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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Mit uns Clubfans kann man es ja machen. Erst hier einen auf „sorglose Saison“ vorgaukeln, vier Siege in Folge holen (mit dem DFB-Pokalspiel in Elversberg), um sich dann vier Klatschen in Folge abzuholen. Wo soll das denn hinführen? Erst himmelhochjauchzend und nun zu Tode betrübt? Das kann nicht gut für die Gesundheit sein und die Antwort auf die Frage, wo das hinführen soll, ist im Moment auch recht einfach: Wenn es so weiter geht, führt der Weg direkt zurück in den Keller.
Dabei hatte man nach den Siegen gegen Wolfsburg, Bremen und Köln beim Club schon das Gefühl, die Jungs in rot-schwarz hätten im Gegensatz zur letzten Saison zumindest eine Sache inzwischen gelernt: Nämlich nicht mit dem Hinterheil das wieder einzureißen, was man sich vorher in mühevoller Kleinarbeit aufgebaut hatte. Leider sieht es im Moment genau danach aus. In der Bilanz der letzten fünf Spieltage ist der Club inzwischen auf Rang 18 angekommen. Ein Sieg, vier Niederlagen aus den letzten fünf Bundesliga-Spieltagen, 4:12 Tore – damit steht man noch hinter dauerkriselnden Mannschaften wie St. Pauli, Köln oder Mönchengladbach.
Zugegeben, dass in Nürnberg nun rechtzeitig zur besinnlichen Jahreszeiten der Baum nicht schon wieder lichterloh brennt, ist auch und vor allem ein Eigenverdienst der Mannschaft. Durch die Erfolge im Herbst hat man sich ein Punktepolster angefressen, das den Club noch immer sechs Punkte vom Relegationsplatz entfernt hält. Die Betonung liegt hierbei jedoch auf dem kleinen Wörtchen „noch“. Denn in der momentanen Form und bei aller verständlichen Verunsicherung nach einer solchen Pleiteserie, liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass auch in den verbleibenden beiden Spielen in Hoffenheim und gegen Hannover am Ende keine Punkte unter dem Strich stehen. Bei gerade mal zwei Spielen hört es sich zwar ein wenig seltsam an, doch in Hoffenheim hat der Club bisher noch nie gut ausgesehen. Und gegen Hannover hat es selbst in der Vorsaison eine Heimpleite gesetzt, als die Niedersachsen von einem Höhenflug wie in dieser Saison noch meilenweit entfernt waren. Ja, und angenommen den Fall, der Club steht auch nach siebzehn Spieltagen noch mit 18 Punkten da – was dann? Dann könnten zumindest Stuttgart und Köln bei optimaler Ausbeute aus den letzten beiden Partien plötzlich punktgleich mit dem FCN in der Tabelle dastehen. Dann könnten die 18 Punkte dieser Saison urplötzlich genau so viel wert sein, wie die 12 Punkte nach der letzten Hinrunde – nämlich so gut wie nichts.
Was die Mannschaft von Dieter Hecking braucht, – und das ist unumstritten – ist ein Erfolgserlebnis. Ein überraschender Punkt in Hoffenheim… oder eben doch den Heimsieg gegen Hannover. Die 20-Punkte-Marke war vor dem Spiel gegen Kaiserslautern als Ziel für die Hinrunde ausgegeben worden. Noch ist diese Marke erreichbar – und vor allem auch in Hinblick auf das mit Sicherheit nicht einfache Pokalspiel in Offenbach auch nötig. Man stelle sich vor, der Club fährt mit sechs Niederlagen in Folge auf den Bieberer Berg… Dann wäre es das mit unserem schönen Pokal!
Um es bei allen Spekulationen auf den Punkt zu bringen: Noch ist die Vase nicht vom Podest gefallen. Der Hintern liegt zwar schon an und bei der nächsten ungeschickten Bewegung macht es rumms, doch mit der richtigen Bewegung zum richtigen Zeitpunkt kann das Unglück auch durchaus noch verhindert werden. Und natürlich wissen das sowohl die Spieler als auch Trainer Dieter Hecking. Wollen wir also hoffen, dass die Partie am kommenden Samstag nicht so läuft, wie neulich die Vergabe der nächsten beiden FIFA-Weltmeisterschaften. Denn wie alle Fußballfans der Welt wissen, hat dort am vergangenen Donnerstag das Geld gesiegt.