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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Es mag ja abgedroschen klingen, doch in der Tat ist das Leben kein Wunschkonzert. Denn wenn es eins wäre, die Freiburger wären am Samstag gegen den Club wahrscheinlich gar nicht erst angetreten. SC-Trainer Robin Dutt stand ja schon fast das Pipi in den Augen, wenn er nur an seine lange Verletzenliste dachte. Und der Club? Sah sich unvermittelt in die Favoritenrolle gedrängt und das schmeckte Trainer Dieter Hecking überhaupt nicht. Viel Gerede um ein Fußballspiel, dass es letztlich gar nicht wert war. Zwei Mannschaften, die vor allem auf Schadensbegrenzung bedacht waren und diese der Möglichkeit nach drei Punkten unverhohlen vorzogen. Nun gut, mag man als Clubfan sagen – ein Punkt in Freiburg ist besser als kein Punkt in Freiburg und eben diese Erfahrung der punktlosen Abreise aus dem Breisgau hatten zuvor immerhin schon sechs Mannschaften in dieser Saison machen müssen – darunter so illustre Vereine wie der VfB Stuttgart, der 1.FC Köln oder Borussia Mönchengladbach. Mannschaften also, die alle irgendwie mit dort unten drin stecken und so könnte man eigentlich als Clubfan nun in Jubelgeschrei ausbrechen und sich sagen: Gegenüber diesen Mannschaften haben wir am Samstag einen Punkt gut gemacht.
DER DISORDER kann sich trotzdem irgendwie nicht so richtig freuen. Denn mit Sicherheit wäre am Samstag mehr als der eine Punkt drin gewesen. Und auch, wenn man nun noch einmal auf das Leben und das Wunschkonzert hinweist, vielleicht hätte am Samstag auch einfach mehr rausspringen müssen. Eins haben die beiden Spieltage nach der Rückrunde nämlich mehr als deutlich gezeigt: Die Bundesliga nimmt vor allem in der unteren Tabellenhälfte an Fahrt auf. Der VfL Wolfsburg nimmt den Bauern einen Punkt ab und gewinnt in Mainz. Auch Stuttgart besiegt die noch im Winterschlaf befindlichen Mainzer und holt eine Woche später plötzlich einen Punkt in Dortmund. Der 1.FC Köln punktet in Kaiserslautern, um mit Poldi als Kapitän an diesem Wochenende Werder Bremen 3:0 aus dem Stadion zu fegen. Selbst der FC St. Pauli sammelt mit der Eichhörnchentaktik Punkte gegen Freiburg und in Hoffenheim, wäre mit ein wenig Glück sogar mit einem Dreier aus dem Kraichgau heimgekehrt. Die Rückrundentabelle mit ihren zwei absolvierten Spielen sieht momentan fast ein wenig wie das Spiegelbild der immer wieder gerne als „verrückt“ titulierten Hinserie aus. Selbst Borussia Mönchengladbach hat in den beiden Spielen mehr Punkte geholt als unser Club – wenn auch, und das wissen wir Clubfans – allein mit gütiger Mithilfe eines gewissen Herrn R. aus H.
Das Ganze mag nach zwei Spieltagen im Jahre 2011 nun ein wenig nach Panikmache klingen und dass die rot-schwarzen Kicker das Fußballspielen in der kurzen Winterpause nicht verlernt haben, hat man schließlich mitten in der Woche auf dem Bieberer Berg gesehen. Trotzdem hat man sich beim Club durch die unnötigen Punktverluste aus den ersten beiden Spielen durchaus wieder in die missliche Lage gebracht, dass das Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Hamburger SV  gewonnen werden muss. Sieben Punkte waren es zur Halbzeit der Saison bis zum hassgeliebten Relegationsplatz – vier Punkte sind es noch nach zwei weiteren Spielen. Hochgerechnet würde dies bedeuten: Schon am 22. Spieltag wäre der Club wieder da angelangt, wo er Ende der letzten Saison aufgehört hat. Ein Horrorszenario, an das DER DISORDER gar nicht denken will und das durch zwei Siege in den nun folgenden Heimspielen sicherlich recht einfach umgangen werden könnte. Allein – und da lässt sich DER DISORDER auch gerne von Herrn Hecking belehren, dass das Negativdenken aus den Köpfen verschwinden müsse – zwei Heimsiege gegen den HSV und Bayer Lederbusen sind mit Sicherheit nicht so einfach, wie es der Dreier im Heimspiel gegen Mönchengladbach oder am Samstag in Freitag gewesen wäre.
Und überhaupt: Was heißt hier Negativdenken? Schließlich zieht der Club ja schon morgen auf Schalke ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Denn schließlich hat es die Mannschaft von Felix Magath in dieser Saison erst ein einziges Mal geschafft, nach einem gewonnenen Auswärtsspiel auch das folgende Heimspiel zu gewinnen. Außerdem ist es UNSER Pokal und die Schalker sollten sich viel mehr auf die Bundesliga konzentrieren, um am Ende das internationale Geschäft noch zu erreichen. Und überhaupt hat der Club im aktuellen Pokalwettbewerb noch kein Gegentor gefangen und wer kein Gegentor fängt, kann auch nicht verlieren. Also, Glubb: Flach spielen, hoch gewinnen – und wenn es erst im Elfmeterschießen ist. Den Klassenerhalt schaffen wir schon irgendwie und da wäre ein erneuter Pokalsieg doch das Sahnehäubchen für alle Clubfans. Denn auch, wenn das Leben kein Wunschkonzert sein mag – den Wunsch äußern darf man zum Glück noch immer jederzeit.