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DFB-Pokal 2010/2011, Viertelfinale
[Dienstag, 25.01.2010] FC Schalke 04 – 1.FC Nürnberg 3:2 (1:2, 2:2) n.V.

Der Fußballgott ist ein Arschloch! 119 Minuten lässt er die Clubfans am Dienstagabend auf Schalke hoffen und bangen, ehe der Schuss eines 17-jährigen Abiturienten alle Hoffnungen auf einen Halbfinaleinzug des Clubs zunichte macht. Nach großem Kampf verabschiedet sich der 1.FC Nürnberg damit aus dem Pokalwettbewerb 2010/2011.
Dabei hatte es für die Gäste auf Schalke einen Start nach Maß gegeben. In der 3. Minute bekommen die Hausherren den Ball nicht hinten raus, Mehmet Ekici verlängert die Bogenlampe eines Schalker Abwehrspielers mit dem Kopf zu Julian Schieber und der trifft schon nach 180 Sekunden zum 1:0 für den Club.
Und es hätte noch besser kommen können: Nur weitere drei Minuten später startete Christian Eigler nach Traumpass aus dem Mittelfeld plötzlich allein in Richtung Tor von Manuel Neuer. Der Schuss des Clubberers aus rund zwanzig Metern verfehlte den S04-Kasten jedoch um wenige Zentimeter. Mit der Führung im Rücken zeigte sich der FCN in der Veltins-Arena in den Anfangsminuten als das aktivere Team, arbeitete gut gegen Mann und Ball und war dem zweiten Treffer näher als Schalke dem ersten Treffer.
Doch genau dieser erste Treffer für Schalke fiel dann in der 15. Minute wie aus heiterem Himmel. Christian Pander setzte auf der linken Seite zum Angriff an, schlug den Ball flach nach innen, wo Mario Gavranovic die Lederkugel nur ins lange Eck schieben musste. Der Spieltstand war nun wieder ausgeglichen, doch die Spielanteile auf dem grünen Rasen verlagerten sich nun in Richtung der königsblauen Gastgeber. Der Club setzte fortan auf Konter und wurde in der 32. Minute belohnt. Mehmet Ekici passte den Ball nach links außen auf Christian Eigler, dessen scharfe Hereingabe konnte erneut Julian Schieber aus kurzer Distanz verwerten.
Die erneute Führung verlieh dem Club nun die nötige Sicherheit, während bei Schalke bis zur Halbzeit nicht mehr viel zusammen ging. Echte Torchancen für den Club, vor der Pause noch auf 3:1 zu erhöhen, gab es jedoch nicht mehr.
Nach dem Wechsel zeigten sich die Schalke schließlich stärker. Die Königsblauen übernahmen nun wieder die Spielkontrolle, brauchten in ihren Aktionen jedoch meist zu lang, um zu Torchancen zu kommen. Die Club-Abwehr um Kapitän Andreas Wolf stand in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit wie schon im ersten Abschnitt recht sicher, wurde aber auch dieses Mal bereits für den ersten Fehler bestraft. Nach einem Pass von Peer Kluge in die Tiefe lässt Raùl den Ball zu Ivan Rakitic abtropfen. Der Kroate zieht aus der zweiten Reihe ab und lässt Raphael Schäfer mit seinem Flachschuss in der 58. Minute keine Abwehrchance.
Mit zunehmender Dauer erhöhte sich nun der Druck auf den Club. Schalke 04 kam immer besser ins Spiel, drängte die Gäste teilweise mit einem Powerplay in die eigene Hälfte, konnte jedoch kein zählbares Ergebnis verbuchen. Die Jungs in rot-schwarz kämpften aufopferungsvoll und hielten das Unentschieden bis zum Ende der regulären Spielzeit.
Die kurze Pause zur Verlängerung hat den Spielern von Trainer Dieter Hecking dann gut getan. In der Verlängerung spielte sich der Club wieder frei und konnte auch den ein oder anderen Angriff fahren. Echte Torchancen waren jedoch sowohl in der ersten Hälfte der Verlängerung Mangelware als auch in der zweiten Hälfte. Das Spiel auf Schalke hatte sich inzwischen zu einem echten Pokalfight gemausert. Es wurde gegrätscht, gekämpft, geackert und ging hin und her.
Als sich beide Mannschaften schließlich schon auf ein Elfmeterschießen zu einigen schienen, zog Schalke-Trainer Felix Magath seinen letzten Trumpf aus dem Ärmel und wechselte in der 116. Minute den erst 17-jährigen Julian Draxler ein. Der Youngster schien nervös, leistete sich mit seinem ersten Ballkontakt einen Fehlpass, um in der 119. Minute mitten ins rot-schwarze Herz zu treffen. Aus rund 18 Metern zog der Abiturient einfach mal ab und traf passgenau ins linke Eck. Raphael Schäfer war machtlos, das Spiel gelaufen. Schalke 04 zieht ins Halbfinale des DFB-Pokals ein und der Club kann sich fortan voll und ganz auf den Klassenerhalt in der Bundesliga konzentrieren. Am Samstag kommt der Hamburger SV ins Max-Morlock-Stadion.