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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 10. Spieltag
[Samstag, 30.10.2010] Werder Bremen – 1.FC Nürnberg 2:3 (1:1)

Was für eine englische Woche… Der Club gewinnt innerhalb nur einer Woche sein drittes Spiel und feiert in Bremen darüber hinaus seinen ersten Auswärtssieg der Saison. Was als Clubfan vor allem freut: Der Dreier in der Hansestadt war mehr als verdient.
Denn zunächst sah es im Norden der Republik gar nicht gut aus für den Club. Bereits nach fünf Minuten stand es 1:0 für die Gastgeber. Hugo Almeida hatte nach Flanke von Marko Marin völlig freistehend per Kopf zur Bremer Führung eingeköpft. Die Nürnberger Hintermannschaft schien zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht auf dem Platz.
Doch wo sich der Club in der letzten Saison nach einem frühen Gegentor noch hilflos dem Schicksal einer Niederlage ergeben hätte, kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking wie schon in Hamburg oder auch bei den Heimsiegen gegen Stuttgart, Schalke und Wolfsburg nach einem Rückschlag erfolgreich ins Spiel zurück. An diesem Samstag dauerte dies ein wenig länger und so hatten die Werderaner erneut durch Almeida in der 13. Minute und Marko Arnautovic in der 22. und 23. Minute durchaus Chancen, das Ergebnis auf 2:0 zu erhöhen, doch letztlich waren es die Gäste aus dem Frankenland, die dem Spiel mit einem Treffer zu einem  – wie es so schön heißt – psychologisch wichtigen Zeitpunkt die entscheidende Wende gaben. Julian Schieber hatte sich auf der rechten Angriffsseite durchgetankt und die Bremer Hintermannschaft durcheinander gewirbelt. Nach einem scharfen, flachen Pass des FCN-Stürmers ins Herz der Bremer Abwehr stand Ilkay Gündogan nach 45 Minuten genau richtig und schob aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich ein.
Der Club nutzte schließlich auch in der zweiten Halbzeit den Schwung des Gegentores und legte schon in der 47. Minute nach. Wieder war es der agile Julian Schieber, der den Treffer durch eine Einzelleistung einleitete. Mit dem Schuss scheiterte die Stuttgarter Leihgabe jedoch noch an Werder-Keeper Sebastian Mielitz. Den Abpraller kann dann jedoch Mehmet Ekici verwerten und so steht es schließlich 2:1 für den Club.
Mit der knappen Führung im Rücken wurden die Gäste zusehends sicherer in den eigenen Aktionen. Den Gastgebern von der Weser fiel nur noch selten etwas ein, um die Nürnberger Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen und während Bremen sich mühte, setzte der Club nun selbstredend auf Konter. Mehmet Ekici in der 56. Minute, Julian Schieber in 61. Minute und Mike Frantz in der 69. Minute hätten für die Vorentscheidung zugensten des Clubs sorgen können. Schieber hatte sich den Ball selbst im Mittelfeld geangelt und war allein auf Bremens Keeper Mielitz zugelaufen, verzog seinen Schuss aus rund 18 Metern jedoch um wenige Zentimeter. Mike Frantz war nach Flanke aus dem linken Halbfeld von Gündogan mit artistischer Einlage noch an den Ball gekommen, verzog seinen Seitfallzieher jedoch knapp.
Die Vorentscheidung fiel dann nach 73 Minuten nach einer denkwürdigen Aktion. Gündogan und Schieber hatten den Ball nach einem Konter in aussichtsreicher Position zunächst an die Latte bzw. Pfosten gesetzt. Der Ball sprang schließlich wieder zu Gündogan, der im Durcheinander die Nerven behielt, im Bremer Strafraum noch einen grünen Gegenspieler umkurvte und schließlich dann aus zehn Metern zum 3:1 für den Club einschob.
Für Werder Bremen war das Spiel nun gelaufen und den Grün-Weißen fiel in der Restspielzeit nichts mehr ein, um den Club noch einmal in Gefahr zu bringen. Zwar reichte es für die Mannschaft von Thomas Schaaf in der Nachspielzeit noch zur Ergebniskorrektur durch Claudio Pizarro, doch letztlich brachte der Club die Führung in beeindruckender Manier über die Zeit. Nach den Anfangsschwierigkeiten des Spiels beherrschte der Club den Gegner spätestens nach der eigenen Führung und steht nun mit 15 Punkten und positiver Bilanz auf Platz neun der Tabelle – direkt hinter den Bauern und dem HSV, jedoch nach dem Auswärtssieg vor Werder Bremen. Nächste Woche kommt der 1.FC Köln zum Gastspiel nach Nürnberg.