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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Es gibt ja Menschen, die behaupten, es käme nur äußerst selten vor, dass DER DISORDER einmal sprachlos ist. Und wenn er denn dann mal keine Worte findet, passiert dies doch noch am ehesten, wenn der Club mal wieder ein Spiel unnötig hergeschenkt hat und hilflos dem nächsten Abstieg entgegentaumelt.
Doch spätestens am Samstag um 16.45 Uhr war es dann mal wieder so weit. Der Club hatte soeben das 4:1 erzielt und DER DISORDER saß mit offenem Mund im Berliner Bumerang und wusste gar nicht, wohin mit seiner Freude. Die Mannschaft von Dieter Hecking legte in Stuttgart eine Leistung auf den grünen Rasen, die man mit dem aktuellen Kader wohl kaum besser zeigen kann. Da wurde gekämpft, gerannt und noch dazu vor allem Eins: Es wurde Fußball gespielt. Und zwar in einer Art und Weise, die an Coolness kaum noch zu übertreffen ist. Noch vor Jahresfrist hätte ein derart unglückliches Gegentor wie das 1:2 der Stuttgarter in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zu einem Auseinanderbrechen der Mannschaft geführt. Man wäre mit schlotternden Knieen in die zweite Halbzeit gegangen, hätte etwas von „Hoffen“ erzählt und letztlich doch eigentlich nur darauf gewartet, bis der Gegner den Ausgleich erzielt. Nicht so am Samstag: Natürlich kamen die Stuttgarter mit Rückenwind aus der Kabine und manch verzweifelter Stuttgarter mag anbringen, dass es kurz nach Wiederanpfiff eigentlich hätte Elfmeter geben müssen für den Gastgeber. Doch „hätte, wäre, wenn“ hat dem Club beim Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach auch nicht geholfen und umso beeindruckender war es, wie Julian Schieber und Timothy Chandler den Schwaben mit einer einzigen Aktion den kompletten Wind aus den Segeln genommen haben.
Der Club hat nun nach 22 Spieltagen schon mehr Punkte auf der Habenseite als nach der gesamten letzten Saison und bei allem Anteil, den die jungen, wilden Spieler daran haben, ist die Entwicklung, die der Club in den letzten acht Monaten gemacht hat, vor allem Verdienst eines Mannes: Dieter Hecking leistet beim Club hervorragende Ansicht und bei aller Sprachlosigkeit des Disorders am Samstag muss das jetzt einfach auch mal gesagt werden. Und DER DISORDER gibt gleichzeitig zu, dass er der Personalie Hecking zu Anfang durchaus skeptisch gegenüberstand. Die Art und Weise wie der Mann vor ein paar Jahren Alemannia Aachen erst in die erste Liga geführt hatte, um dann die Flucht nach Hannover anzutreten, hatte Hecking nicht unbedingt im sympathischsten Licht erscheinen lassen. Auch hatte es in Hannover nicht unbedingt den Anschein, dass Hecking die Mannschaft nach vorne gebracht hatte. Aus heutiger Sicht muss jedoch vielleicht gesagt werden, dass es schon Arbeit genug war, Hannover 96 über die Jahre auf grauem-Maus-Niveau zu halten.
Und wie hatte Martin Bader vor der Saison gesagt? Ihm wäre es durchaus recht, wenn der Club sich in den nächsten Jahren zu einer Art grauen Maus entwickeln würde und nicht immer nach unten Blicken müsse.
Nun , den ersten Schritt hat Dieter Hecking mit seinem Team inzwischen fast unbemerkt gemacht. Der Club ist ohne Übertreibung sicherlich so etwas wie Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Aber hat das außer den Clubfans selbst eigentlich überhaupt irgendjemand mitgekriegt? In den überregionalen Medien findet der Club jedenfalls auch weiterhin so gut wie nicht statt. Und auch, wenn es weh tut, dass genau diese Ruhe rund um den Club der erste Schritt zur grauen Maus der Liga ist – DER DISORDER könnte sich daran gewöhnen, in Sachen Abstieg nicht immer als Erstes den 1.FC Nürnberg genannt zu bekommen.