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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Letzte Woche hat DER DISORDER noch davon gesprochen, dass ein Sieg letztlich ein Sieg ist und man auch – oder gerade – nach solchen Geduldsspielen wie gegen Frankfurt einfach mal den Mund abwischen muss, die drei Punkte verbuchen und sich eben einfach sicher sein, dass am Ende der Saison niemand mehr fragt, wie die drei Punkte da aufs Habenkonto gekommen sind. Die Frage stellt sich nun: Was soll man als Clubfan nach dem Schalke-Spiel erst sagen? Mund abwischen allein reicht da ja schon fast nicht mehr. Vielleicht das ganze Gesicht abwischen? Oder gleich ganz duschen gehen?
Eigentlich – und das gibt DER DISORDER unumwunden zu – hatte er für den Samstag auf Schalke ein richtig schlechtes Gefühl in der Magengegend. So viele Spiele nacheinander gewonnen, Schalke mit der Schmach der Gladbach- Niederlage im Rücken… dazu Julian Schieber verletzt, Almog Cohen nicht dabei…. das Ganze roch am Samstag Vormittag irgendwie nach Punktlosigkeit bei Felix Magath und seinem Team.
Aber nicht so mit dem FCN des Jahres 2011! Spiele einfach herschenken – die Zeiten sind vorbei! Da wird dann auch gerne mal aus dem Nichts plötzlich eine Führung erzielt, da reckt und streckt sich ein Raphael „Magneto“ Schäfer den ganzen Nachmittag in alle Ecken seines Tores und wenn dann doch irgendwann der Gegentreffer fällt, wird eben kurz mit den Achseln gezuckt und weiter geht’s. Das Spiel auf Schalke am Samstag wäre noch in der letzten Saison definitiv verloren worden. Irgendwann wäre das zweite Tor für die Gastgeber gefallen und am Ende hätte es dann wieder geheißen: „Wir haben gut dagegen gehalten, aber am Ende hat es nicht gereicht.“
Nicht so mit dem FCN des Jahres 2011! Fußball ist eben doch auch zu einem großen Anteil Kopfsache und wer einen Lauf hat, bringt dann eben auch mal so eine Partie wie am Samstag nach Hause. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Michael Mendler in der 82. Minute auch noch das leere Tor getroffen hätte, doch als Clubfan ist man ja in Bescheidenheit geübt. Der eine Punkt auf Schalke ist in der Konstellation, wie er zustande kam, mindestens ebenso viel wert, wie der Sieg über Eintracht Frankfurt eine Woche zuvor. Denn wie DER DISORDER weiter oben schon geschrieben hat: Mit Julian Schieber und Almog Cohen fehlten beim Club zwei nicht ganz unwichtige Spieler – und vor allem: Mit Mehmet Ekici, Juri Judt und Javier Pinola kamen während der Partie noch drei weitere Stützen des Nürnberger Spiels dazu.
Man hat der jungen Truppe aus dem Frankenland am Samstag gegen Ende des Spiels angemerkt, dass sie auf dem Zahnfleisch geht. Die letzten Wochen haben Kraft gekostet, denn machen wir uns nichts vor: Die Mannschaft von Dieter Hecking hat in den Spielen seit Freiburg am oberen Limit ihrer Leistungsfähigkeit gespielt. Sie hat uns Clubfans eine Menge Spaß gemacht und bezahlt dies nun mit verletzten Spielern. Spielern, die nicht erst seit Mitte Januar alles gegeben haben und deren Körper nun den Tribut dafür fordert. Bisher konnte sich der Club im Verlauf der Saison auch nicht wirklich beschweren. Die Ausfälle wurden im Saisonverlauf stets gut kompensiert – sei es das Fehlen des Langzeitverletzten Albert Bunjaku durch eben Julian Schieber, sei es der zwischenzeitliche Ausfall von Per Nilsson, dessen Lücke Philipp Wollscheid mehr als geschlossen hat oder der Ausfall von Ilkay Gündogan, den Mehmet Ekici, Almog Cohen und Jens Hegeler in Personalunion durchaus würdig vertreten haben.
Mit den neuen Ausfällen wird die Personaldecke nun allmählich ein wenig dünn. Juri Judt fällt nach mit einem Muskelfaserriss für drei Wochen aus, Julian Schieber ist am heutigen Montag operiert worden und auch, wenn man hört, dass die OP wohl gut verlaufen sei, wird es doch noch mindestens sechs Wochen dauern, ehe unser Stürmerstar wieder auflaufen kann. Entwarnung hingegen gibt es wohl bei den am Samstag verletzt ausgewechselten Mehmet Ekici und Javier Pinola. Beide Spieler werden wohl am Samstag gegen den FC St. Pauli auflaufen können. Und dann wäre da ja auch noch Ilkay Gündogan, der seit Mitte Februar wieder im Mannschaftstraining ist, für dessen Rückkehr in den Kader es auf Schalke jedoch noch nicht gereicht hat.
Mit dem Punkt auf Schalke konnte der Club seine Position im Mittelfeld der Liga festigen und mit jedem Spieltag, mit dem wir den Abstand auf den Relegationsplatz konstant auf mindestens zwölf Punkten halten, rückt der Klassenerhalt näher. Doch Dieter Hecking hatte es ja schon vor ein paar Wochen gesagt: Wer redet bei dieser Mannschaft und ihrer Mentalität noch von Abstieg? Wer Punkte wie die auf Schalke holt, darf sich dann in der Tat auch mal nach oben umschauen und wenn sich am nächsten Spieltag der Hamburger SV und der FSV Mainz 05 gegenseitig die Punkte abnehmen – wer weiß, wo der Club dann am Ende des nächsten Wochenendes plötzlich steht… Denn an eins wird sich die Mannschaft von Dieter Hecking gewöhnen müssen: Mit den Erfolgen steigen die Ansprüche und ein Heimsieg gegen St. Pauli wäre auch für den Fall, dass der Club im Abstiegskampf stehen würde, Pflicht.