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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 20. Spieltag
[Samstag, 29.01.2011] 1.FC Nürnberg – Hamburger SV 2:0 (0:0)

Erster Bundesligasieg für den 1. FC Nürnberg im Jahr 2011. Gegen einen harmlosen Hamburger Sport-Verein macht die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking alles richtig und schlägt in den entscheidenden Momenten zu. Nach dem unglücklichen Ausscheiden im Pokal am Mittwoch sind die Franken in der Bundesliga weiter auf einem guten Weg unterwegs.
Die Geschichte der ersten Halbzeit im Max-Morlock-Stadion am Samstag könnte man in einem Wort zusammenfassen: Langweilig. Beide Teams zeigten auf dem grünen Rasen wenig Drang nach vorne  und gaben sich mit belanglosem Mittelfeldgeplänkel zufrieden. Schön anzusehen war das nicht, doch zumindest aus Nürnberger Sicht durchaus verständlich – war das Spiel gegen den HSV doch bereits das fünfte Pflichtspiel in 15 Tagen. Ganze drei Tormöglichkeiten sprangen in den ersten 45 Minuten heraus. Zunächst kam in der 19. Minute der Hamburger SV gefährlich vor das Nürnberger Tor. Zé Roberto hatte einen Freistoß von der rechten Seite scharf ins Nürnberger Abwehrzentrum geschlagen. An Freund und Feind vorbei landete der Ball schließlich am langen Pfosten vor den Füßen von Ruud van Nistelroy. Timmy Simons bekam jedoch in letzter Sekunde ein Bein dazwischen und konnte einen Rückstand verhindern. Zu einer eigenen Torchance kam der Club schließlich erst in der 41. Minute. Christian Eigler setzte sich auf der linken Seite durch und spielt den Ball flach in Richtung Tor. Am Fünfmeterraum der Hamburger verpasste Julian Schieber die Lederkugel nur um wenige Zentimeter. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff versuchte es Timmy Simons dann mit einem Volleyschuss aus der zweiten Reihe. HSV-Keeper Frank Rost musste sich ordentlich strecken, um den Ball aus dem rechten Kreuzeck zu fischen.
Nach einer schwachen Halbzeit auf beiden Seiten mussten die 36.202 Zuschauer im Nürnberger Stadion also auf die zweiten 45 Minuten hoffen. Eine Hoffnung, die sich zunächst nur sehr schleppend erfüllte – noch dazu nur auf Seiten der Clubberer. Mit zunehmender Spieldauer wirkten die Gastgeber entschlossener und kämpferischer als der Gegner, kamen jedoch auch weiterhin kaum zu Tormöglichkeiten. Das Fehlen der beiden Kreativköpfe im Mittelfeld, Ilkay Gündogan (verletzt) und Mehmet Ekici (gesperrt wg. fünfter gelber Karte), war dem Spiel der Nürnberger deutlich anzumerken. Auf überraschende Momente wartete man im Spiel der Franken vergeblich – zumindest bis zur 58. Minute. Ein langer Ball aus den Tiefen des Mittelfelds auf Christian Eigler ändert plötzlich alles. Frank Rost jedenfalls weiß sich nicht anders zu helfen, als den Club-Stürmer umzureißen und da die Aktion im Hamburger Strafraum passierte, deutete Schiedsrichter Tobias Welz folgerichtig auf den Elfmeterpunkt und zeigte dem Torhüter des HSV die gelbe Karte. Nachdem Javier Pinola im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach kurz vor Schluss einen Elfmeter verschossen hatte, schnappte sich dieses Mal Timmy Simons den Ball. Der Belgier behielt die Nerven und brachte den Club mit seinem ersten Bundesligator in der 59. Minute in Führung.
FCN-Coach Dieter Hecking reagierte sofort auf das 1:0 und wechselte anschließend gleich doppelt: Timothy Chandler und Robert Mak kamen für Markus Mendler und Juri Judt ins Team. Für den Trainer hieß die Marschroute also weiterhin nach vorne und vor allem der eingewechselte Robert Mak sollte am 2:0 für den Club in der 70. Minute nicht unwesentlich beteiligt sein. Die Hamburger zeigten sich durch den Rückstand nach einer knappen Stunde durchaus beeindruckt, während der Club immer sicherer in den eigenen Aktionen wurde. Die Pässe beim FCN kamen nun wesentlich genauer und direkter und so weiß sich Gojko Kacar in der 69. Minute nur noch mit einer Notbremse zu helfen, als Robert Mak mit einem Steilpass in Richtung Hamburger Tor geschickt werden soll. Schiedsrichter Welz reagierte erneut prompt und zeigte dem Ex-Herthaner in Reihen der Hamburger die rote Karte. Den resultierenden Freistoß hämmerte schließlich Javier Pinola auf das Tor von Frank Rost. Der HSV-Keeper kriegt die Fäuste noch an den Ball und lenkt den Schuss an die Latte. Von dort kommt der Ball zu Timmy Simons, der das Spielgerät am Fünfmeterraum quer auf Almog Cohen legt. Der Israeli hat aus kurzer Distanz in der 70. Minute keine Schwierigkeiten zum 2:0 einzunetzen. Wie beim 1:0 schon für Simons, war es auch für Cohen das erste Bundesligator überhaupt.
Mit der sicheren Führung im Rücken und in der Gewissheit, ein Mann mehr auf dem Platz zu sein, schaukelte der FCN das Kind schließlich sicher nach Hause. Das Spielniveau passte sich wieder mehr und mehr dem der ersten Halbzeit an, was aber vor allem an den Gästen aus der Hansestadt lag. Der HSV fand einfach nicht statt.  Einzig Paolo Guerrero hatte in der 75. Minute noch einmal so etwas wie eine Chance auf den Anschlusstreffer. Der Peruaner geht allein auf Raphael Schäfer zu, hämmert den Ball aus kurzer Distanz jedoch über das Nürnberger Gehäuse.
Am Ende bleibt es beim verdienten 2:0 für den Club, der am nächsten Wochenende erneut ein Heimspiel hat. Bayer Leverkusen wird am ersten Februarwochenende dann jedoch wahrscheinlich ein Gegner von ganz anderem Kaliber als die harmlosen Hamburger am heutigen Samstag. Wermutstropfen beim Club: Andreas Wolf holte sich in der Nachspielzeit gegen den HSV von Schiedsrichter Welz völlig unnötig noch die fünfte gelbe Karte ab und wird gegen Leverkusen somit nicht auflaufen dürfen.
In der Tabelle verbesserte sich der Club durch den sechsten Heimsieg der Saison mit nunmehr 26 Punkten auf Platz zehn. Schalke 04 und der VfL Wolfsburg konnten wieder überholt werden. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt nun wieder sieben Punkte – auf den direkten Abstiegsplatz 17 sind es sogar zehn Punkte Vorsprung.