschauer in der VW-Arena letztlich schon mit einer knappen Pausenführung für die Wölfe rechneten, gelang dem FCN in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit quasi aus dem Nichts der Ausgleich. Mehmet Ekici hatte einen Freistoß von der rechten Seite hoch in die Mitte geschlagen, wo Philipp Wollscheid am höchsten springt und die Lederkugel per Kopf zum 1:1 über die Linie bringt.
Beflügelt durch den Ausgleich kontrollierten die Gäste dann zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst das Spiel. Der Ball lief gefällig durch die eigenen Reihen, ohne dass der Club jedoch großen Druck in Richtung Wolfsburger Tor aufbauen konnte. Torchancen blieben in der ersten halben Stunde des zweiten Abschnitts auf beiden Seiten Mangelware. Erst als VfL-Trainer Littbarski mit dem Koreaner Koo und dem Brasilianer Grafite auf das sinkende Spielniveau reagierte und durch die Einwechselungen zur Schlussoffensive blies, häuften sich die Szenen vor den Toren wieder. Wolfsburg wollte den Siegtreffer, der Club lauerte auf Konter und setzte auf Standardsituationen.
Aufregung in der 83. Minute, als der Ball plötzlich im Nürnberger Tornetz zappelte. Der eingewechselte Koo hatte getroffen, doch die Situation war von Schiedsrichter Guido Winkmann bereits vorher durch einen Pfiff unterbrochen worden. Vorbereiter Grafite hatte sich gegen Philipp Wollscheid nur mithilfe eines Fouls durchsetzen können. Die nächste Großchance für Wolfsburg auf den Führungstreffer in der 86. Minute: Grafite findet jedoch aus zwei Metern Entfernung seinen Meister in FCN-Keeper Schäfer. In der 89. Minute köpft Cicero völlig frei stehend neben das Nürnberger Tor und die Franken waren zu diesem Zeitpunkt mit dem Unentschieden gut bedient.
Dennoch folgte in der Nachspielzeit noch der Genickschlag der Gäste für den VfL Wolfsburg. Club-Trainer Dieter Hecking hatte sein Wechselkontingent noch ausgeschöpft und in der 90. Minute Innenverteidiger Per Nilsson für Mittelfeldmann Almog Cohen gebracht. Statt in die Verteidigung ging der Schwede jedoch zunächst in die Spitze, denn es gab Eckball für den Club. Mehmet Ekici brachte die Ecke hoch hinein, wo ausgerechnet Nilsson am höchsten steigt und nur wenige Sekunden nach seiner Einwechselung zum späten 2:1 für den Club einköpft.
Nach nunmehr acht Spielen ohne Niederlage hat der 1.FC Nürnberg mit seinem dritten Auswärtssieg der Saison seinen sechsten Tabellenplatz mit 42 Punkten gefestigt. Auf den SC Freiburg auf Platz sieben sind es bereits fünf Punkte Vorsprung. Mainz 05 auf Europapokalplatz fünf hat noch einen Punkt Vorsprung auf den Club. Nach der Niederlage von Borussia Dortmund in Hoffenheim hat der FCN in der Rückrundentabelle nun die Spitzenposition erobert. Am nächsten Wochenende kommt am Samstag der Tabellenzwölfte Werder Bremen nach Nürnberg.