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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 16. Spieltag
[Samstag, 11.12.2010] TSG Hoffenheim – 1.FC Nürnberg 1:1 (0:0)

Die Niederlagenserie des Clubs ist beendet. Das Duell Kommerz gegen Tradition endete im Kraichgau unentschieden. Durch ein spätes Tor des eingewechselten Christian Eigler konnte der 1.FC Nürnberg nach vier Niederlagen in Folge seinen freien Fall stoppen und erhöhte das eigene Guthaben auf nunmehr 19 Punkte.
Trainer Dieter Hecking hatte das Team nach der Heimpleite gegen Borussia Dortmund erneut umgestellt und setzte in Hoffenheim auf Offensive. Mike Frantz kehrte genauso in die Startformation zurück wie der zuletzt etwas formschwache Mehmet Ekici. Almog Cohen und Robert Mak mussten dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen. Am Spiel der Nürnberger änderten die Umstellungen zunächst jedoch wenig. Die Verunsicherung der letzten vier Pleiten war der Mannschaft anzumerken und vor allem in Richtung gegnerisches Tor ging zunächst fast gar nichts. Bis zum Strafraum der Gastgeber sah das Spiel der Rot-Schwarzen meist gefällig aus, doch die zündende Idee, um zu Torchancen zu kommen, fehlte. In der Hintermannschaft des Clubs fehlten weiterhin der gesperrte Javier Pinola, sowie der verletzte Per Nilsson, der in der Hinrunde wohl auch nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Dennoch ließen die Gäste den Hoffenheimern nur wenig Platz zur Entfaltung und so entwickelte sich in den Anfangsminuten ein Spiel, dass doch sehr an das Clubspiel vor knapper Wochenfrist gegen Tabellenführer Borussia Dortmund erinnerte. Der Club hielt mit, kam zu keinen eigenen Torchancen und ließ die eigenen Fans vor allem bei Standardsituationen zittern.
Eben genau eine solche Standardsituation führte dann auch fast zum 1:0 für Hoffenheim. Der Ball kommt nach einer Ecke von der rechten Seite hoch in den Nürnberger Strafraum, wo Demba Ba völlig frei zum Kopfball kommt und in Richtung langes Eck zielt. Dort steht Juri Judt jedoch auf der Linie und kann in höchster Not klären.
Die Gastgeber übernahmen nun mit zunehmender Dauer immer mehr die Kontrolle über das Spiel und kamen immer wieder zu Möglichkeiten. Mal muss Raphael Schäfer im Herausstürmen gegen Ba klären (21. Minute), mal dringt Vedad Ibisevic in den Nürnberger Strafraum ein, vergisst jedoch den Abschluss (26.) und wieder ein anderes Mal zieht Gylfi Sigurdsson aus der zweiten Reihe ab, wird jedoch von Dominic Maroh geblockt (33.). Auch zwei Freistoßmöglichkeiten aus aussichtsreicher Position bringen den Gastgebern nicht den erhofften Erfolg. Beide Versuche in der ersten Halbzeit aus jeweils rund 18 Metern landen in der Nürnberger Mauer. In der 37. Minute taucht Ibisevic nach Traumpass von Sejad Salihovic noch einmal gefährlich im Nürnberger Strafraum auf. Raphael Schäfer verkürzt jedoch geschickt den Winkel, so dass der Hoffenheimer Stürmer erneut nicht zum erfolgreichen Abschluss kommt.
Auf der anderen Seite dauert es bis zur 41. Minute, ehe der Club zeigt, dass auch er zum Tore schießen in die Provinz gereist ist. Nach einem Eckball von Mehmet Ekici fliegt die Lederkugel zunächst an Freund und Feind vorbei, um schließlich vor den Füßen von Dominic Maroh zu landen. Der Verteidiger zieht aus kürzester Distanz ab, doch Daniel Haas im Hoffenheimer Tor kann reaktionsschnell abwehren. So ging es schließlich torlos in die Pause.
