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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 24. Spieltag
[Samstag, 26.02.2011] FC Schalke 04 – 1.FC Nürnberg 1:1 (0:1)

Auch im sechsten Spiel nacheinander bleibt der 1.FC Nürnberg ungeschlagen und entführt einen verdienten Punkt aus Gelsenkirchen. Vor allem FCN-Keeper Raphael „Magneto“ Schäfer hatte großen Anteil daran, dass die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking am Ende nicht mit leeren Händen dastand.
Denn die Gastgeber erwischten in der ausverkauften Veltins-Arena auf Schalke durchaus den besseren Start und so musste Schäfer schon in der achten Minute beweisen, dass er ein Klassekeeper ist. Über Umwege war der Ball nämlich beim Schalker Raúl gelandet und der Spanier fackelte nicht lange, zog aus wenigen Metern ab, fand im Nürnberger Torhüter jedoch seinen Meister. Der Club war also gewarnt und in den ersten Minuten zunächst darum bemüht, Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen. Trainer Dieter Hecking hatte die Mannschaft nach dem Sieg über Frankfurt vor einer Woche auf zwei Positionen umstellen müssen. Julian Schieber hatte sich am Donnerstag im Training am Knie verletzt und konnte nicht eingesetzt werden. Der Stürmer wird am Montag operiert und fehlt dem Club in den nächsten Wochen. Auch auf Almog Cohen musste der FCN-Trainer verzichten. Der Israeli hatte sich im Spiel gegen Frankfurt die fünfte gelbe Karte eingehandelt und war für das Schalke-Spiel gesperrt. Für Schieber und Cohen rückten Juri Judt und Robert Mak in die Anfangsformation, Christian Eigler rückte aus dem Mittelfeld in die Sturmspitze und sollte Julian Schieber ersetzen.
Die erste Chance erspielte sich der Club dann in der 13. Minute. Jens Hegeler spielte die Schalke Defensive mit einem einfachen Doppelpass mit Robert Mak aus und zog von der Strafraumgrenze einfach mal ab. Sein Schuss ging nur knapp über die Latte. Drei Minuten später hätte Robert Mak für die Gästeführung sorgen können, zögerte freistehend vor dem Schalker Tor jedoch den Bruchteil einer Sekunde zu lang. Diese beiden Chancen sollten dann jedoch für längere Zeit die letzten Aufreger in der Veltins-Arena bleiben. In der Folgezeit entwickelte sich zwischen den beiden Altmeistern ein Spiel mit wenig Höhepunkten. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld und konnten in Richtung gegnerisches Tor nur wenige Akzente setzen. Umso überraschender daher die Nürnberger Führung in der 37. Minute. Mehmet Ekici hatte von der linken Straufraumseite einfach mal abgezogen und 04-Keeper Manuel Neuer damit offensichtlich überrascht. Dieser konnte den Schuss jedenfalls nur in die Mitte abwehren, wo der einschussbereite Jens Hegeler wenig Mühe hatte, den Ball über die Linie zu bringen.
Robert Mak schließlich hätte kurz vor der Pause noch für eine Vorentscheidung sorgen können, verzog seinen Schuss aus spitzem Winkel in der 45. Minute jedoch knapp und so ging es mit der knappen Gästeführung in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel schaltete Schalke nun drei bis vier Gänge höher, drückte auf den Ausgleich und musste letztlich auch nicht lange darauf warten. Raúl nutzte gleich die erste Unsicherheit in der Nürnberger Defensive, als ihm der Ball nach einem Fehler des eingewechselten Markus Mendler vor die Füsse fällt und er in der 51. Minute aus kürzester Distanz einnetzen kann. Das Spiel in Gelsenkirchen nahm nach dem Ausgleich der Hausherren nun sichtlich an Fahrt auf. Schalke erspielte sich Möglichkeiten, scheiterte oft jedoch entweder in letzte Sekunde an einem Nürnberger Abwehrbein oder eben an Raphael „Magneto“ Schäfer, der an diesem Samstag einen glänzenden Tag erwischt hatte. Auf der anderen Seite setzten die Gäste aus Nürnberg immer wieder gefährlich zu Kontern an und konnten durch die aufgerückten Schalker oft erst in letzter Sekunde gestoppt werden.
Nach 61 Minuten hätte Raúl die Schalker fast in Führung gebracht. Der Kopfball des Spaniers aus vier Metern geht ins lange Eck, doch Raphael „Magneto“ Schäfer bekommt so eben noch die Fingerspitzen an den Ball und kann abwehren. Nur zwei Minuten wieder „Magneto“: Dieses Mal pariert der FCN-Keeper mit einem Reflex nach einem Schuss von Klaas-Jan Hunterlaar. In dieser Phase des Spiels war es allein der Keeper des Clubs, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Nürnberg brauchte bis etwa eine Viertelstunde vor Schluss, um sich vom größten Schalker Druck zu befreien und kam dann zunehmend selbst wieder zu Chancen. Die größte Chance der lebhaften zweiten Halbzeit vergab Markus Mendler schließlich in der 82. Minute. Der eingewechselte Marvin Plattenhardt flankt von der linken Seite in den Strafraum, wo Mendler am höchsten steigt und seinen Kopfball mit Wucht an die Querlatte der Schalke setzt. Den Abpraller erreicht erneut Mendler, der den Ball eigentlich nur noch im leeren Tor unterzubringen braucht. Manuel Neuer war nach seinem Hechtsprung nach dem Kopfball bereits geschlagen, doch Mendler verzieht den zweiten Ball knapp neben das Schalker Gehäuse.
Kurz vor Schluss muss dann „Magneto“ Schäfer noch einmal eingreifen. Nach einer Unsicherheit von Philipp Wollscheid taucht Huntelaar in der 90. Minute plötzlich völlig frei vor dem Nürnberger Tor auf. Schäfer kann den Schuss des Niederländers aus kurzer Distanz jedoch klären.
Es blieb also schließlich beim gerechten Unentschieden auf Schalke. Nach eher durchwachsener erster Halbzeit drehten beide Teams in Durchgang zwei ordentlich auf und erspielten sich Hüben wie Drüben eine Reihe bester Möglichkeiten. Während die Schalke meist in Raphael „Magneto“ Schäfer ihren Meister fanden, konnten auf der anderen Seite immer wieder die Schalker Abwehrspieler in höchster Not noch einen Fuß an den Ball kriegen. Für Nürnberg war das Unentschieden nun bereits das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage. Die Franken festigen damit mit nun 36 Punkten ihren achten Tabellenplatz und haben weiterhin Optionen nach oben. Am nächsten Wochenende ist am Samstag um 15.30 Uhr der FC St.Pauli zu Gast in Nürnberg.