Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Es bleibt also leider irgendwie dabei: Wenn der Club in Hamburg spielt, ist nicht viel zu holen. Egal, ob beim HSV oder eben wie dieses Wochenende auf St. Pauli – am Ende steht der Club meist mit leeren Händen da, zumindest in den letzten Jahren. Hier und da mal ein Punkt, wenn es gut läuft, aber mit freudestrahlenden Gesichtern kehrt man als Clubfan nur äußerst selten aus der Hansestadt zurück. Doch wie steht es so schön auf der Homepage unseres geliebten Vereins? „Wir haben wieder Moral gezeigt.“ Schön gesagt, Per Nilsson! Und danke auch an Dich und Deine Mannschaftskameraden, dass Ihr uns ein zumindest in der zweiten Halbzeit durchaus spannendes Spiel geboten habt – wenn es am Ende dann mal nicht reicht, hat man sich den Applaus in der Fankurve am Ende trotzdem redlich verdient. Der kurze Hinweis sei an dieser Stelle jedoch erlaubt: Mit Moral allein hat noch keine Mannschaft den Abstieg verhindert. Also – und da zitiert DER DISORDER nun einmal Trainer Dieter Hecking: „Mund abputzen, Wolfsburg schlagen.“
Bei einer anderen Sache kommt dem Autor dieser Zeilen das mit dem „Mund abputzen“ jedoch nicht so leicht bzw. gar nicht über die Lippen. Das Clubspiel auf St.Pauli war restlos ausverkauft und dem 1.FC Nürnberg lagen schon allein aus den offiziellen Fanclub weit mehr als 4.000 Ticketbestellungen vor. Zu einem freien Verkauf von Tickets ist es bei einer Kapazität von 2.100 Plätzen im Gästebereich des Millerntor-Stadions also gar nicht erst gekommen. Und es war zwar schade für die Clubberer 04 Berlin, dass letztlich nicht alle bestellten Tickets zur Verfügung gestellt werden konnten, ist doch Hamburg neben Wolfsburg und Hannover zu Zeiten, in denen Hertha BSC in der zweiten Liga kickt, das nächste Heimspiel für den Exil-Fanclub. Trotzdem konnte man anhand der Vielzahl von Bestellungen letztlich Verständnis dafür aufbringen – zumindest, bis man vor Ort in Hamburg war. Geht man nämlich davon aus, dass sämtliche Tickets für das Pauli-Spiel an offiziell registrierte Fanclubs des 1.FC Nürnberg gingen, dann hat der Verein spätestens seit dem Wochenende ein Problem. In den OFCN-Statuten (Statuten für die offiziellen FCN-Fanclubs) heißt es u.a. nämlich: „Der Fan-Club und seine Mitglieder verpflichten sich, politische oder rassistische Äußerungen, Handlungen oder Gesten ganz gleich welcher Richtung bei allen Veranstaltungen mit Bezug zum 1.FCN, insbesondere vor, während und nach Heim- und Auswärtspielen des 1.FCN, auch auf der An- und Abreise, zu unterlassen.“
Die Frage in Richtung 1.FC Nürnberg sei an dieser Stelle also erlaubt: Wie kann es sein, dass man ausgerechnet bei einem Auswärtsspiel, bei dem man weiß, dass die Karten ausschließlich an OFCNs verteilt wurden, sowohl im Stehplatzblock als auch später in der Hamburger Innenstadt auf eine Gruppe Neonazis trifft, die das Logo des FCN auf ihren T-Shirts direkt neben der Aufschrift: „Die Jungs aus der Reichshauptstadt“ tragen? Überflüssig zu erwähnen, dass von dieser Gruppe auch während des Spiels vor allem bei Ballbesitz von Gerald Asamoah Kommentare fielen, die man an dieser Stelle unter keinen Umständen wiederholen möchte.
So leid es dem DISORDER tut, so deutlich muss er es an dieser Stelle sagen: Das Prinzip mit den offiziellen Fanclubs hat an dieser Stelle ein Loch, welches es schnellstmöglich zu stopfen gilt! Ende der Diskussion, Ende des Kommentars!