Mit dem Seitenwechsel bringt Trainer Dieter Hecking nun doch Almog Cohen für den offensiveren Mike Frantz und sorgt somit für eine Stabilisierung der Nürnberger Hintermannschaft. Timmy Simons rückt bei Angriffen der Hoffenheimer nun zwischen die beiden Innenverteidiger zurück und die Verdichtung der Abwehrreihe zeigt zunächst auch Wirkung. Hoffenheim braucht ein paar Minuten, um ins Spiel zurück zu finden und wirkt zu Anfang der zweiten Spielhälfte ein wenig ratlos. Erst eine Einzelaktion von Boris Vukcevic bringt die Clubabwehr in der 55. Minute wieder in Bedrängnis. Der Kroate sprintet über die linke Angriffsseite fast über den gesamten Platz, passt den Ball dann fast von der Außenlinie in den Rücken der Nürnberger Abwehr, wo Salihovic auf Strafraumhöhe völlig frei steht und abziehen kann. Simons bekommt in letzter Sekunde den Fuß an den Ball und wehrt zur Ecke ab.
Und genau diese Ecke führte dann zum Erfolg für Hoffenheim. Der Club war in der Abwehr nach dem schnellen Angriff über Vukcevic noch nicht wieder sortiert, als Marvin Compper im Sturmzentrum am höchsten steigt und seinen wuchtigen Kopfball in der 56. Minute zum 1:0 für die Gastgeber ins Tor unterbringt. Der Bann war gebrochen und fortan schien es nur noch um die Höhe des Ergebnisses zu gehen. Doch der Club kämpfte sich nach kurzer Schockphase ins Spiel zurück und machte den Hoffenheimern die Räume wieder eng. Das Spielgeschehen verlagerte sich mehr und mehr ins Mittelfeld und Torgefahr gab es nun auf beiden Seiten kaum noch. Dies sollte sich erst wieder ändern, als das Spiel in seine entscheidende Phase kam. Hoffenheim eröffnete den Chancenreigen in der 71. Minute. Wieder hatte sich Vukcevic durchgesetzt, fand dieses Mal Sigurdsson, doch der Isländer brauchte zu lange, um sich zum Schuss aus der zweiten Reihe zu entschließen und verzieht somit um einen guten Meter. Zehn Minuten später musste Schäfer dann gegen einen Schuss von Salihovic sein ganzes Können aufbieten und den Schlenzer aus dem Winkel gerade noch zur Ecke lenken.
Bereits in der 77. Minute hatte FCN-Trainer Dieter Hecking reagiert und für Außenverteidiger Juri Judt den offensiven Mittelfeldmann Christian Eigler ins Spiel gebracht. Der Punkt sollte her, egal wie.
Doch zunächst hieß es auf Clubseite noch einmal: Luft anhalten. In der 82. Minute musste Schäfer erneut in höchster Not retten, als Salihovic nach einer Ecke am langen Pfosten frei an den Ball kam. Torchancen hatten die Gastgeber also genug und so folgte die gerechte Bestrafung auf dem Fuß. Wer vorne die Dinger nicht macht, kassiert dann meist hinten zu Recht noch einen Gegentreffer. Zu Recht vor allem dann, wenn es gegen den Club geht. Bis zur 87. Minute mussten die mitgereisten Fans auf die erste, echte Torchance ihrer Mannschaft in der zweiten Hälfte warten. Doch plötzlich passt Mehmet Eckici genau in die Schnittstelle der Hoffenheimer Abwehr. Der eingewechselte Christian Eigler steht herrlich frei gespielt allein vor Gästekeeper Haas und behält die Nerven. Er lässt dem TSG-Keeper nicht den Hauch einer Abwehrchance und überspielt den Torwart zum Ausgleich.
Nach vier Niederlagen in Folge also endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis für den Club, das im Berliner Bumerang fast wie ein Sieg gefeiert wurde. In der Tabelle kletterte der Club durch den Punktgewinn auf Platz zehn der Tabelle, den lediglich Schalke 04 durch einen Sieg bei Mainz 05 am Sonntag noch streitig machen kann. Fest steht jedoch schon jetzt: Der FCN wird die Vorrunde nicht auf einem Abstiegsplatz beenden. Auch der 1.FC Köln, der mit 15 Punkten auf dem Relegationsplatz steht, kann den Club in diesem Kalenderjahr nicht mehr einholen. Am kommenden Samstag beendet der 1.FC Nürnberg die Hinrunde in der Bundesliga mit einem Heimspiel gegen Hannover 96. Die überraschend guten Niedersachsen werden jedoch wohl auf ihren Top-Torjäger Didier Ya Konan verzichten müssen, der sich am Freitag im Spiel gegen Stuttgart verletzt hat und im Laufe der Woche operiert werden muss.